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Die Wirtschaft Der Liebling des Mittelstands
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14:10 27.11.2018
Abschluss eines Vertrages: Leasing ist im deutschen Mittelstand seit mehreren Jahrzehnten ein fester Bestandteil im Finanzierungsmix. Quelle: GAJUS/FOTOLIA

Ob Fuhrpark, IT oder Produktionsanlagen: Für mittelständische Unternehmen gehört Leasing mittlerweile zu den wichtigsten Finanzierungsformen - zu Recht, denn es individuell und flexibel.

Investitionen sind wesentliche Treiber für wirtschaftliches Wachstum. Das gilt auch für den Mittelstand im Wirtschaftsraum Ostholstein und Fehmarn. Laut dem jüngsten IHK-Konjunkturbericht für Schleswig-Holstein ist die regionale Wirtschaft weiterhin gut aufgestellt. „Insbesondere mittelständische Unternehmen wie Investitionsgüterhersteller und das Baugewerbe profitieren derzeit von einer guten Auftragslage“, sagt Dieter Behrens, Geschäftsführer der Deutschen Leasing für das Segment Sparkassen und Mittelstand. „Gleichzeitig können wir einen steigenden Investitionsbedarf in verschiedenen Branchen im Wirtschaftsraum Ostholstein beobachten.“

So sollen laut dem IHK-Strategiepapier „Schleswig-Holstein 2030“ die für die Region wichtigen Zukunftsbranchen Erneuerbare Energien, die Maritime Wirtschaft, die Gesundheits- und die Tourismuswirtschaft in den kommenden Jahren besonders gestärkt werden. Insofern spielt das Thema Finanzierung eine entscheidende Rolle, wenn es um kurzfristige oder auch komplexere Investitionsprojekte geht. Passende Finanzierungslösungen sind gefragt. Dieter Behrens erklärt: „Hier unterstützt die Deutsche Leasing als Asset-Finance-Partner für den deutschen Mittelstand und Verbundpartner der Sparkassen-Finanzgruppe zusammen mit den Sparkassen direkt vor Ort.“

Darum ist Leasing im Mittelstand so beliebt

Leasing ist im deutschen Mittelstand seit mehreren Jahrzehnten ein fester Bestandteil im Finanzierungsmix. Laut einer aktuellen Erhebung der KfW-Bankengruppe finanzierten kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) im vergangenen Jahr mit rund 58,5 Milliarden Euro ihre Investitionen per Leasinggeschäft. Laut den KfW-Experten floss der größte Teil der Summe in das Mobilien-Leasing, also die Finanzierung von Produktionsmaschinen, Fahrzeugen, IT- oder Büroausstattungen. Und es scheint, als kommen immer mehr Unternehmen auf den Geschmack. So zeichnet sich laut Ifo-Institut seit 2010 ein Anstieg beim Mobilien-Leasing ab. Indikator dafür ist die Leasing-Quote, die Auskunft darüber gibt, wie hoch der Leasing-Anteil an den gesamtwirtschaftlichen Investitionen ist. Lag die Quote 2010 noch bei 20,6 Prozent, stieg sie im Jahr 2016 bereits auf über 23 Prozent.

Die Gründe für die Popularität von Leasing liegen auf der Hand: So können Mittelständler Leasing beispielsweise zur aktiven Bilanzsteuerung nutzen. Denn anders als etwa eine kreditfinanzierte Investition wird ein Leasing-Investment nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) bilanzneutral ausgewiesen. Darüber hinaus können Unternehmen die Leasingraten als Betriebsausgaben geltend machen. Möglich macht das das einfache Prinzip des Leasings: Der Endkunde, in diesem Fall das Unternehmen als Leasingnehmer, nutzt ein Investitionsgut, ohne dessen Eigentümer zu werden. Häufig sind in den entsprechenden Verträgen zwischen den Leasing-Partnern umfangreiche Servicepakete enthalten.

Die Top 5 der aktuellen Motive für Leasing

Bereits seit 20 Jahren untersucht der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen e.V. (BDL) den gewerblichen Leasing-Markt und fragt im Rahmen seiner Marktstudien die Unternehmensentscheider auch nach ihren Beweggründen für Leasing. Es zeigt sich, dass über den gesamten Zeitraum finanzielle Motive den Ausschlag gaben, Investitionen in Fahrzeuge, Maschinen, IT-Ausstattung und andere Güter mittels Leasing zu realisieren. „Leasing schont die Liquidität“, „die Kosten sind gleichmäßig und genau kalkulierbar“, „die Bank-Kreditlinie bleibt erhalten“, „die Betriebsausstattung bleibt auf dem neuesten Stand“ und „Investitionen sind trotz geringem Budgets möglich“ sind die Top 5 der aktuellen Leasing-Motive.

Zukunftsbranchen profitieren besonders von den Vorteilen

Dass Leasing als Finanzierungsform auch bei mittelständischen Unternehmen im Wirtschaftsraum Ostholstein eine etablierte Finanzierungsform ist, liegt zum Teil an den hiesigen Zukunftsbranchen. Diese sind häufig auf besonders schnelle und unkomplizierte Finanzierungslösungen angewiesen. Da stellt sich die Frage, für welche Investitionsvorhaben Leasing besonders geeignet ist. Der Experte Dieter Behrens sagt: „Stellen Sie sich vor, ein mittelständisches Unternehmen steckt inmitten einer Produktionsphase von Werkzeugteilen, der Kundenauftrag ist eng terminiert und plötzlich fällt eine wichtige Werkzeugmaschine aus. In solchen Fällen ist schnell ein Ersatzgerät erforderlich, das kurzfristig finanziert werden muss“, so der Geschäftsführer der Deutschen Leasing für das Segment Sparkassen und Mittelstand. „Dafür wird eine schnelle und einfache Finanzierungslösung wie Mietkauf oder eine Finanzierungsalternative wie Leasing benötigt, die aus laufenden Erträgen erwirtschaftet werden kann und die Liquidität des Mittelständlers nicht plötzlich einschränkt.“

Finanzierungsentscheidung innerhalb weniger Minuten

Bei solchen kurzfristigen Investitionsvorhaben sprechen Leasing-Experten in der Regel von Investitionen im kleinvolumigen Bereich. „Für solche Anfragen nutzen unsere Firmenkunden beispielsweise die Möglichkeit eines kurzen Beratungsgesprächs mit der Sparkasse vor Ort, die eng mit der Deutschen Leasing - innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe das Kompetenzcenter für Leasing und Factoring - verzahnt ist“, erläutert Dieter Behrens den Prozess. „Im konkreten Fall klärt der persönliche Sparkassenberater, wie viel Geld benötigt wird und wie die Rückzahlung am besten an die Auftragssituation des Firmenkunden angepasst wird.“ Eine Entscheidung für die Finanzierung könne dann innerhalb von wenigen Minuten erfolgen und der Kunde die Anschaffung direkt realisieren. Aber auch bis zu 180 Tage nach dem Gespräch könne der Firmenkunde auf das Leasingangebot zurückgreifen.

Asset Finance-Kompetenz für komplexe Investitionen

Handelt es sich hingegen um kapitalintensivere Anschaffungen, sind damit oft größere und komplexere Investitionsprojekte verbunden - in Schleswig-Holstein beispielsweise in den Bereichen Erneuerbare Energie, Infrastruktur und Versorgung, Gesundheitswesen oder Digitalisierung. Dieter Behrens erklärt: „Hier wird zusätzlich Asset Finance-Kompetenz im Sinne von Objekt- und Branchenexpertise benötigt. Der Firmenkunde hat die Möglichkeit, direkt auf die Expertise der Deutschen Leasing zurückzugreifen oder die Sparkasse vor Ort holt einen Experten der Deutschen Leasing mit an den Tisch. Zusammen mit den Sparkassen bietet die Deutsche Leasing Gruppe zahlreiche Leasingmodelle und weitere Investitionslösungen mit ergänzenden Services wie passende Versicherungen zum Objekt an.“

Komplettlösungen und Pay per use

Insbesondere mit Blick auf weitere Asset-Finance-Lösungen werden von Kunden immer häufiger Komplettlösungen aus einer Hand und mit umfassenden Serviceleistungen nachgefragt, so der Geschäftsführer der Deutschen Leasing für das Segment Sparkassen und Mittelstand. „Vor allem schlüsselfertige Lösungen werden bei unseren Kunden immer interessanter.“ Solch eine komplette Finanzierungslösung inklusive Serviceleistungen könne dann beispielsweise von der vollständigen Baubegleitung des Geschäfts, über die Inneneinrichtung bis zur IT-Ausstattung und passenden Versicherung reichen.

In Zeiten der Digitalisierung hängen der Unternehmenserfolg und die Wettbewerbsfähigkeit mehr denn je von einer modernen technischen Ausstattung ab. Nur so sind Mittelständler in der Lage, schneller auf veränderte Produktionskapazitäten und Auftragssituationen reagieren zu können. Die Anforderungen an digitale Prozesse steigen. Innovative Geschäftsmodelle sind gefragt. Um diese jedoch effizient realisieren zu können, fehlen oft jedoch die geeigneten Finanzierungslösungen und Services. Hier bietet Leasing eine Möglichkeit , so Dieter Behrens. Seine Prognose:

„Nutzungsabhängige Konzepte, wie das im Leasing schon lange übliche ,pay per use’, werden zunehmend eine Rolle spielen.“

Flexible Definition des Leasing-Zeitpunktes

Mit geeigneten Asset-Finance-Instrumenten wie Leasing kann zudem nicht nur der Umfang der Finanzierung äußerst flexibel definiert werden, sondern auch der Zeitpunkt, an dem sie greifen soll. Dieter Behrens: „Ob das Unternehmen erste Pilottests durchführen will, bereits mit der Planungsphase begonnen hat, schon mitten in der Umsetzung steckt oder ein Projekt schon abgeschlossen hat, der Start der Finanzierung kann ebenso individuell vereinbart werden wie die Investitionen, die finanziert werden sollen: zum Beispiel im Falle eines Digitalisierungsprojekts, was Software-Lizenzen, externe Dienstleistungen oder die Leistungen der eigenen Mitarbeiter betrifft.“ Die Rückzahlung beginnt hier erst nach dem „Go-Live“. Nach dem „Pay as you earn“-Prinzip lassen sich so die Raten für Leasing oder Mietkauf direkt aus den Einnahmen des Investitionsobjektes erwirtschaften.

Leasing als Alternative zur klassischen Finanzierung

Insgesamt ist Leasing eine individuell und flexibel gestaltbare Finanzierungsalternative, die bei Investitionen finanziellen Spielraum zulässt, ohne die eigene Liquidität einzuschränken. Anders als beispielsweise bei einem klassischen Kredit lassen sich Leasingverträge zudem an die Wertentwicklung des Investitionsobjektes anpassen. Vertragslaufzeit und Höhe der Raten sind ebenso variabel wie das, was nach Vertragsende mit dem Leasingobjekt geschehen soll: z. B. Kauf des Objektes oder Verlängerung des Vertrags. Mit Blick auf die Objekte kann Leasing heute für fast alle Investitionsgüter genutzt werden, sei es für Mobilien, Immobilien oder immaterielle Wirtschaftsgüter wie Software. Ein weiterer Vorteil ist, dass Leasing gute Möglichkeiten bietet, immer auf dem neusten technischen Stand zu sein. Nach Ablauf des Leasingvertrags wird beispielsweise die Maschine oder IT-Hardware einfach durch die neueste Generation ersetzt.

Woran man ein qualifiziertes Leasingunternehmen erkennt

Leasinggesellschaften sollten sich durch ihre Branchenexpertise und ihre Kenntnis der Investitionsobjekte auszeichnen. Besonders bei komplexen Investitionsvorhaben oder bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle ist diese ganzheitliche Beratungskompetenz gefragt: Service- und Objektkompetenz, nachvollziehbare Abwicklungsprozesse, Herstellerauswahl sowie mögliche Versicherungsoptionen sind bei der Auswahl des passenden Leasinganbieters mit zu berücksichtigen.

Vorteile für Industrieunternehmen

Nicht jeder Hersteller für Investitionsgüter kann seinen Kunden auch eine eigene Finanzierungslösung umfassend oder generell anbieten. Hier können Kooperationsmodelle mit Leasinggesellschaften durchaus von Vorteil sein. Unternehmen wie die Deutsche Leasing kooperieren etwa mit Herstellern und Händlern aus verschiedensten Segmenten. So können die Hersteller und Händler ihren Kunden zum Beispiel Absatzfinanzierungen für ihre Objekte anbieten - sei es für Baumaschinen, Agrar- und Forsttechnik, Produktionsanlagen oder Informationstechnologie. Die Möglichkeit einer Händlereinkaufsfinanzierung erweitert zudem den finanziellen Spielraum für Händler, um das eigene Leistungsspektrum umfänglich, flexibel und unabhängig von Lieferanten oder Herstellern präsentieren zu können.

Leasing und Factoring für den Mittelstand

Dieter Behrens erklärt: „Beim Thema Factoring müssen wir fachlich unterscheiden. Wenn es um den Bereich Forderungsmanagement und Kreditversicherung geht, gewinnt Factoring als ergänzende oder alternative Finanzierungsform zunehmend an Bedeutung.“ Über diese ergänzende oder alternative Finanzierungsform, bei der Geldforderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen vom Faktor gekauft werden, erhält der Kunde zusätzliche Liquidität und Sicherheit bei Zahlungsausfall. Gleichzeitig könne das komplette Debitorenmanagement übernommen werden, so das Fazit des Experten. Insofern können Leasing und Factoring jeweils Bestandteile eines individuellen Finanzierungsmixes sein: Leasing, mit seinen gleichmäßigen Leasingraten und Factoring, mit dem sofortigen Mittelzufluss durch den Verkauf von Forderungen, bringen Kontinuität und Planbarkeit ins Unternehmen. 

Carsten Schmidt