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Tipp vom Rechtsanwalt: Dennis Siggelow, AGA Unternehmensverband

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 Befristung von Arbeitsverhältnissen

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Bei der Befristung von Arbeitsverhältnissen können bereits kleine Fehler erhebliche Rechtsfolgen nach sich ziehen. Denn grundsätzlich gilt: Sind die gesetzlichen Vorgaben zur Befristung nicht korrekt eingehalten, entsteht zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Zunächst ist zu beachten, dass jede Befristung schriftlich vereinbart werden muss – und zwar vor Aufnahme der Tätigkeit. Hat der Arbeitnehmer bereits einen oder mehrere Tage im Betrieb gearbeitet und unterzeichnet erst danach den Arbeitsvertrag, besteht rechtlich bereits ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

 Ohne Sachgrund ist eine Befristung höchstens für zwei Jahre zulässig. In dieser Zeit darf ein befristeter Vertrag maximal drei Mal verlängert werden. Bei der Verlängerung dürfen die übrigen Bedingungen des Arbeitsverhältnisses dann aber nicht verändert werden, selbst wenn die Veränderung zugunsten des Arbeitnehmers erfolgt. Anderenfalls ist auch hier ein unbefristetes Arbeitsverhältnis die Folge.

 Nach Ablauf von zwei Jahren ist eine Befristung nur noch zulässig, wenn einer der im Gesetz genannten Sachgründe vorliegt. Häufigster Anwendungsfall ist die Vertretung eines wegen Krankheit oder Elternzeit dauerhaft abwesenden Mitarbeiters. Bei solchen Voraussetzungen ist keine zeitliche Begrenzung der Befristung vorgesehen. Sie kann wiederholt verlängert werden, wenn sich die Krankheit oder Elternzeit, die der Vertretung zugrunde liegt, wider Erwarten verlängert.

 Bei derartigen „Kettenbefristungen“ gilt dennoch die Grenze des Rechtsmissbrauchs. Diese kann überschritten sein, wenn ein Arbeitnehmer in einem Großunternehmen, in dem ständiger Vertretungsbedarf besteht, wiederholt und ausschließlich zur Vertretung abwesender Kollegen befristet eingesetzt wird. Da die rechtliche Zulässigkeit hier stark einzelfallbezogen ist, empfiehlt es sich in solchen Fällen, arbeitsrechtlichen Rat einzuholen. So können gerichtliche Auseinandersetzungen und über das gewünschte Enddatum hinausgehende Beschäftigungen vermieden werden.

Rechtsanwalt Dennis Siggelow
Leiter der AGA-Geschäftsstelle Schleswig-Holstein

AGA Norddeutscher Unternehmensverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung e.V.

AGA-Geschäftsstelle Schleswig-Holstein
Haus der Verbände Lindenallee 16, 24105 Kiel
Jerusalemsberg 7, 23568 Lübeck
Tel. 0431/ 540 28 8-0

Im AGA sind mehr als 3500 überwiegend mittelständische Groß- und Außenhändler sowie unternehmensnahe Dienstleister aus Norddeutschland organisiert. Der AGA unterstützt in Unternehmens- und Personalführung sowie in allen arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Fragen. Ferner vertritt der AGA die branchen- und firmenspezifischen Belange seiner Mitglieder gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.

www.aga.de

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