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Die Wirtschaft Mut zum Risiko
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14:56 16.03.2017

Mit dem Ende von 2016 hat sich ein von Umschwüngen gezeichnetes Schicksalsjahr verabschiedet. Der Brexit, eine oft hinterfragte Geldpolitik der EZB, anhaltende Flüchtlingswellen, gefolgt durch ein politisches Umdenken vieler Europäer, die sich Veränderungen – oder vielmehr einen anderen Status Quo wünschen, drückten dem Jahr ihren Stempel auf. Es war das Jahr der Rückkehr der German Angst.

Getrieben durch scheinbar blinde Euphorie, billiges Geld, Geldmassen in den Kassen der Versicherer und guten Zahlen der Wirtschaft machten sich Börsen weltweit trotz zahlreicher besorgniserregender Ereignisse auf zu immer neuen Höchstständen, legten beachtliche Jahresendrallyes hin, schafften es, aus Sorgen Hoffnung zu machen und erfolgreich über alles Negative hinweg zu leuchten. Sehr zur Freude vieler Anleger, die schon zu Beginn dieser Party investiert hatten. Doch Spaßbremsen und Freunde von Orakeln sehen schwarze Wolken am Anlegerhorizont. Schließlich haben ja auch die New England Patriots den Superbowl gewonnen – ein klares Indiz für ein gefährliches und verlustreiches Börsenjahr 2017?

Doch zurück zur Realität: Für Sparer war 2016 ärmlich, und 2017 droht ähnlich zu werden. Nullzinsen einerseits, Immobilen- und Börsenboom auf der anderen Seite rufen deshalb nun passive Anleger auf den Plan, und Sparer, die Anleger werden wollen, weil sie es satt sind, ihr Geld schwinden zu sehen. Allen stellt sich einmal mehr die Frage:

Wohin jetzt noch mit meinem Geld? Was ist noch nicht überkauft?

Die Meinungen darüber gehen so weit auseinander wie nur irgend möglich, eine klare Antwort gibt es nicht. Blasenbildung hier, entdeckt und davor gewarnt von Experte A, kollidiert mit entdeckter Riesenchance bei eben dieser vermeintlichen Blase und ausdrücklicher Kaufempfehlung von Experte B. Investoren stellen sich quälende Fragen: Ist der DAX jenseits der 12000 Punkte nun heiß gelaufen oder nicht? Sind Dividenden tatsächlich die „Zinsen 2.0“? Wird bei dieser Behauptung nicht der Ex-Dividende-Kurs vergessen? Wieviel Potential haben die Aktien der treibenden Konzerne Deutschlands noch – nach einer oben erwähnten Jahresendrallye 2016, die sich wahrlich sehen lassen konnte. Was ist mit Trump? War die Rallye nach seiner Wahl nur ein Strohfeuer? „Ja“, erklärte jüngst Klaus Kaldemorgen, Fondsmanager der DWS kürzlich in den einschlägigen Medien: „Meine Prognose: Noch im ersten Quartal dürfte die positive Aktientendenz kippen, die Kurse werden fallen.“ Im Falle einer Korrektur rät ein renommiertes Börsenblatt jedoch zum Kaufen. Fundamental stünden bei deutschen Aktien alle Zahlen und Zeichen auf grün. Gleichwohl gilt zu beachten: Aktien bieten hohe Gewinnchancen, sind dabei aber auch höchst spekulativ. Doch wer den richtigen Riecher hat, kann neben guten Zuwächsen auch mit jährlichen Dividendenzahlungen rechnen, die einem früheren Festzinsniveau in nichts nachstehen.

Inzwischen ist der Preiskampf über Immobilien der B-Kategorie entbrannt. Geht das in Anbetracht des Niedrigzins und Wohnraummangel so weiter? Das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) konstatiert, dass die Preise für Immobilien 2016 in Deutschland zum zwölften Mal in Folge gestiegen seien, und zweitens sich trotz dieser Entwicklung noch immer keine Blasenbildung abzeichnet, da „durch den Niedrigzins begünstigt, Betongold noch immer ein flächendeckender Trend ist“.Einen Rückgang der Nachfrage und damit der Preise sieht das IW nicht: „Der deutsche Immobilienmarkt ist gesund“, heißt es aus Köln.

Und was ist mit Rohstoffen? Sicher, Gold ist immer ein Investment wert. Allerdings „nur bis zu zehn Prozent der gesamten Anlagesumme,“ sagt Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse der Baader Bank. Der Preis des Edelmetalls steigt seit eh und je, ist dabei aber extrem volatil. Und es bringt außer Kursgewinnen keine Rendite, liegt nur still herum. „Gold und Silber sind ein Must-have. Weil die Schulden weiter steigen und die Zinsen unten bleiben, ist der Sachwert Gold auch künftig gefragt.“

Eine Meinung, die auch die beiden Honorar-Berater Marc Friedrich und Matthias Weik teilen. Um Sachwerte einem breiteren Publikum zu eröffnen, haben sie gemeinsam mit der Solit-Gruppe nun den weltweit ersten Sachwert-Fonds als Waffe gegen den Verfall althergebrachter Finanzkonstrukte initiiert. Investieren in Sachwerte, ohne sie tatsächlich zu besitzen – klingt paradox, ist aber durchaus sinnvoll. Schließlich kann und will nicht jeder einen eigenen Acker besitzen, möchte aber dennoch an seiner Wertstabilität partizipieren. Mit Edelmetallen wie Gold, Silber und Diamanten, verwahrt bei der Donner & Reuschel Privatbank, Ackerflächen, Immobilien, konventionellen Aktien sowie Aktien von Minenunternehmen, gebündelt zu einem Fond, alles geprüft und zugelassen von der Bafin. Wer streut, rutscht nicht aus – gemäß diesem einfachen und bewährten Grundsatz erfolgt die Investition in ein eng aufeinander abgestimmtes Sachwerte-Portfolio. Sachwerte gut und schön. Aber als Derivat? Ist man doch trotz aller guter Absichten des Werterhalts noch immer Kursschwankungen des Underlyings ausgeliefert. Und es bedarf immer einer Plattform zum Handeln – die es im schlimmsten Fall vielleicht gar nicht mehr gibt. Ansichtsache.

Wie auch immer – Diversifikation ist das Stichwort. Dann klappts auch mit dem Werterhalt. (Wobei: Bei einem Einschlag des Halleyschen Kometen hätte auch sie nichts genützt.)   •

Fabian Joeres

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