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Die Wirtschaft Mitarbeiterbindung durch Treueprämien
Anzeigen und Märkte Die Wirtschaft Mitarbeiterbindung durch Treueprämien
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12:48 26.03.2018
Dennis Siggelow. Quelle: AGA
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Immer mehr Unternehmen haben Schwierigkeiten, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Doch was können Arbeitgeber tun, um geeignetes Personal zu gewinnen und auch langfristig im Unternehmen zu halten? Ein klassisches Mittel, über das gern versucht wird Anreize zu schaffen, sind zusätzliche Leistungen zum monatlichen Entgelt.

Rechtliche Umsetzung ist schwierig
Doch so einfach dies aus Arbeitgebersicht klingt, so schwierig ist die rechtliche Umsetzung. Einige Unternehmen versprechen ihren Beschäftigten beispielsweise eine Treueprämie, wenn sie zu einem bestimmten Stichtag noch im Unternehmen beschäftigt sind. Vielen Arbeitgebern ist dabei aber nicht bewusst, dass die Anwendung des Stichtagsprinzips unzulässig ist, wenn mit der Prämie gleichzeitig auch die Arbeitsleistung honoriert wird. Dies kann bereits angenommen werden, wenn der Arbeitgeber die Prämie „für die engagierte Mitarbeit“ oder „für den Beitrag zum Unternehmenserfolg“ verspricht. In diesem Fall hat der Arbeitnehmer auch bei vorzeitigem Ausscheiden einen Rechtsanspruch auf anteilige Zahlung der Prämie, da er bereits einen Teil der Prämie erarbeitet hat. Zulässig wäre hingegen eine Wartezeit von zum Beispiel sechs Monaten, nach der die Beschäftigten erst am Prämienmodell teilnehmen. Vereinbart werden kann auch, dass bei gerechtfertigter Entlassung oder unberechtigtem vorzeitigem Austritt des Arbeitnehmers keine Prämie anfällt. 

Eine Alternative zu Treueprämien stellen  Zielvereinbarungen dar. Hier wird der Arbeitnehmer nicht für seine Betriebstreue belohnt, sondern für die Erreichung konkreter Ziele. Die Zielerreichung kann vorwiegend vom Mitarbeiter allein abhängen (subjektive Ziele, zum Beispiel zurechenbarer Umsatz) oder von diesem nur sehr mittelbar beeinflusst werden (objektive Ziele, zum Beispiel Unternehmensgewinn). Ob auch in diesem Fall bei unterjährigem Ausscheiden ein anteiliger Prämienanspruch entsteht, hängt dann allein davon ab, ob die vereinbarten Ziele bereits ganz oder zumindest zum Teil erreicht wurden. 

Vor jeder beabsichtigten Sonderzahlung genau prüfen

Letztlich sind Arbeitgeber stets gut beraten, wenn sie vor jeder beabsichtigten Sonderzahlung sorgfältig den damit verfolgten Zweck und die daraus entstehenden Rechtsfolgen prüfen, um
nachteilige und nicht gewünschte rechtliche Risiken zu vermeiden.

Dennis Siggelow, Rechtsanwalt
AGA Norddeutscher Unternehmensverband
Großhandel – Außenhandel – Dienstleistung e. V.
Landesgruppe Schleswig-Holstein
Lindenallee 16, 24105 Kiel
Telefon: 0431 / 5402 88 -0
Telefax: 0431 / 5402 88 -289
dennis.siggelow@aga.de

Im AGA sind mehr als 3500 überwiegend mittelständische Groß- und Außenhändler sowie unternehmensnahe Dienstleister aus Norddeutschland organisiert. Der AGA unterstützt in Unternehmens- und Personalführung sowie in allen arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Fragen. Ferner vertritt der AGA die branchen- und firmenspezifischen Belange seiner Mitglieder gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.
www.aga.de

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