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BALTIKUM Dauerhaft attraktiv

Die Länder des Baltikums zählen zu den dynamischsten Volkswirtschaften der EU. Auch bei deutschen Unternehmern sind Estland, Lettland und Litauen sehr beliebt.

 

 

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Kohleverladung im Hafen von Riga.

Quelle: Fotolia / Igor Groshev

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Thomas Nielsen bereut seine Entscheidung nicht, in Estland eine Firma gegründet zu haben. Der Geschäftsführer der schleswig-holsteinischen Firma „Yachtsport Eckernförde“ ist seit 2007 auch in Estland geschäftlich tätig. „Von Beginn an zeigte sich, dass man mit den Esten sehr gut zusammenarbeiten kann. Man ist dort sehr deutsch, denkt und handelt in vielen Dingen wie wir“, sagt Nielsen. In diesem Jahr hat er eine Werft in Estland übernommen, beschäftigt 20 Mitarbeiter und lässt dort Luxussegelyachten bauen. „Ich habe die Esten als sehr zuverlässig, ehrlich, bescheiden und sehr offen kennen gelernt. Außerdem hat man als ausländischer Investor dieselben Rechte wie Esten. Das ist sehr positiv.“

Auch andere deutsche Unternehmer schätzen die baltischen Staaten. Bei der Konjunkturumfrage der Deutsch-Baltischen Außenhandelskammer (AHK), bei der im Frühjahr dieses Jahres 114 deutsche Firmen in Estland, Lettland und Litauen befragt wurden, bekamen die drei Länder des Baltikums wie in den Jahren zuvor gute Noten. Die Mehrheit der Unternehmer erwarten steigende Umsätze, neun von zehn würden sich erneut für den Standort entscheiden. Im Vergleich zu Befragungen in anderen Ländern in Mittel- und Osteuropa, die im selben Zeitraum befragt wurden, belegen die drei baltischen Staaten die ersten drei Plätze.

„Besonders erfreulich ist das langjährige Bekenntnis unserer Mitglieder zu den baltischen Staaten“, sagt AHK-Präsident Thomas Schöllkopf. „Das zeigt uns, dass Estland, Lettland und Litauen attraktiv für langfristige Investitionsprojekte sind.“ Die deutschen Unternehmer haben besonders die Zahlungsdisziplin, die Qualifikation der Arbeitnehmer, die akademische Ausbildung und die Rechtssicherheit sowie die Qualität und Verfügbarkeit von Zulieferern als Standortfaktoren hervorgehoben. „Estland, Lettland und Litauen haben die Maastricht-Vorgaben erfüllt und sind Mitglieder der Eurozone – und das, obwohl sie erst 2004 EU-Mitglieder wurden“, sagt Schöllkopf. „Das ist eine beeindruckende wirtschaftliche Leistung und in Verbindung mit niedrigen Lohnkosten eine äußerst attraktive Chance für deutsche Investoren.“ Wachstumsbranchen im Baltikum seien laut AHK besonders Informations- und Kommunikationstechnik, Nahrungsmittelverarbeitung, Energieeffizienz, Chemische Industrie, Transport und Logistik, Biotechnologie.

„Wirtschaftliche Beziehungen zwischen Estland und Lettland mit Norddeutschland haben eine lange Tradition und werden durch historisch-kulturelle Beziehungen verstärkt“, sagt Lars Björn Gutheil, stellvertretender Geschäftsführer der AHK und meint damit die Nähe zur Ostsee sowie frühere Handelsbeziehungen zur Zeit der Hanse. „Aber auch Litauen hat eine enge Bindung an Deutschland, und es bestehen zahlreiche Bindungen zu Unternehmen im deutschen Norden. Potenzial zu einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit gibt es etwa in den Bereichen Windenergie und Hafenwesen, Landwirtschaft, aber auch Maschinenbau und Metallbearbeitung.“

Deutsche Unternehmen exportieren nach Lettland vor allem Elektrotechnik und Elektronik, Fahrzeuge und Fahrzeugteile, Maschinen und Ausrüstungsgegenstände, Nahrungsmittel sowie chemische Erzeugnisse. Exportgüter aus Lettland sind in erster Linie Holzprodukte, Fahrzeugteile sowie Metallwaren. Aus Schleswig- Holstein wurden im vergangenen Jahr Waren im Wert von rund 140 Millionen Euro in die Länder des Baltikums exportiert, den Hauptanteil daran haben die Länder Estland und Litauen.

Es gibt aber auch Probleme in den Ländern an der Ostküste der Ostsee. Nach Angaben von Germany Trade & Invest (GTAI), der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland, gibt es auch eine Kehrseite des schnellen, wirtschaftlichen Wachstums. So seien die Expansionsmöglichkeiten für Unternehmer durch den immer stärkeren Fachkräftemangel eingeschränkt. Außerdem sei besonders in der Verarbeitung von Agrar- und Forsterzeugnissen sowie in der Textilindustrie kräftige Lohnsteigerungen zu verzeichnen.

Dazu leidet die Wirtschaft der baltischen Staaten unter den EU-Handelssanktionen gegenüber Russland. „Betroffen ist insbesondere der landwirtschaftliche sowie der Nahrungsmittelsektor. Unternehmen, die Geschäfte in Russland gemacht haben oder Dienstleistungen für russische Unternehmen erbracht haben“, sagt Gutheil.   •

Hannes Lintschnig

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