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13:12 28.09.2018
Gestartet: Simon Behrendt hat nach der Uni gleich gegründet. Quelle: Olaf Mahlzahn

Der Studiengang EdT steckte quasi noch in den Anfängen, als sich der 27-jährige Lübecker entschloss, auch seinen Master an der Lübecker Uni zu machen. Das Umfeld kannte Simon Behrendt gut, denn schon seinen Bachelor in Medizinischen Ingenieurwissenschaft machte er in der Hansestadt. An dem EdT-Master reizte ihn besonders wirtschaftswissenschaftliche Teil. „Neben Naturwissenschaften haben mich Wirtschaftswissenschaften immer sehr interessiert. Ich habe damals schon mit dem Gedanken gespielt, selbst irgendwann zu gründen“, sagt Behrendt.

Dass der eigentliche Schwerpunkt auf Informatik lag, störte ihn nicht. Es sei für ihn keine große Hürde gewesen, meint der ehemalige Absolvent eines Wirtschaftsgymnasiums. „Ich habe mich privat viel damit beschäftigt und hatte daher genug Informatik-Grundlagen.“ Gefallen hat ihm auch die Größe des Studiengangs. „Ich fand es als Vorteil, dass es so wenige Studenten sind. Man kann einfach mit den Professoren ins Gespräch kommen und die persönliche Betreuung ist sehr gut.“

Schon während des Studiums wird er wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Entrepreneurship und Business Development von Professor Christian Scheiner. Dort war er dann auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter als Gründungsberater tätig, unterstützte Studierende, die mit dem Gedanken spielten, sich selbstständig zu machen und versorgte sie mit Informationen über das umfangreiche Thema.

Seinen Traum, selbst zu gründen, verwirklicht er dann gleich nach dem Studium. Das Wissen aus seinem Studium habe ihm dabei sehr geholfen, sagt Behrendt. „Allen, die mit dem Gedanken spielen zu gründen, kann ich es wärmstens empfehlen.“

Die Idee zu einer App, die er gemeinsam mit einem Freund entwickelte, gab den Ausschlag, sich selbstständig zu machen und ein Softwareunternehmen zu gründen. „Dyvr“ nennt sich die Virtual-Reality-Anwendung, mit der Architekten ihren Kunden ihre per CAD erstellten Modelle präsentieren können. So kann man einen virtuellen Spaziergang durch Gebäude machen, die noch gar nicht gebaut wurden. Hilfestellung bei der Gründung gab es für Simon Behrendt durch das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein, auf das er sich mit der App-Idee bewarb. Damit war den jungen Unternehmern für sechs Monate ein monatliches Gehalt von 1600 Euro pro Person und 5000 Euro an Sachleistungen sicher. Genug, um zu starten.

Auch nach der Förderungszeit haben die beiden jungen Firmengründer einiges zu tun. Heute vertreiben Behrendt und sein Geschäftspartner in der gemeinsamen Firma nicht nur die „Dyvr“-App, sondern entwickeln und konzeptionieren auch Apps im Kundenauftrag. „Das läuft gut“, sagt Behrendt. Trotzdem arbeitet er immer noch im Institut für Entrepreneurship und Business Development (IEBD). „Ich mache beides. Mein eigenes Unternehmen führen und nebenbei in Teilzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni arbeiten“, sagt Behrendt und unterstützt Startup Schleswig-Holstein.

In dem Netzwerk haben sich Hochschulen und hochschulnahe Einrichtungen des Landes Schleswig-Holstein sich zusammengetan, um gemeinsam im Netzwerk das Gründungsgeschehen im Lande weiter und zielgerichteter zu fördern. „Viele junge Gründer scheitern, obwohl sie eigentlich erste Gewinne machen“, erklärt Behrendt. Die Gründe für das Scheitern liegt oft in wachstums- und entwicklungsbezogenen Bereichen, sagt der junge Berater. Simon Behrendt und das Startup-Team am IEBD erstellen gerade Bedarfsanalysen, was junge Unternehmer genau brauchen und wollen daraus dann passgenaue Workshops konzipieren.

LN