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PRAXEN, KLINIKEN, SPEZIALEINRICHTUNGEN Service für den Menschen

Der Großraum Lübeck ist bekannt für seine starke Gesundheitswirtschaft. Die Dienstleistungen in diesem Bereich sind ein zentraler Baustein.

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Neben klassischen Dienstleistungen ist die Region von Spezialeinrichtungen etwa im Bereich Psychiatrie oder Geriatrie, aber auch von zahlreichen Seniorenwohnsitzen geprägt.

Quelle: Fotos: Satyrenko, Sudok1/ Fotolia

Ein starkes und breit aufgestelltes Angebot von Gesundheitsdienstleistungen prägt unsere Region: Praxen, Kliniken und medizinische Spezialeinrichtungen; Rehazentren, Alten- und Pflegeheime sowie Seniorenresidenzen und Angebote für Betreutes Wohnen zählen in Lübeck und seiner Umgebung dazu.

Neben den klassischen Dienstleistungen ist der Sektor in Lübeck aber auch von medizinischen Spezialeinrichtungen geprägt. Beispiele sind die Klinik für Psychiatrie der Psychatrium Gruppe, die Geriatrische Tagesklinik oder die Klinik für Dermatologie und Venerologie – aber auch zahlreiche Seniorenwohnsitze.

Etwa 24000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sind nach Angaben der IHK zu Lübeck im Kammerbezirk in der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung tätig. Das entspricht etwa einem Drittel aller Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft. Der Privatisierungsgrad ist im Klinikbereich besonders hoch: Während sich in Deutschland etwa 30 Prozent aller Häuser in öffentlicher Hand befinden, liegt der Anteil im Bezirk der IHK zu Lübeck bei nicht einmal 10 Prozent.

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass eine Klinik der der größte Arbeitgeber Schleswig- Holsteins ist: Im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) mit den Standorten Lübeck und Kiel arbeiten mehr als 12000 Beschäftigte. Doch auch die anderen Kliniken der Region zählen zu den größten Arbeitgebern des nördlichsten Bundeslandes.

Als einziger sogenannter Maximalversorger in Schleswig-Holstein deckt das UKSH das gesamte medizinische Leistungsspektrum ab. Zudem bestehen mit der medizinischen Fakultät der Universität zu Lübeck beste Bedingungen, um die Verzahnung von Krankenversorgung und interdisziplinärer Forschung zu fördern.

Das UKSH wird immer wieder ausgezeichnet. Ende 2015 belegte es mit seinen Standorten in Kiel und Lübeck sowie dem Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZIP) in der aktuellen „Focus-Klinikliste der deutschen Top-Krankenhäuser und Fachkliniken 2016“ den Spitzenplatz aller Kliniken im Norden. Insgesamt 29 Punkte hat das UKSH erreicht und ist damit Spitzenreiter im Norden. Im Bundesvergleich wurde das UKSH unter die besten 30 gewählt.

Gleichzeitig bleibt das UKSH aber für das Land wohl noch auf Jahre hinaus ein Millionengrab. Das geht aus Berichten zur Geschäftstätigkeit des Uniklinikums hervor. 13 Millionen Euro Verlust wird das UKSH demnach auch 2017 noch einfahren, 2018 sollen es dann elf Millionen Euro Minus sein.

Aber natürlich wird weiterhin investiert. Der Neubau des Universitätsklinikums in Lübeck soll Ende 2020 vollendet sein. „Wir sind voll im Zeitplan“, betonten im Juli Gesamtprojektleiter Dr. Rene Naumann und der Projektleiter Rohbau, Tobias Thamm. Die Gesamtkosten für die zehn Bauabschnitte betragen, so der UKSH-Vorstandsvorsitzende Prof. Jens Scholz, 300 Millionen Euro. Mit der Fertigstellung des Klinikneubaus werden ab Mitte 2018 räumliche Engpässe in der Uniklinik der Vergangenheit angehören, verspricht der UKSH-Chef.

Auch die Sana-Kliniken investieren. Sie wollen ihr bauliches Modernisierungsprogramm weiterführen. So ist für 2017 und 2018 der Bau zweier weiterer Gebäudeflügel mit je 120 Patientenbetten geplant.

Die Investitionssumme soll bei rund 40 Millionen Euro liegen. Im vergangenen Jahr haben die Sana Kliniken zudem ein eigenes Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen. 1,2 Millionen Euro wurden in das von den Stadtwerken betriebene Kraftwerk investiert.

Auch im Reha-Bereich ist unsere Bundesland führend: Schleswig- Holstein weist im Bundesvergleich die zweithöchste Bettendichte auf. In der Region der IHK zu Lübeck sind es 384 Betten je 100000 Einwohner, in Schleswig-Holstein 349 Betten und in der gesamten Republik 210 Betten je 100000 Einwohner). Etwa 43 Prozent der schleswig-holsteinischen „Reha-Betten“ (insgesamt etwa 4200) finden sich nach Angaben der IHK zu Lübeck in Vorsorge- oder Reha-Einrichtungen innerhalb des Kammerbezirks der IHK zu Lübeck.

Die pflegerische Betreuung der Bevölkerung wird nach IHK-Angaben in ihrem Bezirk von mehr als 430 Anbietern sichergestellt. Der Schwerpunkt liegt demnach mit etwa 270 Einrichtungen im stationären Bereich. Der Großteil der in diesem Segment annähernd 2000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist in den Alten- und Pflegeheimen der Region tätig.

Die Bedeutung der ambulanten Betreuungsleistungen hat dabei in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Auf mehr als 4000 beziffert die IHK die Zahl der Erwerbstätigen in diesem Bereich.

Doch auch durch Übernahmen ist der Markt für Pflege in Bewegung. So wurde für die Hanse-Residenz jüngst eine Lübecker Lösung bekannt: Die Sparkasse zu Lübeck und die Firmengruppe Schütt übernahmen Grundstück und Immobilie in der Hansestadt. Eigentümer ist jetzt die gemeinsame Objektgesellschaft. Die Verträge sind Ende Mai unterzeichnet worden. Die Leitung der Hanse-Residenz liegt aber weiter in den Händen des bisherigen Geschäftsführers Thomas Werdin. „Ich freue mich sehr, dass zwei starke Lübecker Partner gefunden wurden“, sagte er.

Die schleswig-holsteinische Senator-Gruppe (Lübeck) wurde unterdessen von der Alloheim SE (Düsseldorf) übernommen. Senator betreibt 48 Senioren-Residenzen, 22 davon in Schleswig-Holstein, und beschäftigt im Norden rund 1200 Mitarbeiter. Größter Senator-Standort ist Kiel. Hier betreibt das Unternehmen neun Senioreneinrichtungen im gesamten Stadtgebiet sowie ein Senioren-Stift in Laboe. Am Stammsitz Lübeck gibt es zwei Senator-Häuser.

In einer schriftlichen Stellungnahme teilte Alloheim-Geschäftsführer Rainer Hohmann mit: „Senator ist ein solide gewachsenes Unternehmen mit hohen Qualitätsstandards.“ Die Standorte erfüllten „höchste Ansprüche“ und seien eine „ausgezeichnete Ergänzung“ für Alloheim. Senator-Geschäftsführer Robert Plötner teilte mit, mit Alloheim habe er „den richtigen Partner gefunden, der die Senator-Gruppe in die Zukunft führen wird“.

Doch ganz egal ob in der Pflege oder in anderen medizinischen Bereichen: In zahlreichen Einrichtungen gestaltet sich bereits heute die zeitnahe Nachbesetzung offener Stellen – insbesondere in den Pflegeberufen – problematisch.

Unproblematisch und konstant von Vorteil ist dagegen das Umfeld, das unsere Region zu bieten hat: Als direktes Einzugs- und Erholungsgebiet der Metropole Hamburg und mit einem gesunden Klima, wie es sich nicht zuletzt angehende Ruheständler wünschen, bieten Holstein und die Hansestadt ideale Voraussetzungen für Gesundheitsdienstleistungen aller Art. Dasselbe gilt für die im weiteren Umfeld der Gesundheitsdienstleistungen angesiedelten Tourismus-, Kultur- und Freizeitangebote in der Region Lübeck. •

Oliver Schulz

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