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FEHMARNBELT Fahrt für die Region

Das „Ja“ des Folketing zur Beltquerung bestätigt die geplante deutsch-dänische Verbindung. Als eines der ersten realen Projekte in der Hanseregion wurde jetzt das Fehmarnbelt- Ausbildungsbüro eröffnet.

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Pia Zinck stammt aus Nakskov in Dänemark. Die 18-Jährige plant, ihre Köchinnenausbildung im Niendorfer SeeHuus Hotel 2018 abzuschließen.

Mit großer Mehrheit haben die dänischen Fraktionen im Folketing Anfang März bestätigt, dass sie nach wie vor zum Bau des Milliardenprojekts Fehmarnbelttunnel stehen. Zugleich hat man Femern A/S das Mandat erteilt, die bevorzugten Bieter für die Hauptbauverträge bekannt zu geben. Bis spätestens Mai sollen nun sogenannte bedingte Verträge abgeschlossen werden. Dies bedeutet, dass endgültige Bauverträge mit den ausgewählten Tunnelbau-Konsortien unterschrieben werden, doch die Bauarbeiten können erst beginnen, wenn die deutsche Baugenehmigung vorliegt. Die Verträge sind bis Ende 2019 gültig, danach besteht die Möglichkeit zur Neuverhandlung.

„An die hiesigen Unternehmen, die ihr Handeln auf den entstehenden Tunnel und dessen Bau ausgerichtet haben, ist dies ein bedeutendes Signal. Denn verbunden mit dem Auftrag wird spätestens im Mai feststehen, welche Unternehmen mit dem Bau der einzelnen Tunnel-Lose betraut sein werden“, sagt Siegbert Eisenach, Chairman des Fehmarnbelt Business Councils (FBBC). Für Unternehmen in der Fehmarnbelt-Region ergäbe sich daraus ein deutlich konkreteres Bild der Teilhabemöglichkeiten am Bauprozess.

Die IHK zu Lübeck sieht das dänische Votum als wichtiges Zeichen für die positive Entwicklung Nordeuropas. Mit der zeitgleichen Veröffentlichung der bevorzugten Bieter-Konsortien stünden jetzt auch für die Unternehmen im HanseBelt die Ansprechpartner zur Anbahnung konkreter Geschäftskontakten fest, so Präses Friederike C. Kühn.

Für Ausbildungsbetriebe in der Fehmarnbeltregion bietet die Nachbarschaft zum Königreich Dänemark bereits jetzt schon zahlreiche Chancen. So eröffnete im März in Lübeck das Fehmarnbelt-Ausbildungsbüro, das von der Handwerkskammer Lübeck (HWK) und der IHK zu Lübeck getragen wird. Weitere Unterstützer des Projektes sind die Agentur für Arbeit Lübeck, die dänischen Jobcenter Lolland und Guldborgsund sowie das Zentrum für berufsorientierte Ausbildungen Lolland Falster (CELF).

Der Ausbildungsmarkt in Deutschland und Dänemark ist äußerst gegensätzlich: „Während in Deutschland das Angebot an Ausbildungsstellen die Zahl der verfügbaren Bewerber übersteigt, gibt es in Lolland Falster zu wenig Ausbildungsplätze“, so Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in der Hansestadt. Auf dänischer und deutscher Seite besteht also Interesse, einen grenzübergreifenden Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in der Fehmarnbeltregion aufzubauen.

Mit Hilfe des Fehmarnbelt-Ausbildungsbüros können junge Dänen den praktischen Teil ihrer Ausbildung in deutschen Betrieben der HWK und der IHK absolvieren. Die Theorie ihres Berufes erlernen sie weiterhin in bis zu dreimonatigen Berufsschulblöcken in Dänemark. Das Ausbildungs-Konstrukt betrifft künftige Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Kaufleute im Einzelhandel, Maurer, Metallbauer und Köche.

Während der Praxisphasen in der Bundesrepublik erhalten die Absolventen eine Vergütung vom deutschen Ausbildungsbetrieb, der an das Entgeld hiesiger Ausbildungen angelehnt ist.

Alexandra von Oven-Bartsch, Hoteldirektorin des SeeHuus Lifestyle Hotels in Timmendorfer Strand/Niendorf, beschäftigt bereits seit der Testphase des Fehmarnbelt-Ausbildungsbüros zwei angehende Köchinnen aus Dänemark in ihrem Betrieb. „Das Fehmarnbelt-Ausbildungsbüro ist sehr gut gesteuert“, sagt sie. „Wir würden jederzeit wieder an dem Projekt teilnehmen. In Küche oder Service könnten wir gut noch weitere ein bis zwei Dänen ausbilden.“

Auch die beiden jungen Däninnen sind zufrieden mit ihrer Entscheidung, die Kochausbildung in einem deutschen Hotel zu absolvieren — obwohl der Ausbildungssold im Königreich nach Auskunft der jungen Frauen „dreimal so hoch“ ist. „In Deutschland erfährt man viel Unterstützung, das gefällt mir“, sagt Mai Britt Sørensen, die ihre Kochausbildung voraussichtlich im Sommer 2017 abschließen wird. Ein Jahr später wird auch ihre Kollegin, Pia Zinck, fertig sein. Die beiden schmieden bereits gemeinsame Zukunftspläne: „Wir bleiben in Deutschland und eröffnen gemeinsam ein Restaurant.“

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Von Jessica Ponnath

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