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Viel mehr als eine private Spielerei

SOCIAL MEDIA Viel mehr als eine private Spielerei

Unternehmenskommunikation und Fachkräftesuche sind die Standardbereiche in denen Soziale Netzwerke von Unternehmen genutzt werden. In Werbung, PR, Vertrieb und Verkauf gibt es Nachholbedarf.

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Quelle: Groenning - Fotolia

Laut einer Bitkom-Studie nutzen rund 40 Millionen Menschen in Deutschland Soziale Netzwerke — Tendenz steigend. Das ist jetzt schon die Hälfte aller Menschen in unserem Land! Aber nur die Hälfte der Unternehmen, das ist ein anderes Ergebnis der Studie, nutzt genau diese Social-Media-Kanäle für das Marketing. Obwohl immerhin knapp 80 Prozent der Firmen in den sozialen Netzwerken immerhin vertreten sind.

 

WZ-Bild

Daumen hoch! Der Facebook-Daumen ebenso wie der Twitter-Vogel sind international bekannte Symbole für Social Media. Diese Plattformen professionell bedienen zu können, ist im Wettbewerb unerlässlich.

Quelle: Fotos: J. Glaubitz, Groenning, J. Smith / Fotolia. Montage:af

Aber oft heißt „vertreten“ auch nur: anwesend. Ein klar definiertes Budget haben laut der Studie Social Marketing I/2013 der Dialogmarketing Agentur Brüggemann und Freude nur 30 Prozent der Unternehmen. Und rund ein Drittel der Unternehmen, so die Studie, stimmt die Marketingaktivitäten in den sozialen Medien nicht auf die sonstigen Marketingaktivitäten ab.

Dabei bieten die sozialen Medien nicht nur für die Unternehmenskommunikation oder die Fachkräftesuche viele Potenziale, sondern vor allem auch für das Marketing, betonen die Auftraggeber der Studie. Klassische Elemente aus Werbung, PR, Vertrieb und Verkauf werden durch die sozialen Mediaplattformen miteinander verbunden — und das bietet Unternehmen viele Vorteile.

Netzwerke wie Facebook oder Instagram sind im Alltag vieler Menschen mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Und dabei geht es ihnen um mehr, als nur Urlaubsfotos von sich zu posten und die Katzenbilder von anderen zu „liken“ und zu teilen. Die Plattformen dienen auch als Informationsquelle, nicht nur bei Nachrichten, auch wenn es um den Konsum oder die Expertensuche geht.

Zu den Sozialen Netzwerken zählen schon lange nicht mehr nur Facebook und das eher unternehmerische und weniger populäre Xing — sondern auch Instagram, was bei den jüngeren Usern immer beliebter wird, die Plattform Twitter, das noch eher in den USA bekanntere Pinterest, aber auch genauso Podcasts auf firmeneigenen Youtube-Channeln.

Wer regelmäßig präsent ist, steigert auch seine Auffindbarkeit durch Google und Co — doch auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, ist nicht unbedingt ratsam.

Man sollte nur dort aktiv sein, wo sich auch die potenziellen Kunden tummeln. Ob die für eine Anwaltskanzlei bei Pinterest oder Instagram zu finden sind, sei mal eher dahingestellt, hier kann man aber beispielsweise durch Twitter als Experte wahrgenommen werden. Unternehmen, die Produkte anbieten, die optisch ansprechend sind und auf Design setzen, können beispielsweise durch Instagram besonders eine junge Zielgruppe auf sich aufmerksam machen und durch das Posten von optisch ansprechenden Bildern und entsprechenden Hashtags ganz kostenlos für sich werben.

Videos auf Youtube eignen sich beispielsweise nicht nur, um Messeauftritte oder Produktneuheiten zu zeigen, sondern auch um die Kunden emotional anzusprechen. Gerade Videos mit lustigen oder sehr emotionalen Inhalten werden oft geteilt

— und erhalten so eine große Reichweite. Auch Experteninterviews oder Tutorials und Anleitungen für kompliziertere Produkte lassen sich bei Youtube gut in die Content Marketing Strategie einbinden.

Facebook, Twitter und Instagram bieten übrigens auch die Möglichkeit, Werbeanzeigen zu schalten, die sich sehr konkret auf die Zielgruppe zuschneidern und schalten lassen — dank der oft kritisieren Datensammlung, die die Netzwerke bei ihren Usern betreiben. So lassen sich auch durch die eigenen Statistiken der Firmenprofile das Nutzerverhalten und andere Daten über die Nutzer leicht analysieren: Wann sind meine Kunden online? Welche Inhalte mögen sie besonders? Welche Inhalte kommen gar nicht an? Was wird oft geteilt? Wo gibt es viele Interaktionen wie das Teilen oder Diskussionen in der Kommentarfunktion? Die statistischen Informationen gehen hin bis zu Daten über Alter, Geschlecht und Wohnort.

Nicht zuletzt bieten Facebook und Co. den großen Vorteil der Feedback-Kultur: Man ist im direkten Kontakt zum Kunden. Durch die Interaktion kann man als Unternehmen nicht nur Kunden über Neuheiten informieren, sondern auch ganz konkret in Produktentstehungsprozesse mit einbinden.

Die Kommunikation bekommt einen informelleren Touch, läuft schneller ab, direkter und oft auch persönlicher. Deshalb sollte man seine Reaktionsgeschwindigkeit auch der Geschwindigkeit der Netzwerke anpassen, raten Social-Media-Experten: Mit einem Tag Verzögerung auf Kommentare antworten ist eindeutig zu langsam.

Doch bei dem Firmenauftritt in den sozialen Netzwerken gilt wie bei allen Marketing-Auftritten: Man sollte einen einheitlichen Auftritt haben. Die Corporate Identity gilt auch im Internet. Und das Marketing bei Facebook und Co. will gepflegt werden: Lieber gar nicht als halbherzig. Denn das fällt auf — meistens negativ. Auch wenn es durch die Daumen hoch-Symbole oft suggeriert wird: Es geht nicht nur um große Reichweite. Statt rein auf Reichweite und Quantität zu setzen, sollte man als Unternehmen besonders auf Qualität setzen: Lieber 1000 Facebook-Fans, die auch die Produkte oder Dienstleistungen kaufen, als 3000 Follower, die keinerlei Feedback geben geschweige denn den Laden betreten.   •

Von Nathalie Klüver

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