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14:02 28.09.2018
Ideen für den Norden: Das Umfeld stimmt, kreative Unternehmen erobern den Markt. Und machen ihn stark für die Zukunft. Quelle: Sdecoret/Fotolia

Ein breites Netzwerk mit vielen Beteiligten, eine große Zahl von Gründungen: Schleswig-Holstein ist gut aufgestellt für kreative Jungunternehmer.

Für dynamische, innovative Unternehmen mit geringem Startkapital bietet Schleswig-Holstein ein hervorragendes Umfeld. Bei der Gründungsintensität liegt unser Land unter den Flächenländern nach Hessen und Nordrhein-Westfalen an dritter Stelle. Insgesamt gab es 2017 im Land 12 100 Gründungen – wozu neben Start-ups allerdings auch die klassischen gewerblichen Gründungen zählen.

Maßgeblich für den Erfolg einer wachsenden Gründerszene in Schleswig-Holstein sei die Vernetzung mit allen relevanten Akteuren des Landes“, sagt Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz: „Nur in Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handwerkskammern, Wirtschaftsförderern, Clustermanagements, über Universitäten und Forschungseinrichtungen, Startups und bestehenden Unternehmen einschließlich der notwendigen Finanzierungsmöglichkeiten für Startups werden wir Schleswig-Holstein zum einem attraktiven Gründerland entwickeln.“

Ein wichtiger Schritt dabei sei die Förderung und Begleitung des Netzwerks „Start-up Schleswig-Holstein“, das mit 6,8 Millionen Euro aus dem Landesprogramm Wirtschaft gefördert wird. 18 Akteure – Hochschulen und hochschulnahe Einrichtungen – sind mittlerweile daran beteiligt. Sie bündeln ihre lokalen Aktivitäten und bauen diese weiter aus.

Zudem unterstützen das Land und andere Beteiligte junge Unternehmen mit einem ganzen Förderungspaket. So findet alle zwei Jahre ein Ideenwettbewerb statt, bei dem im Durchschnitt 40 bis 50 Geschäftsideen eingereicht werden. Teilnehmen können neben Teams und Einzelpersonen aus schleswig-holsteinischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen alle innovativen Köpfe mit einer besonders guten und innovativen Gründungsidee. Eine klassische Zuschussförderung verschiedener Beteiligter, für Hochschulabsolventen oder Studierende aus Schleswig-Holstein, die eine technologie- oder wissensorientierte Geschäftsidee entwickelt haben, ist das Gründungsstipendium S-H. Ziel ist, einen Businessplan zu erstellen. Als das für Start-ups geeignetste Finanzierungsinstrument gilt dagegen der Seed- und Start-up-Fonds II zur Finanzierung von innovativen Ideen. Aus ihm werden stille und offene Beteiligungen gewährt.

Aber damit nicht genug. Wer in unserem Bundesland ein kreatives Unternehmen auf die Beine stellen will, trifft auf eine fruchtbares Umfeld. Er kann sich etwa an zahlreiche erfahrene Gründungs- Coaches wenden, die jungen Unternehmen bei Finanzierung, Mitarbeitersuche und Marketing mit Tipps zur Seite stehen. Zudem gibt es Start-up-Programme wie das Innovation Lab, mit dem oft unterschiedliche Abteilungen zusammengebracht werden, um von diversen Expertisen zu profitieren, den Company Builder, mit dem neue Geschäftsideen auf den Weg gebracht werden. Oder den Accelerator, der externen Start-ups ermöglicht, an einem auf wenige Monate begrenzten Förderprogramm teilzunehmen.

Außerdem schaffen neue Formate wie die „Fuckup-Nacht“ der IHK Schleswig-Holstein, bei der jene Unternehmer, die mit Pauken und Trompeten gescheitert sind, ihre Erfahrungen weitergeben, ein zeitgemäßes Umfeld für die junge Gründer-Szene.

Aber bei aller Förderung wird oft eines vergessen: Eigentlich sind es die Existenzgründer selbst, die den Markt maßgeblich gestalten. Sie bieten neue Ideen, Lösungen und Produkte an. Sie formulieren neue Preise. Der so entstehende Wettbewerb verändert die Nachfrage.

Am Ende ist die Start-up-Kultur deshalb weit mehr als Selbstzweck. Sie treibt die gesamte Wirtschaft an.

Oliver Schulz