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13:03 28.09.2018
Stimmiges Angebot: Professor Christian Scheiner leitet den Studiengang. Quelle: UNI

Der Masterstudiengang Entrepreneurship in digitalen Technologien (EdT) vermittelt dem Nachwuchs nicht nur technische Vertiefungen, sondern auch wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen, die unternehmerisches Denken und Handeln fördern. Perfekt, um ein eigenes Unternehmen zu gründen oder Leitungsaufgaben in bestehenden Unternehmen zu übernehmen. Denn genau darauf bezieht sich Entrepreneurship heutzutage.

Eine sehr gelungene Kombination

Einzelne Veranstaltungen des Instituts sind ebenfalls im Studiengang „Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Entrepreneurship“ der Technischen Hochschule eingebunden. Für Professor Christian Scheiner, Studiengangsleiter und Inhaber der Stiftungsprofessur für Entrepreneurship an der Uni Lübeck, Direktor des Instituts für Entrepreneurship und Business Development und Leiter der Gründungsberatung an der Uni ist das eine gelungene Mischung.

Mit dem Masterstudiengang und den Kursinhalten wird unternehmisches Denken und Handeln stärker im Curriculum verankert, sagt er.„Informatik mit Entrepreneurship zu kombinieren macht Sinn. Es war einfach stimmig, diesen Schwerpunkt ins Leben zu rufen“, sagt er.

Scheiner ist seit 2015 für den Studiengang an der Lübecker Uni zuständig. Die Forschungsschwerpunkte des gebürtigen Würzburgers liegen in den Bereichen Innovations- und Technologiemanagement sowie Entrepreneurship. Dort will er das Verständnis für menschliches Verhalten in innovativen Kontexten erhöhen. Die Forschung liegt damit an der Schnittstelle von Wirtschaftswissenschaft, Informatik und Psychologie. An der Universität zu Lübeck ist er der einzige Wirtschaftswissenschaftler und die Universität hat mit den Inhalten in vielen Bereichen Neuland betreten.

Einzigartiges akademisches Angebot

Mit der Ausrichtung des Masterstudienganges für Informatikstudierende gehen die Lübecker Hochschulen neue Wege. Ein Informatikstudiengang mit einer unternehmerischen Ausrichtung ist in Deutschland eine absolute Ausnahme. Die Universität nimmt hierbei eine Ausnahmestellung ein.

Mit dem Studiengang EdT werden Studierende angesprochen, die entweder selbst gründen wollen oder eine Führungsposition in bestehenden Unternehmen anstreben. „Es interessieren sich aber auch viele dafür, die wissen wollen, wie Unternehmen funktionieren“, sagt Stefan Becker, Studiengangskoordinator. Wichtig sei, dass es sich um einen Studiengang handelt, in dem der Schwerpunkt in der Informatik liegt und durch Entrepreneurshipinhalte erweitert wird, sagt Stefan Becker.

Großes Interesse – kleiner Fachbereich

Das Interesse ist zwar groß, der Fachbereich ist aber eher klein. Das mag auch an den strengen Zugangsbeschränkungen liegen. „Wir haben viele Interessenten, die nicht die Voraussetzungen für den Master erfüllen.“ Eine wichtige Akquisitionsquelle stellten Empfehlungen dar, sagt Scheiner.

Im Schnitt beginnen 15 Bachelorabsolventen von der Uni und acht von der Fachhochschule mit dem Masterstudiengang, sechs Studierende machten gerade ihren Abschluss.

Drei Basismodule mit erweiterten Grundlagen der praktischen, theoretischen und technischen Informatik sowie drei Vertiefungsmodule aus der Informatik und der medizinischen Ingenieurwissenschaft stehen bei dem EdT-Masterstudiengang auf dem Lehrplan. Dazu kommen vier noch unterschiedliche Module aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaften und Entrepreneurship. Im vierten Studiensemester steht für die Absolventen dann die Masterarbeit mit Kolloquium auf dem Plan, die thematisch im Bereich Informatik, medizinischer Ingenieurwissenschaft, Wirtschaftswissenschaften oder auch interdisziplinär dazwischen liegen kann.

So können sich die Studierenden auf Bereiche wie Ambient Computing, Cyber Physical Systems, Internet-Technologien, Sicherheit in IT oder medizinischer Bildgebung spezialisieren. „Es gibt eine große Freiheit für die Studierenden bei der Auswahl ihrer Fächerkombination“, sagt Stefan Becker.

Veranstaltungungen mit externen Partnern

Bei der Ausgestaltung der Veranstaltungen wird grundsätzlich viel Wert darauf gelegt, dass wissenschaftliche Inhalte sich mit praktischem Wissen verbinden und Studierende möglichst viele Impulse mitnehmen. So sind Expertinnen und Experten sowie Gründerinnen und Gründer in die einzelnen Veranstaltungen eingebunden. Diese kommen aus Schleswig-Holstein. Beispiele sind Flixbus, Dräger, Philips, Google, die MuK, die Sparkasse zu Lübeck, die IHK oder mymuesli. Denn ohne diese Partner funktioniere das Studienangebot nicht, meint er. „Impulse von außen sind wichtig.“ So kann es auch schon mal sein, dass MuK-Geschäftsführerin Ilona Jarabek eine Vorlesung vor den Studierenden hält oder ein Kurs aus einem gemeinsamen Projekte mit einer der Partner besteht.

Diese Veranstaltungen und auch andere Kurse können auch von Studenten aus anderen Fachbereichen besucht werden, die das Angebot gerne nutzen und so Zertifikate erwerben können. „Kurse wie Wirtschaftsrecht sind dann schnell mal überlaufen“, sagt Stefan Becker. Besondere Vorkenntnisse brauchen die angehenden Masterstudenten übrigens nicht, meint Christian Scheiner. "Sie müssen Interesse und Neugier mitbringen“, sagt er.

LN