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SUCHMASCHINENOPTIMIERUNG Finden und gefunden werden

Der Begriff ist sperrig – das Prinzip aber mit etwas Übung leicht umsetzbar: Search Engine Optimization, kurz SEO, ist für jeden Unternehmer unerlässlich.

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Um den Website-Traffic, also die Klicks, zu erhöhen sind themenspezifische Keywords nützlich.

Quelle: Fotos: Rawpixel.com, Jakub Jirsak / Fotolia

Wer früher als Unternehmer gefunden werden wollte, setzte auf das Telefonbuch, die Gelben Seiten oder Branchenbücher. Heute hat das Internet diese Funktion übernommen. Die am häufigsten genutzte Anwendung im Web sind Suchmaschinen – und wer heute von seinen Kunden oder Geschäftspartnern gefunden werden möchte, der muss leicht auffindbar sein. Das heißt: soweit oben wie möglich in den Suchergebnissen der Suchmaschine ranken. Und zwar am besten bei Google. Denn mit einem Marktanteil von über 90 Prozent ist Google der Platzhirsch in Sachen Suchmaschine, so dass man bei der Suchmaschinenoptimierung die anderen Anbieter getrost vernachlässigen kann.

Die meisten Menschen schlagen heute mehrmals am Tag etwas online nach: Sie suchen nach neuen Produkten, recherchieren nach einem Umzugsunternehmen in der Umgebung, nach einem Schlüsseldienst in der Heimatstadt, nach dem Weg von A nach B oder aber danach, was man bei einem Kofferkauf beachten sollte und welche Sitzplätze im A380 die besten sind.

Doch – und auch das kennen Viele wahrscheinlich aus eigener Erfahrung – die meisten User durchforsten nur die erste Seite der Ergebnisse, die die Suchmaschinen liefert. Und auch auf dieser Seite verharren viele im oberen Bereich, wie eine Statistik des Unternehmens Caphyon aus dem Jahr 2014 zeigte: Ein Drittel der Internetbenutzer klickt auf das erste Suchergebnis, nur noch 14 Prozent auf das zweite Suchergebnis. Platz drei erhält noch nicht einmal zehn Prozent der Klicks und die Plätze sechs bis zehn ganze 3,73 Prozent.

Was deutlich zeigt: Wer über Suchmaschinen gefunden werden möchte, sollte bei den entsprechenden Suchanfragen auch so weit wie möglich oben auffindbar sein. Und zwar auf der ersten Suchergebnisseite.

Die erste Suchergebnisseite ist sozusagen die Fußgängerzone, die A-Lage in der Innenstadt. Und der obere Teil der ersten Seite ist die A-Lage in der A-Lage – der beste Platz, an dem keiner vorbeikommt.

Und deshalb kommt auch niemand, der mit seiner Webseite im Internet gefunden werden möchte, an Suchmaschinenoptimierung – kurz SEO (Search Engine Optimization) – vorbei. Denn nur mit einer konsequenten Suchmaschinenoptimierung schafft man es bei den relevanten Suchbegriffen auf die erste Suchergebnisseite. Und das ist der nächste Punkt: die relevanten Suchbegriffe. Es nützt ja nichts, wenn ein Unternehmen bei dem Suchbegriff „Wie schäle ich eine Banane?“ auf Platz 1 landet, aber eigentlich Steuerberatungsdienste an den Mann bringen wollen.

Aus diesem Grund ist der erste Schritt immer das Herausfinden der relevanten Suchbegriffe. Wonach suchen die Kunden oder Geschäftspartner, wenn sie nach dem jeweiligen Unternehmen suchen? Dafür muss der Webseiteninhaber zunächst die Zielgruppe so genau wie möglich kennen: Was sind die Vorlieben, was sind die Gründe, weshalb diese Zielgruppe nach der Webseite, den Produkten oder Dienstleistungen sucht? Die relevanten Suchbegriffe herauszufinden – dieser Schritt ist die wichtigste Grundlage für SEO.

Dabei sind jedoch die Stichworte mit den meisten Suchanfragen nicht immer die besten – denn es ist besser bei einem enger gefassten Stichwort auf der ersten Seite zu landen als bei einem sehr gefragten Stichwort auf Seite 13. Denn wer scrollt sich schon bis Seite 13 durch?! Wichtig ist es auch, immer verwandte Suchbegriffe auf den Seiten unterzubringen. Die lassen sich ganz einfach herausfinden: Google schlägt am Ende der Ergebnisseite immer verwandte Suchbegriffe vor, von denen man sich ganz einfach inspirieren lassen kann. Genauso zeigt Google beim Eingeben der ersten Begriffe in die Suchleiste Vorschläge für Suchbegriffe an, die häufig genutzt werden. Wer noch mehr wissen möchte über die Relevanz eines Suchbegriffs, kann auf den Google Keyword Planner zurückgreifen, ein Tool, das von Google kostenlos zur Verfügung gestellt wird, um die Relevanz von Suchbegriffen abzufragen. Auch ein Blick auf die Konkurrenz hilft, die richtigen Keywords zu finden, nach denen die Zielgruppe sucht.

Wer jetzt aber meint, die wichtigen Suchbegriffe einfach in jedem Satz auf der Webseite unterzubringen und dann bei Google auf Platz 1 zu landen, liegt falsch. Das nennt man nämlich Keywordstuffing – was Google nicht mag und mit hinteren Suchplätzen bestraft. Das richtige Maß ist wichtig. Und vor allem, so schreibt Google auch selbst: „Wir möchten euch darauf hinweisen, dass Entscheidungen bezüglich der Optimierung zuallererst darauf ausgerichtet sein sollten, was für die menschlichen Besucher Eurer Website am besten ist.“ Sprich: Der Leser steht im Fokus. Nicht die Suchmaschine. Denn, so Google weiter: „Bei Suchmaschinenoptimierung geht es darum, die Website von der besten Seite zu präsentieren, was die Sichtbarkeit in Suchmaschinen anbelangt, aber euer übergeordnetes Ziel ist es, Nutzer für eure Website zu gewinnen und nicht Suchmaschinen.“

Deshalb raten auch alle SEO-Experten, Texte so zu schreiben, dass sie für den Leser angenehm sind und ganz natürlich wie im Sprachfluss die entsprechenden Stichwörter und ihre Synonyme im Text unterzubringen. Denn Google erkennt auch Synomyme und würdigt ihre Nutzung auf der Webseite. „Content ist King“ hört man immer wieder im Zusammenhang mit Suchmaschinenoptimierung – und das sollte sich jeder Webseitenbetreiber auch auf die Fahnen schreiben.

Die wichtigsten Keywords sollten bereits im Titel der Startseite und im Namen der Homepage untergebracht sein – bei der Auswahl der URL-Adresse ist also genau zu überlegen, wonach die Leser suchen und wie man das wichtigste Suchwort elegant in den Namen der Webseite packen kann. Idealerweise sollte jede Unterseite einen eigenen Titel haben – mit jeweils wichtigen Keywords. Dabei ist darauf zu achten, dass die URLS logisch und selbsterklärend und vor allem nicht zu lang sind. Eine URL, die nur aus Ziffern besteht, ist unübersichtlich und wenig einladend.

Wie Googles Algorithmus genau funktioniert, ist ein wohlgehütetes Geheimnis. Und dieser Algorithmus wird dazu ständig verändert, so dass SEO-Tipps von vor zehn Jahren heute nicht mehr gültig sind.

Was bedeutet: Eine Webseite muss sich immer anpassen, immer verändern, immer aktualisieren. Denn genau das bewertet auch Google: Wie oft werden die Inhalte einer Seite aktualisiert? Eine Seite, die seit Jahren statisch und unverändert ist, wird als nicht aktuell bewertet und entsprechend schlechter gerankt. Aber nicht jedes Unternehmen hat ständig Neuigkeiten zu berichten. Was soll man da auf der Webseite aktualisieren? So ist zum Beispiel ein Blog auf der Seite denkbar, der über Neuigkeiten in der Branche berichtet und so auch die relevanten Suchbegriffe abdeckt. Auch eine Art Glossar, das Fachbegriffe erläutert und immer wieder aktualisiert wird, bietet einen guten inhaltlichen Service.

Für den Leser schreiben bedeutet aber auch: für Übersichtlichkeit auf der Webseite sorgen. Auch das wird von Google gewürdigt. Prägnante Texte, die mit Zwischenüberschriften und Bildern gegliedert sind, werden lieber gelesen als lange Textblöcke, die die Leser förmlich erschlagen. Lädt die Seite nicht dazu ein, länger auf ihr zu stöbern und den Text bis zum Ende zu lesen, springt der Suchende nämlich schnell wieder ab und schaut bei Google nach den weiteren Suchergebnissen.

Und diese Verweildauer ist ebenfalls ein Parameter, das Google in die Bewertung miteinbezieht. Ist sie auffallend kurz, ist das ein Signal: „Diese Webseite liefert keinen guten Content und schon gar nicht den gefragten.“ Mit der Folge: Die Suchmaschine wird die Seite nicht in den oberen Suchergebnissen ranken. Das bedeutet im Klartext: Die Webseiten sollten dazu einladen, länger zu verweilen. Zu lesen, weiterzuklicken. Und das zeigt auch: Der versprochene Inhalt sollte auf der Seite auch geliefert werden.

Texte lassen sich mit Unterüberschriften – in die man die entsprechenden Keywords unterbringen sollte- und Absätzen meistens sinnvoll und übersichtlich gliedern, wobei das Wichtigste zu Beginn stehen sollte. Zu einem übersichtlichen und leserfreundlichen Layout gehören auch passende Bilder – deren Bildunterschriften auch die entsprechenden Suchbegriffe enthalten sollten. Die Bildersuche ist bei Google mittlerweile sehr beliebt, weshalb man beim Beschriften der Bilder immer auch darauf achten sollte, das ALT-Feld auszufüllen: Hier gehören die Keywords rein. Dieses Feld sollte so beschriftet werden, dass es das Bild beschreibt, denn dieser Text wird nicht nur von der Suchmaschinen gelesen, sondern auch den Usern angezeigt, bei denen das Bild nicht richtig hochgeladen wurde.

Damit die Leser auf einer Webseite dazu eingeladen werden, sich näher auch mit anderen Unterseiten zu beschäftigen, sollten die Seiten intern klug miteinander verlinkt werden. Auch diese interne Linkstruktur wird von den Suchmaschinen gecrawlt und bewertet.

Wie man die Suchmaschinenoptimierung überprüft? Durch eine genaue Analyse der Statistiken. Hierfür liefert Google übrigens ein kostenloses Tool „Google Analytics“, das über einen Codeschnipsel auf der Seite eingebunden wird. So kann man genau sehen: Woher kommen die Besucher auf die Seite? Wie lange bleiben sie? An welchen Seiten springen sie wieder ab? Wann kommen die Besucher? Sogar einige Suchbegriffe, mit denen die Seite gefunden wird, können so getrackt werden.

Einen wesentlichen Teil tragen Backlinks von anderen Webseiten zur Optimierung des Suchergebnisses bei: Je häufiger eine Seite oder ein Text von anderen Seiten verlinkt wird, umso wichtiger stuft Google die eigene Seite ein. Hierbei gilt: Je besser die Seite mit dem Backlink gerankt ist, umso positiver und stärker wird der Backlink auch für die eigene Seite eingestuft. Dabei werden themen- und branchenähnliche Seiten in ihrer Bedeutung auch höher eingestuft. Weshalb man von reinen Linksammlungen als Backlinkgenerierung absehen sollte. Vielmehr gilt es auch hier: Gute Inhalte entscheiden! Denn nur sie werden weiterempfohlen und verlinkt– und so wird das Netzwerk ausgebaut. Auch ausgehende Links zu relevanten Seiten werden von Google übrigens gern gesehen.

Die einfachen SEO-Maßnahmen auf der Webseite kann jeder beim Texten und Erstellen der Webseite selbst betreiben. Kniffliger wird es schon im Bereich der technischen Onpage-Optimierung. Denn auch die URL-Strukturen, die Gestaltung der Header, Rich Snippets, also Zusatzangaben in den Quellcodes der Seite, die Optimierung der Ladezeiten (Google bevorzugt schnelle Seiten) – all das erfordert technische Kenntnisse und näheres Know-how in Sachen HMTL. Da man hier auch schnell die Seite mit ein paar Klicks „lahmlegen“ kann, sollte man bei diesen technischen Optimierungen besser auf einen Experten zurückgreifen. Der Markt an SEO-Experten ist groß und die Versprechen sind das auch. Hier gilt es, genau zu sondieren und nicht auf windige Angebote hereinzufallen. Denn Suchmaschinenoptimierung ist immer etwas Langfristiges: Wer verspricht, die Seite schnell auf Platz 1 bei Google zu heben, verspricht meistens zu viel. Denn SEO ist ein langfristiger Prozess, der vor allem immer wieder Anpassungen erforderlich macht. Da Google auch laufend seine Bewertungskriterien für die Relevanz von Webseiten ändert (Insider sprechen von rund 1000 Mal im Jahr!), ist Suchmaschinenoptimierung eigentlich auch nie abgeschlossen, sondern muss konsequent weiterbetrieben werden. Durch die laufenden Updates von Google gibt es übrigens auch viele veraltete Informationen über SEO im Internet – weshalb man immer auf die Aktualität von Empfehlungen achten sollte.

Nathalie Klüver

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