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Neue Sonderabschreibungen

Neue Sonderabschreibungen

Das Bundeskabinett hat Anfang Februar einer Gesetzesvorlage für „Sonderabschreibungen zur Förderung des Mietwohnungsbaus“ zugestimmt. Gefragte Städte und Kreise werden besonders gefördert.

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Wohnungsbau soll durch eine neue Steuerbestimmung stärker gefördert werden.

Quelle: Photo 5000 — Fotolia

In den Großstädten herrscht Wohnungsknappheit. Städte und Kommunen kommen mit der Umsetzung ihres sozialen Wohnungsbaus nicht hinterher, also muss das Bauen für Unternehmen und Investoren wieder attraktiver werden.

Jetzt hat das Bundeskabinett einer Gesetzesvorlage für „Sonderabschreibungen zur Förderung des

Mietwohnungsbaus“zugestimmt.

Für neu errichtete Wohnungen soll demnach neben der Normalabschreibung von zwei Prozent eine Sonderabschreibung eingeführt werden, die in den ersten beiden Jahren zehn Prozent, und im dritten Jahr neun Prozent beträgt. Damit beträgt die Summe der Sonderabschreibungen und Normalabschreibungen in den ersten drei Jahren 35 Prozent. Doch auch der Restwert von 65 Prozent kann angerechnet werden, allerdings auf die nächsten 47 Jahre des 50- jährigen Abschreibungszeitraums verteilt. Das wären etwas über zwei Prozent und bezogen auf die Baukosten knapp eineinhalb Prozent.

Was neu ist: In der Nachkriegszeit war es auch Eigentümern selbst genutzter Wohnungen gestattet, steuerliche Abschreibungsverluste geltend zu machen. Diese Förderung wurde im Laufe der Jahre durch einen Sonderausgabenabzug nach Paragrafen 10 e des Einkommenssteuergesetzes und die Eigenheimzulage ersetzt, final abgeschafft, und beim neuen Gesetz nicht erneut berücksichtigt.

Die Bemessungsgrundlage für die Sonderabschreibungen ist auf 2000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche begrenzt. Gefördert werden Wohnungen, die der Investor als Bauherr errichtet oder im Jahr der Fertigstellung gekauft hat. Voraussetzung dafür ist, dass der Bauantrag nach dem 31. Dezember 2015 und vor dem 1. Januar 2019 gestellt wird. Der Bauantrag muss also spätestens im Jahre 2018 gestellt werden.

Letztmalig kann die Sonderabschreibung mit der Steuererklärung für 2022 in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus muss die Wohnung mindestens zehn Jahre lang vermietet sein.

Voraussetzung ist außerdem, dass die Baukosten oder die Anschaffungskosten nicht mehr als 3000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche betragen.

Die Sonderabschreibung ist regional begrenzt. Zur Bestimmung des so genannten Fördergebietes knüpft das Gesetz sowohl an das Wohngeld, als auch an die Mietpreisbremse und die Absenkung der Kappungsgrenze an. Zum Fördergebiet gehören also Gebiete, die durch die Anlage zu der Wohngeldverordnung den Mietstufen vier bis sechs zugewiesen sind — also etwa Ahrensburg, Barsbüttel, Kiel, Lübeck, Norderstedt oder auch Sylt. Dazu gehören ebenso Gebiete, in denen die Mietpreisbremse gilt, also etwa der gesamte Hamburger Speckgürtel und etwa Föhr. Aber auch Gebiete in denen die auf 15 Prozent abgesenkte Kappungsgrenze gilt — etwa Bargteheide oder Wentorf.

Das Gesetz zur Sonderabschreibung wird größtenteils begrüßt — einige Fakten sorgen allerdings für Dämpfer im Branchenverband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständige, kurz, dem Immobilienverband Deutschland IVD. Hans-Joachim Beck, Leiter der Abteilung für Steuern beim Verband sagt, dass ihm „anders als nach dem Fördergebietsgesetz eine Vorschrift fehlt, nach der bei Personengesellschaften die Gesellschaft selbst zur Vornahme der Abschreibungen berechtigt ist.“

Außerdem bemängelt er, dass „aufgrund der Vorschrift des Paragraf 15 b des Einkommenssteuergesetzes eine Inanspruchnahme der Sonderabschreibungen über geschlossene Fonds nicht möglich ist, also nur Direktinvestitionen in Gebäude und Eigentumswohnungen gefördert werden. Außerdem ist der Förderzeitraum von drei Jahren extrem kurz. Die gegenwärtige Wohnungsknappheit in den ,Zuzugsgebieten‘ wird bis dahin wohl nicht beseitigt sein.“

Der Experte ist der Meinung, dass — „soll die Förderung wirksam sein, zusätzlich die Normalabschreibung von derzeit zwei Prozent auf mindestens drei Prozent angehoben werden sollte.“

fj

LN

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