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Je mehr desto besser — Urlauber schauen gern in die Sterne

HOTELS Je mehr desto besser — Urlauber schauen gern in die Sterne

Touristenzimmer oder Luxusherberge? Etwa 80 Prozent der Gäste achten bei der Wahl ihres Hotels auf die Sterne. Die Kategorisierung gibt vielen Häusern deutlich bessere Absatzchancen.

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Das Bewertungssymbol reicht von einem bis zu fünf Sternen und sagt etwas über die Qualitäts- und Leistungsmerkmale wie Größe und Ausstattung der Zimmer oder den Service aus. Fast jeder Hotelgast wird schon einmal die Messingtafel mit den Sternen an der Außenwand bemerkt haben — je mehr Sterne, desto besser die Unterkunft. Diese einheitliche Klassifizierung wurde in Deutschland 1996 vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband eingeführt. Um die Vereinheitlichung für möglichst ganz Europa einzuführen, gibt es seit 2010 das länderübergreifende Sternesystem der Hotelstars Union, dem sich immer mehr Länder anschließen.

Laut Hotelstars Union ermöglicht die Klassifizierung den Beherbergungsbetrieben eine deutlichere Positionierung und damit weitaus bessere Absatzchancen. In- und ausländische Gäste verlangen und wählen nach verlässlichen Kriterien, insbesondere bei Häusern der Individualhotellerie.

Darüber hinaus sind die Sterne vom Gast anerkannte und bekannte Kurzbotschaften zur Charakterisierung des Dienstleistungsangebots eines Hotels, so der europäische Verband. Diese Kurzbotschaften erlangen auch durch die Nutzung digitaler Buchungssysteme eine große Bedeutung. Sie lassen sich problemlos in den oft knappen Rahmen der Listen und Tabellen einfügen, die heute häufig Grundlage der Buchungsentscheidungen sind.

Die Sterne bieten den Hoteliers die Möglichkeit, ihr Markenprofil zu sichern und zu stärken und so mehr Gäste zu generieren. Die Teilnahme an der Klassifizierung ist in Deutschland kostenpflichtig und freiwillig. Die Sterne werden jeweils für zwei beziehungsweise drei Jahre vergeben. So darf das Lübecker Holiday Inn am Gustav-Radbruch-Platz bis 2016 Vier Sterne Superior behalten. Superior ist eine Zusatzbezeichnung, die darauf hinweist, dass das Haus die Anforderungen der vergebenen Sterne übertrifft, aber noch nicht die nächsthöhere Anzahl erreicht.

Das ehemalige Scandic-Hotel wurde vor Kurzem für mehr als 2,5 Millionen Euro modernisiert. „Für mich war von Anfang an klar, dass wir das Hotel nach der Modernisierung wieder klassifizieren lassen“, sagt Hoteldirektor Frank Senger, „denn das ist ein eindeutiges Qualitätsmerkmal.“ Zunächst mussten Fragebögen ausgefüllt und Angaben zum Hotel gemacht werden. Dann gingen Hotelier-Kollegen aus Schleswig-Holstein durch das Haus und verglichen Angaben und Realität. „Die Kollegen kontrollieren gründlich“, sagt Dehoga-Chef Jens Musche, „und die Qualität muss auch erhalten bleiben.“

Jeder Betrieb wird bereist und streng kontrolliert, zum Teil anonym (Mystery Guesting). Um die Neutralität der Bewertung zu gewährleisten, gehören den entsprechenden Kommissionen meist sowohl Vertreter der zuständigen Tourismusverbände als auch des Gastgewerbes an. Einer Eigenvergabe von Sternen durch die Beherbergungsbetriebe selbst wird durch die Deutsche Hotelklassifizierung ein wirksamer Riegel vorgeschoben. Das Hotel Jensen an der Obertrave führt die Zertifizierung seit 18 Jahren alle zwei Jahre durch und verfügt über drei Sterne. „Das ist für unsere Gäste, aber auch für uns eine gute Vergleichsmöglichkeit und Orientierung und etwas ganz Besonderes“, sagt Hotelchef Wilfried Ralff-Petersson. „Wir sind sehr glücklich über die drei Sterne.“ Die Lübeck Travemünde Marketing GmbH hat 33 Sternehotels gelistet, darunter die drei Fünf-Sterne-Häuser Radisson Blu Senator Hotel, das Arosa und das Columbia. Acht Hotels besitzen die Vier-Sterne-Klassifizierung und 15 haben drei Sterne. •

AUSGEZEICHNET
Die Klassifizierung des Dehoga
270 Kriterien zählen bei Vergabe der Dehoga-Sterne. Hier eine Zusammenfassung:


Unterkunft für einfache Ansprüche: Dusche/WC, tägliche Reinigung, Farb-TV, Tisch und Stuhl, Seife, Empfangsdienst, Telefon/Fax-und Depotmöglichkeit





Für mittlere Ansprüche: Frühstücksbuffet, zusätzlich Leselicht, Badetücher, Hygieneartikel, Kartenzahlung





Für gehobene Ansprüche: 14 Stunden besetzte Rezeption, 24 Stunden erreichbar, Getränkeangebot und Telefon auf dem Zimmer, Heizmöglichkeit im Bad, Internetzugang, Haartrockner, Ankleidespiegel, Kofferablage, Näh- und Schuhputzzeug, Waschen und Bügeln der Gästewäsche, Beschwerdemanagement





Für hohe Ansprüche: 18 Stunden besetzte Rezeption, Lobby mit Getränkeservice, Hotelbar, Sessel/Couch mit Beistelltisch, Bademantel, Kosmetikartikel, Internetterminal, Minibar, Frühstück mit Roomservice, À-la-carte-Restaurant;






Für höchste Ansprüche: 24 Stunden Rezeption, Empfangshalle mit Service, Doorman- oder Wagenmeisterservice, personalisierte Begrüßung mit Blumen oder Präsent, 24 Stunden Speisen und Getränke im Roomservice, Körperpflegeartikel in Einzelflakons, Internet-PC und Safe im Zimmer, Bügelservice (innerhalb einer Stunde), Schuhputzservice, abendlicher Turndownservice, Mystery-Guesting.

Heiko Pump

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