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18:15 23.11.2017
Kranker Mitarbeiter: Betriebliches Gesundheitsmanagement ist noch wenig verbeitet. Quelle: BILLIONPHOTOS.COM/FOTOLIA
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Ärztliche Untersuchungen, gesundes Essen, Betriebssport: Bundesweit investieren rund 65 Prozent aller Unternehmen in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Häufigste Maßnahmen sind allgemeine Gesundheitsprüfungen durch den Betriebsarzt (29 Prozent), gesunde Kost in der Kantine (27 Prozent) oder Augenuntersuchungen (22 Prozent). Ein spezielles Betriebssportangebot leisten sich 18 Prozent aller Firmen, in lediglich 16 Prozent der Betriebe gibt es einen Gesundheitsbeauftragen.

„Gesundheitsfördernde Maßnahmen sind nicht teuer und können steuerlich abgesetzt werden.“

Dr. Gerd Herold

Arbeitsmediziner der pronova BKK

Nur jeweils 13 Prozent aller Arbeitgeber, davon in erster Linie Großunternehmen, bieten spezielle Beratungsangebote zur Bewältigung von Stress oder psychischen Problemen an. Lediglich acht Prozent setzen auf Burnout-Prävention. Jeder dritte Betrieb in Deutschland hat bisher kein einziges gesundheitsförderndes Angebot für seine Mitarbeiter implementiert. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage „Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016“, an der im Auftrag der pronova BKK 1660 Arbeitnehmer aus Deutschland teilnahmen.

„In vielen Unternehmen haben sich offenbar die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements noch nicht herumgesprochen“, kommentiert Dr. Gerd Herold, Arbeitsmediziner der pronova BKK die Studienergebnisse. Dazu gehört die Prävention und Vermeidung arbeitsbedingter körperlicher Beschwerden, von denen laut Studie zwei Drittel der Arbeitnehmer betroffen sind. Diese Leiden, darunter Rückenschmerzen und Verspannungen, führen häufig zu krankheitsbedingten Ausfällen, die auch die Unternehmen schmerzlich zu spüren bekommen. Umgekehrt erhöhten die Gesundheit und Motivation der Mitarbeiter ihre Leistungsfähigkeit.

Ein aktives Gesundheitsmanagement findet derzeit vor allem in Großunternehmen statt, wie die Studie zeigt. Fünf von zehn Firmen mit 500 bis 1000 Mitarbeitern haben gesundheitsfördernde Maßnahmen im Programm. Weniger erfreulich ist das Bild bei kleinen und mittelständischen Betrieben. Nicht einmal die Hälfte aller Unternehmen zwischen 10 bis 50 Angestellten setzt auf gesundheitsfördernde Maßnahmen (44 Prozent), bei Firmen unter zehn Mitarbeitern ist es gerade einmal jedes vierte Unternehmen, das in die Gesundheit seiner Belegschaft investiert (27 Prozent). Herold: „Vor allem mittelständige Unternehmen können aus unseren Ergebnissen lernen. Durch Gesundheitsaktionen für die Belegschaft profitieren sowohl die Mitarbeiter als auch die Firma. Solche Maßnahmen sind zudem nicht teuer und können steuerlich abgesetzt werden.“

Gesundes Essen, Massagen oder Fitnesscenter: Für diese gesundheitsfördernden Angebote würden die meisten Angestellten selbst anteilig oder ganz aufkommen, wie die Studie zeigt. Jeder zweite Angestellte in Deutschland würde sich an den Kosten für Entspannungsmassagen zum Stressabbau und zur Linderung von Nacken- und Rückenschmerzen beteiligen, 63 Prozent aller Arbeitnehmer würden regelmäßig ins Fitnessstudio gehen, wenn ihr Unternehmen die Kosten für die Mitgliedschaft zumindest anteilig übernähme. „Angebote zur Gesundheitsförderung müssten nicht vollständig kostenlos sein, was viele Unternehmen befürchten, sondern könnten modular und in Kooperation mit örtlichen Dienstleistern angeboten werden“, so Herold. Die positiven Effekte wären seiner Meinung nach unbezahlbar.

„Wenn nur ein Teil der interessierten Mitarbeiter die Angebote nutzt, würden Leistungsfähigkeit und Motivation der Belegschaft deutlich steigen.“

Fest steht: Mit einem engagierten Gesundheitsmanagement würden die Unternehmen auf große Resonanz bei ihren Mitarbeitern stoßen. Laut Studie sind 95 Prozent der Befragten „gesundheitsbewusst“

und tun auch in ihrer Freizeit etwas, um leistungsfähig zu bleiben. So achten 60 Prozent der Angestellten auf ausreichend Schlaf, für über die Hälfte ist gesunde Ernährung wichtig. Fast jeder Zweite kann sich für Spaziergänge begeistern. „Mit einem Gesundheitsförderungsprogramm ließen sich diese positiven Tendenzen unterstützen und gleichzeitig auch Sportmuffel für körperliche Aktivitäten begeistern“, folgert Herold.

LN

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