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Die Wirtschaft Pioniere des Wandels
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18:29 22.06.2017
Quelle: Fotos: Max Krasnov, Adaptice Photography/ Fotolia, Collage: Anne Fidelak
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Die Digitalisierung verändert unser komplettes Leben – im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen, im politischen und persönlichen Bereich. Sie ist alles andere als ein unbedeutender Prozess:

Diese Umwandlung wird etwa mit der Industrialisierung vor 200 Jahren verglichen – oder auch mit der Erfindung des Buchdrucks. Sicher ist: Wir können davon in vielen Bereichen profitieren.

Vor allem in der Wirtschaft. Digitale Techniken verändern die regionale Industrie, sie krempeln Handel und Handwerk in unserer Heimat von Grund auf um. Sie transformieren die gesamte Strategie, die Struktur und Kultur, die Prozesse in Unternehmen. Neue Chancen sind damit verbunden – und auch neue Herausforderungen.

So verkürzen moderne Kommunikationsmethoden jetzt schon branchenübergreifend die Wege zwischen und innerhalb von Unternehmen, ungeahnte Möglichkeiten haben sich sich für das Marketing in Internet und sozialen Medien eröffnet. Neue Technologien revolutionieren die Produktion in Industrie und Handwerk.

Die digitale Umwälzung bedeutet einen Wandel des bestehenden Verständnisses von Kunden, Geschäftsbeziehungen und Wertschöpfungsketten. Und der ist grundlegend: Alles wird anders.

Vor diesem Hintergrund wird die schleswig-holsteinische Wirtschaft schon lange von der Politik unterstützt. Digitalisierung ist ein Schwerpunkt der Landesentwicklungsstrategie der noch amtierenden Regierung. Sie hat eine Agenda entworfen, die wesentliche Bausteine der Digitalisierung vorantreiben soll – die Strategie umfasst die Bereiche digitale Infrastruktur, E-Government und Transparenz, Wirtschaft im digitalen Zeitalter, Medienkompetenz und Teilhabe, Lernen bis hin zu Digitalisierung im Wissenschaftsbereich sowie Governance und Wandel der Gesellschaft.

Und bei der für diese historische Transformation unabdingbare Infrastruktur kann Schleswig-Holstein jetzt schon als Vorreiter gelten. Das Kieler Konzept ist bundesweit bislang einmalig. Richten der Bund und die anderen Bundesländer ihre Politik auf konkrete Bandbreiten aus, so sieht diese Agenda ein „angepasstes“

Vorgehen vor. Ziel ist es, bis 2030 flächendeckend Glasfaseranschlüsse in jedem Haushalt oder zumindest in jedem Gebäude verfügbar zu machen.

Aber vor allem haben die norddeutschen Unternehmen die Zeichen der Zeit schon lange erkannt. Industrie und Handel sind auf den Weg in die Zukunft aufgebrochen – und profitieren jetzt bereits davon.

„Das Thema Digitalisierung gewinnt an Bedeutung“, sagt Christian Wegener, zuständig für IT bei der IHK zu Lübeck. Mittelständische Betriebe hielten sich allerdings noch zurück.

Dabei haben digitale Techniken und Werkzeuge in den Handwerksbetrieben in der Region jetzt schon viele Arbeiten übernommen. Das Interesse steige stetig, sagt Wolfram Kroker, Beauftragter für Innovation und Technologie (BIT) bei der Handwerkskammer Lübeck. Allein die kleineren Handwerksbetriebe ringen mit den Anschaffungskosten und der Finanzierung von neuen technisch hochgerüsteten Maschinen.

Fachleute wie Kroker helfen den Betrieben in diesem Prozess. Digitalisierungsexperten von IHK und Handwerkskammer beraten die Unternehmen in unserem Bundesland, organisieren Messen und Infoveranstaltungen und geben Tipps, welche Prozesse sich wie digital optimieren lassen. Nur selten müssen sie heute noch grundsätzlich mahnen, die neuen Technologien nicht zu verschlafen.

Zumal der Nachwuchs täglich beweist, wie rasant der Wandel vonstatten geht. So sind in den Berufschulen CNC-gesteuerte Maschinen, und Labore weit verbreitet. Digitales Lernen in Schulen, Universitäten und während des Berufs wird immer wichtiger, um in der schnelllebigen Welt der wettbewerbsfähig zu bleiben und IT-Fachkräfte zu sichern.

In den Verwaltungen werden unterdessen zentrale Infrastrukturdienste entwickelt, die den Kommunen vom Land zur Verfügung gestellt werden sollen. Digitale Poststellen, elektronische Akten, direkte Bürgerbeteiligung, elektronische Bezahlmöglichkeiten und ein digitales Bürgerkonto sollen dabei helfen. Ziel ist es, dass jedes Unternehmen sein Servicekonto hat, mit dem es online alles im Handumdrehen erledigen kann. Ebenso stellen sich die Geldinstitute den Herausforderungen der Zeit.

Aber besonders im Bereich des Marketings bietet die Digitalisierung große Chancen. Und das über alle Branchen hinweg. Guerilla- Marketing etwa ist eine Technik, um mit geringen finanziellen Mitteln eine erhebliche werbeträchtige Aufmerksamkeit zu erzielen. Vor allem die kleineren Unternehmen in der Region setzen deshalb gern darauf.

Gleichwohl gibt es trotz aller Chancen und Perspektiven natürlich immer noch viele Betriebe und Unternehmer, die den Wandel fürchten. Manche Menschen fragen sich auch, ob ihr Arbeitsplatz oder ihre Lebensgewohnheiten in Gefahr sind. Doch Tatsache ist: Mit der Digitalisierung verhält es sich wie mit allen Veränderungen. Es gibt Gewinner und Verlierer. Gewinnen werden die, die ganz vorne mit dabei sind.

Und deshalb ist entscheidend: keine Angst vor Veränderung zu haben. Damit Schleswig-Holstein ein digitaler Vorreiter bleibt.   •

Oliver Schulz

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