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Ein Erfolgsmodell aus der Hansestadt

BIRGROUP Ein Erfolgsmodell aus der Hansestadt

Noch in diesem Jahr ist der Baubeginn geplant: Ein 4000 Quadratmeter großer Verwaltungstrakt und Hallen mit einem Umfang von 2500 Quadratmetern sollen in Lübeck-Genin auf Grundstücken von über 15 000 Quadratmetern entstehen. Atilla Karka, Chef der Birgroup, erklärt das Erfolgskonzept hinter seinem Unternehmen.

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Atilla Karka ist in Lübeck geboren und aufgewachsen. Hier hat er eine steile Karriere hingelegt — und sich buchstäblich vom Tellerwäscher hinaufgearbeitet. Und hier investiert er weiter.

Quelle: Olaf Malzahn

Das Bekenntnis zur Hansestadt ist eindeutig: „Wir werden am Standort Lübeck bleiben“, sagt Atilla Karka, geschäftsführender Gesellschafter der Birgroup. „Ein Wechsel kommt für uns nicht in Frage, obwohl es durchaus interessante Alternativen gibt. Im Gegenteil, wir werden hier expandieren.“

Die auf die Reinigung von Industriebetrieben der verarbeitenden Lebensmittelbranche spezialisierte Birgroup plant einen Geschäftsneubau im Stadtteil Genin, in unmittelbarer Nähe zur Autobahnauffahrt A 20. Der Baubeginn soll noch in diesem Jahr erfolgen. Der aktuelle Standort platzt mit einer Nutzungsfläche (Büro und Lager) von 1200 Quadratmetern auf 3500 Quadratmetern Land aus allen Nähten. 80 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

Der geplante Neubau in Genin bietet auf rund 4000 Quadratmetern Platz für den kompletten Verwaltungsapparat. Eine Halle mit Technikzentrum, Lager und Schulungszentrum befindet sich ebenfalls in der Planung. 7 Millionen Euro investiert die Birgroup.

Unter der Dachmarke Birgroup sind vier eigenständige und spezialisierte Unternehmen (Birfood, Birpersonal, Birsafety, Kaboclean) angesiedelt, die mit einem flächendeckenden Niederlassungsnetz und rund 4200 Mitarbeitern effiziente Konzeptlösungen für die Bereiche Industriereinigung, Unterhaltsreinigung, Facilitymanagement, Personalservice und Sicherheitsdienste anbieten.

Eine fünfte Sparte ist gerade hinzugekommen. Über Bircontract werden Werkverträge mit den produzierenden Firmen geschlossen, die in den Bereichen Schlachten und Zerlegen aktiv sind. Bircontract ist außerdem für Kommissionierungsarbeiten und diverse Produktionstätigkeiten zuständig.

Ein weitere Sparte ist derzeit im Aufbau: die Komplettbelieferung von Verbrauchsmaterial im Bereich der Produktion im Lebensmittelbereich — von der Schraubenmutter bis hin zu Schmierfetten. In diesem Bereich wurden langjährige Geschäftskontakte genutzt, um große Auftragsvolumina zu ermöglichen. 30 Kunden sollen es im ersten Geschäftsjahr werden, 300 im dritten Jahr.

Die Geschichte der Birgroup begann mit Karkas Einstieg in ein Lübecker Unternehmen für Industriereinigung. Als er dort im Jahr 2003 Geschäftsführer wurde, hatte es einen Jahresumsatz von 5,5 Millionen Euro. Im Jahr 2006 wurde er Gesellschafter der Firma. Als er sie Ende 2008 übernahm und ihr den Namen Birfood gab, hatte sie laut Karka bereits einen Umsatz von knapp unter 30 Millionen pro Jahr.

Der Gewinn der gesamten Birgroup lag 2013 bei über zwei Millionen Euro. Für 2014 rechnet Atilla Karka 2014 mit einem Umsatz von über 70 Millionen Euro. Sein ehrgeiziges Ziel ist es, den Umsatz bis 2020 auf 100 Millionen zu schrauben.

„Wir haben in Lübeck eine gute Basis aufgebaut, sind ein gesundes Unternehmen“, sagt Karka. Das sei auch ein Grund für seine Standortentscheidung.

Heute betreut allein Birfood rund 350 Betriebe in den Bereichen Reinigung und Hygiene für Lebensmittelindustrie und ist damit mit deutlichem Abstand Marktführer in Deutschland. Die Mitarbeiter sorgen dafür, dass die strengen Hygieneauflagen in der verarbeitenden und produzierenden Lebensmittelindustrie eingehalten werden können. Und dafür werden erfahrene und hochqualifizierte Fachkräfte benötigt. Neben einem erfolgreichen und prämierten Ausbildungsmodell setzt Birfood auch sonst auf sein Mitarbeiterkapital. So bietet das Unternehmen ausländischen Mitarbeitern kostenlose Sprachkurse an und hilft auch bei der Wohnungssuche oder der Betreuung der Kinder. „Wir wollen unsere qualifizierten Objektleiter selbst aufbauen und an unser Unternehmen binden“, sagt Karka. „Dieses Konzept ist eine Investition in die Zukunft.“

Aber trotz des klaren Bekenntnisses zu Lübeck scheut Karka sich auch nicht vor deutlicher Kritik: „Ich fliege jede Woche ab Hamburg nach Frankfurt, nach München, nach Stuttgart oder Nordrheinwestfalen. Es würde die Effektivität meiner Arbeit steigern und meine Lebensqualität fördern, wenn ich ab Lübeck fliegen könnte.“ Die logistische Anbindung sei für alle Unternehmen wichtig, deshalb brauche die Hansestadt Lübeck einen Flughafen mit guten Verbindungen.

Aber nicht nur geschäftlich, auch persönlich hat der Chef der Birgroup einen engen Bezug zu Lübeck: „Ich bin hier geboren und aufgewachsen, meine Familie ist hier fest verwurzelt. Ich habe ein Lübecker Unternehmen übernommen, und das soll auch so bleiben. Ich bin gern in Lübeck“, betont Karka der mit seiner Frau Sengül und den drei Kindern in der Hansestadt lebt.

Sein ganzer Lebensweg ist eng mit der Hansestadt verbunden. Hier hat Atilla Karka eine Traumkarriere à la Hollywood hingelegt. Und hier hat er sich vom Tellerwäscher zum geschäftsführenden Gesellschafter der Lübecker Birgroup hochgearbeitet. Mit seiner Frau Sengül leitet er heute die Geschicke eines modernen Unternehmens und macht Millionenumsätze. Karka ist ein Arbeitstier, das Handy immer in Reichweite, häufig auf Geschäftsreise und dabei in ständigem Kontakt zu seiner Firma und für seine Kunden erreichbar.

Und jetzt freut er sich auf das neue Projekt: „Der Neubau in Genin ist eine große Geschichte. Und ich freue mich auf jeden einzelnen Zwischenschritt.“        

Heiko Pump

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