Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Nachhaltige Rundschreiben

NEWSLETTER Nachhaltige Rundschreiben

Newsletter, das sind die E-Mails, die im Spamfilter landen und von neuen Angeboten und Superprodukten verkünden? Eindeutig nein! Newsletter können mehr als nur über Unternehmensneuigkeiten berichten.

Voriger Artikel
Klein gegen Groß
Nächster Artikel
Wie Chefs mit Pferden lernen

Kompetent verfasste Newsletter werden auch gelesen.

Quelle: Frender / Fotolia

„Der Marketingnewsletter, der nur den Zweck hat, etwas zu verkaufen, der ist quasi tot“, sagt der Newsletter-Experte Jens Stoewhase. Maximal 20 Prozent solcher Werbeemails würden überhaupt noch geöffnet. Der Trend hingegen gehe zum qualitativ hochwertigen, redaktionellen Newsletter: „Hier liegen die Erfolgsquoten zwischen 40 und 75 Prozent.“ Wenn so ein Newsletter richtig gemacht ist.

Und genau hier liegt die Kunst. Das Wichtigste bei einem Newsletter sei es, dem Kunden und dem Leser einen Mehrwert zu bieten. Denn nur dann wird der Newsletter auch wirklich geöffnet und gelesen. Der Mehrwert könne ganz unterschiedlicher Natur sein. Stoewhases Agentur Rabbit Publishing etwa hat sich darauf spezialisiert, in Newslettern Branchenüberblicke zu geben: „Wir geben in unseren Newslettern einen kurzen Überblick über Aktuelles aus der jeweiligen Branche.“ Das interessiere die Leser – so sehr, dass bis zu zwei Drittel der Empfänger die E-Mails auch wirklich lesen.

Der Vorteil so eines redaktionellen Newsletters, in dem man den Lesern auch Infos gibt, die nicht unbedingt direkt Werbung für ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung sind: Man wird mit der Zeit als Experte auf dem Gebiet wahrgenommen. Der, der den Newsletter schickt, hat Ahnung von dem Thema. Das weckt Vertrauen und stärkt das Image. Nachhaltiger und weniger nervig als platte Werbe-Mails, die nur die Botschaft streuen: „Wir sind die Besten“, wahlweise „Wir sind die Billigsten“. „Dadurch, dass man durch den Newsletter als kompetent eingestuft wird, wird auch das Markenimage gestärkt und letztlich das Geschäft angekurbelt“, erklärt Stoewhase. Gerade im B-2-B-Bereich biete der redaktionelle Newsletter so gute Möglichkeiten der Leser- und Kundenbindung.

Der B-2-B-Newsletter richte sich dann auch eher an Firmen- E-Mailadressen – was den Versender vor ein Problem stellt: die firmeninternen Firewalls. Hier gelte es, den richtigen Newsletteranbieter zu wählen, so Stoewhase. Ein seriöser Newsletterdienst komme auch hinter die Firewalls der Unternehmen. Denn was nützen 1000 E-Mail-Abonnenten, die den Newsletter nicht erhalten, weil er im Spamfilter verschwindet?

Hat man sich also für den richtigen Newsletterdienst entschieden, muss so ein Newsletter nun auch geschrieben werden. Und dafür braucht es Input. Den richtigen Input. Den Input, der die Zielgruppe interessiert. Und die muss man vorher erst einmal kennen. Sind es Kunden? Oder potentielle Kunden? Weshalb wird der Newsletter abonniert? Am Anfang setze man am besten auf persö

nliche Kontakte, so Stoewhase. Also einfach mal fragen, ob man sie in den Newsletterverteiler mit aufnehmen darf. „Die ersten 1000 Leser sind hart erarbeitet, dann kommen langsam die Empfehlungsleser hinzu und es wird einfacher.“ Ein guter Newsletter wird also über kurz oder lang seine Leserzahlen steigern. Eine Möglichkeit, neue Leser zu gewinnen, können auch Newsletter-Leseproben sein – beispielsweise auf der Facebook-Seite, der Firmenwebseite oder aber auch über Twitter.

Der Inhalt bestimme auch die Frequenz, so Stoewhase. „In manchen Branchen gibt es in kurzen Abständen berichtenswerte Neuigkeiten, in anderen Branchen mit weniger Innovationen oder Neuerungen hingegen gibt es weniger zu berichten.“ Oft habe sich einmal die Woche als Frequenz etabliert, andere Newsletter kommen sogar täglich – was dann aber auch sehr aufwändig zu produzieren ist. Wichtig sei es vor allem pünktlich und verlässlich zu sein. Und dann auch noch den richtigen Zeitpunkt zum Verschicken zu wählen. Dafür gilt es, herauszufinden, wann die Leser denn online sind und Zeit haben, ihre Emails zu lesen. Morgens ist meist ein guter Zeitpunkt. Oder aber kurz nach der Mittagspause: „Die genaue Uhrzeit ist aber von der Branche abhängig. Während viele zwischen 8 und 9 im Büro sitzen, beginnt in der Medienbranche der Arbeitstag eher später.“

Nun schreibt man also seinen wöchentlichen Newsletter und berichtet lauter News aus dem Unternehmen – das muss doch die Kunden interessieren? Am besten sei es, nicht nur im eigenen Saft zu schmoren, sondern auch externe Links zu setzen. Denn sonst hat der redaktionelle Newsletter wieder etwas von nerviger Werbemail – und das wollte man ja gerade nicht. Gut sei es, beim Newsletter eine gesunde Mischung aus eigenen Links und Fremdlinks zu präsentieren, gerne auch zum Beispiel mal einen Kunden vorzustellen oder einem Kunden die Möglichkeit eines kleines Gastbeitrages zu geben. Eine Handvoll Themen, möglichst unterschiedlicher Art, die man in einigen Zeilen anreißt und für weiterführende Infos einen Link setzt. So kann sich jeder Leser das herauspicken, was ihn interessiert.

Auf übermäßig viele Bilder und technische Spielereien indes sollte man eher verzichten, rät Stoewhase: Denn in vielen Unternehmen werden solche E-Mails herausgefiltert oder Bilder in E-Mails sind ohnehin nur beschränkt sichtbar. Abgesehen davon, dass zu viele Bilder die Ladezeiten unnötig lang machen. Weniger ist mehr – was auch für die Textlänge gilt: „Ein guter Newsletter sollte in fünf Minuten zu lesen sein“, so Stoewhase.

Regelmäßig sollte man den Erfolg des Newsletters messen und dafür die Trackingtools des Newsletter-Dienstes nutzen, die zum Beispiel Auskunft darüber geben, wie groß die Öffnungsraten sind.

Öffnungsraten zwischen 40 und 60 Prozent sind hierbei schon sehr gut, so Stoewhase. Ebenfalls sollte man überprüfen, wie viele Abos hinzukommen, wie viele gekündigt werden und welche Links gelesen werden. Gibt es Themen, die nur sehr wenige lesen? Dann sollte man seinen Themenmix überdenken! Nicht zu unterschätzen ist der Betreff: Dieser sollte – ähnlich wie bei einer Zeitungsüberschrift – aussagekräftig und vor allem nicht langweilig sein. „Viele machen den Fehler und geben sich bei den Texten große Mühe, schreiben dann aber einen sehr sachlichen, langweiligen Betreff über die E-Mail“, so Stoewhase.

Das alles zeigt: Ein redaktioneller Newsletter wird nicht mal so eben nebenbei von der Marketingabteilung hingezimmert. Denn ein redaktioneller Newsletter ist quasi ein eigenes Produkt neben den anderen Produkten. Im Zweifel besser kein Newsletter als ein halbherzig erstellter, der unregelmäßig verschickt wird und die Leser mehr nervt als ihnen etwas nützt. „Optimalerweise hängt der Newsletter an der PR-Abteilung und wird bewusst und sorgfältig erstellt“, so der Berliner Stoewhase. Dem Newsletter müsse genauso viel Aufmerksamkeit eingeräumt werden wie einem Produkt – denn nur dann werde der eigene Markenwert gestärkt und nur so profitiere das Unternehmensimage vom Newsletter. Bis das soweit ist, sollte man als Unternehmen jedoch geduldig sein. Denn ein Newsletter ist ein langfristiges Instrument: „Man kann schon mit zwei bis drei Jahren Anlaufzeit rechnen.“ Dranbleiben und sich moderate, erreichbare Ziele setzen sei dabei wichtig, so Stoewhase. Dann ist die Wirkung des Newsletters für die Markenbildung nicht zu unterschätzen.

 Nathalie Kluever

Voriger Artikel
Nächster Artikel
LN Jobs Stellenanzeigen aufgeben

Das Stellenportal der Lübecker Nachrichten bietet Ihnen den passenden Rahmen für Ihre Stellenangebote. Schalten Sie Ihre Anzeige schnell und effizient hier. mehr

Hier finden Sie die älteren Ausgaben von dem Magazin "DIE WIRTSCHAFT". mehr

Mediakompass: Werbekanäle bei den Lübecker Nachrichten

Werben mit Erfolg: Bei den Lübecker Nachrichten, als regional marktführendes Medienhaus, haben Sie die Chance Ihre Werbung über verschiedene Werbekanäle und Crossmedia-Optionen optimal zu präsentieren! mehr