Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Grüne Spuren im Sand

NACHHALTIGKEIT Grüne Spuren im Sand

Bereits 2010 identifizierte der „Harvard Business Manager“ Nachhaltigkeit als Megatrend. Heute schlägt er sich auch im Tourismus nieder.

Voriger Artikel
Die Spezialisten
Nächster Artikel
Auf der Überholspur

Nachhaltiger Urlaub an der Ostsee: Touristen finden in der Region viele entsprechende Angebote.

Quelle: plprod, Sergey Ilin/ Fotolia, Collage: Anne Fidelak

Laut einer Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen will knapp die Hälfte der Deutschen insgesamt einen nachhaltigen Urlaub machen. Die Schleswig-Holstein-Urlauber wünschen sich sogar noch häufiger als der Bundesdurchschnitt einen sozial- und umweltverträglichen Urlaub. Dabei sind sie sogar bereit, für nachhaltige Reiseangebote mehr Geld zu bezahlen als für konventionelle.

„Knapp die Hälfte der Urlauber, die sich für Schleswig-Holstein als Reiseziel interessieren, legen Wert darauf, dass ihr Urlaub ökologisch verträglich, ressourcenschonend und umweltfreundlich ist“, sagt Vivien Rehder von der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (Tash). Rehder hat auch beobachtet, dass die Gäste mit einem zunehmend hohen Qualitätsanspruch anreisen: „Sie erwarten hochwertige Unterkünfte, touristische und gastronomische Angebote.“

In der Tourismusstrategie 2025 hat die Landesregierung Schleswig-Holstein unter ihren Handlungsfeldern, um die Tourismuswirtschaft noch wettbewerbsfähiger zu machen, auch eine Nachhaltigkeitsstrategie für den Tourismus festgelegt. Das Land bekenne sich zu seiner Verpflichtung, Nachhaltigkeit im Tourismus in Zusammenarbeit mit allen vom Tourismus profitierenden Akteuren voranzutreiben, heißt es in der Tourismusstrategie. Dabei seien alle drei Säulen, die ökonomische, die soziale und die ökologische gleichermaßen zu betrachten. Auch die Rahmenbedingungen der UN-Behindertenrechtskonvention seien dabei zu beachten.

„Nachhaltigkeit ist kein Nischenthema mehr“, formuliert die Tourismusstrategie den Megatrend. Auch im Urlaub gehörten Ressourcen sparen, mal Bus oder Bahn fahren und bewusst regional erzeugte Speisen zu verzehren bei den meisten Touristen in Schleswig-Holstein zum Verhaltensrepertoire. Die aktuelle Gästebefragung habe ergeben, dass 60 Prozent der Gäste in Schleswig-Holstein Landschaft und Natur als ausschlaggebend bei ihrer Entscheidung für den Urlaub ansehen. Ein Drittel ordnet sich selbst als Natururlauber ein. Besondere Naturräume wie das Wattenmeer oder die sechs Naturparks seien bei diesen Urlaubern beliebt, so die Tash.

Der Deutsche Tourismusverband weist darauf hin, dass in dem Zusammenhang nachhaltig auch dem Meeresschutz eine besondere Bedeutung zukomme. Die Badegewässerqualität sei von „zentraler Bedeutung für Gäste und Gastgeber“. So seien die Forderungen zur Beseitigung von Verschmutzungsursachen und Vorbeugung von Gefahrenpotenzialen sowie das Thema Schiffssicherheit in Nord- und Ostsee hochaktuell, betont der Verband.

Der Natur- und Landschaftsschutz sei in Schleswig-Holstein ein wichtiger Aspekt, sagt auch Vivien Rehder von der Tash. Auch bei den Hoteliers und Gastronomen sei das Thema Nachhaltigkeit auf der Agenda angekommen, so Vivien Rehder: „Wir beobachten, dass immer mehr auf erneuerbare Energien und Abfallvermeidung setzen und Spezialitäten aus eigenem Anbau in Bio-Qualität für ihre Gäste bereithalten.“ Diesen Sommer startet aus diesem Grund aus eine Veranstaltungsreihe der Wirtschaftsförderung WTSH gemeinsam mit der IHK Schleswig-Holstein mit dem Titel „Nachhaltigkeit in Hotellerie und Gastronomie". Die Veranstaltungen sollen den Betrieben Tipps für eine nachhaltige Unternehmensführung geben und Best-Practice-Beispiele aufzeigen. Auf einer Webseite soll parallel dazu eine Wissensdatenbank entstehen, die den Wissensaustausch fördern und die Akteure vernetzen soll. 

www.tourismuscluster-sh.de  

CO2-AUSSTOSS

Der touristische Klima-Fußabdruck

Der World Wildlife Fund WWF hat die unterschiedlichen Umweltauswirkungen von Urlaub und Reisen auf das Weltklima die Kohlendioxid-Emissionen verschiedener Arten zu Reisen untersucht und auf dieser Basis den „Touristischen Klima-Fußabdruck“ erstellt. Eine Fernreise nach Mexiko ergibt beispielsweise eine Belastung von 71 218 Kilogramm CO2 pro Person. Ein Urlaub nach Mallorca produziert nach WWF-Berechnung einen CO2-Ausstoß von 1221 Kilogramm pro Person – was so, der WWF, etwa einem Jahr Autofahren entspricht. Deutlich günstiger aufs Klima wirken sich Urlaube ohne Fluganreise aus. So liegt der CO2-Ausstoß bei einem Urlaub in den Bergen bei 297 Kilogramm pro Person und ein Urlaub an der Ostsee bei 258 Kilogramm pro Person. Entscheidend sei, so der WWF, das Verkehrsmittel für die An- und Abreise. Viele Reiseveranstalter, Bahn- und Fluggesellschaften bieten übrigens auf ihren Internetseiten an, den Treibgasausstoß der Reise zu berechnen.

DEFINITION

Ein Begriff aus der Forstwirtschaft

Ursprünglich kommt der Begriff Nachhaltigkeit aus der Waldwirtschaft: Bereits im 17. Jahrhundert wurde es verwendet, um eine Forstwirtschaft zu beschreiben, bei der immer nur so viel Wald abgeholzt wurde, wie sich innerhalb gewisser Zeit selbst regenerieren konnte.

Heute beschreibt der Begriff ein Handeln, das nicht nur auf den jetzigen Ertrag, sondern auch auf die Zukunft ausgerichtet ist.

Bereits 1992 definierte die UNWTO in Rio de Janeiro, was nachhaltiger Tourismus bedeutet: Er erfülle nicht nur die Ansprüche der Touristen und der Bevölkerung in den Urlaubsgebieten, sondern trage, so die UN, auch dazu bei, zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten zu sichern und zu verbessern. Ressourcen sollten so genutzt werden, dass ökonomische, soziale und ästhetische Bedürfnisse befriedigt werden - und gleichzeitig die kulturelle Integrität, die biologische Vielfalt, die wesentlichen ökologischen Prozesse und lebenswichtige Systeme erhalten bleiben, so die offizielle Definition.

Schon seit über 30 Jahren existiert die Idee des Tourismus, der Wert auf Nachhaltigkeit und Verbesserung der Lebenssituation am Urlaubsort abzielt – früher waren Begriffe wie „sanfter Tourismus“ oder „intelligenter Tourismus“ gängiger.

 Nathalie Klüver

Voriger Artikel
Nächster Artikel
LN Jobs Stellenanzeigen aufgeben

Das Stellenportal der Lübecker Nachrichten bietet Ihnen den passenden Rahmen für Ihre Stellenangebote. Schalten Sie Ihre Anzeige schnell und effizient hier. mehr

Hier finden Sie die älteren Ausgaben von dem Magazin "DIE WIRTSCHAFT". mehr

Mediakompass: Werbekanäle bei den Lübecker Nachrichten

Werben mit Erfolg: Bei den Lübecker Nachrichten, als regional marktführendes Medienhaus, haben Sie die Chance Ihre Werbung über verschiedene Werbekanäle und Crossmedia-Optionen optimal zu präsentieren! mehr