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Schleswig Weltweit vernetzt

Schleswig-Holsteins Außenhandel wächst – mit den Ländern der Europäischen Union ebenso wie mit den USA. Politische Trends und wirtschaftliche Sanktionen können die positive Entwicklung nicht aufhalten.

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Europa, Asien, die ganze Welt – der Handel ist längst globalisiert. Unternehmen aller Größenordnungen sind heute international vertreten.

Quelle: Artalis-Kartographie, Jamesteohart / Fotolia, Montage: Af

Schleswig.  

Nationalismus ist ein starker Trend der vergangenen Jahre. Er zeigt sich im Brexit-Votum ebenso wie im Ergebnis der US-Wahl. Er zeigt sich aber auch in den schwierigen Verhandlungen über die Handelsabkommen TTIP und CETA. Und er steht in einem klaren Missverhältnis zu dem, was den deutschen Handel ausmacht: Export und internationale Verflechtung.

Das gilt auch für den Norden der Republik.

Die deutsche Wirtschaft ist eng mit den internationalen Märkten verflochten – die Wirtschaft Schleswig-Holsteins setzt insbesondere auf europäische Länder.

So sind nach Angaben des Statistikamtes Nord aus unserem Bundesland im Jahr 2015 Waren im Wert von 19,7 Milliarden Euro exportiert worden, 0,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. 65 Prozent der Ausfuhren gingen in europäische Länder – zwar etwas weniger als im Jahr 2014, trotzdem bleiben die Länder der Europäischen Union die wichtigsten Absatzmärkte für Schleswig-Holstein.

Besondere Bedeutung für Schleswig-Holstein hat der Ostseeraum. „Durch transnationale Zusammenarbeit, durch die gegenseitige Ergänzung der vielfältigen Kompetenzen in Wissenschaft, Forschung und Innovation kann Schleswig- Holstein nicht nur als Wirtschaftsstandort profitieren, sondern gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Region weiter stärken“, sagt Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. „Acht der neun Anrainer sind Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Trotz wirtschaftlicher und kultureller Unterschiede bilden die Ostseeanrainerstaaten einen gemeinsamen Wirtschaftsraum und sind in vielfältiger Weise miteinander verbunden.“

So war wichtigster Abnehmer für Produkte aus Schleswig-Holstein im Jahr 2015 Dänemark. Dort wurden Waren im Wert von 1,6 Milliarden Euro aus unserem Bundesland abgesetzt. Zu besonders beliebten Destinationen für schleswig-holsteinische Unternehmen mausern sich zudem die baltischen Staaten. Estland, Lettland und Litauen – erst seit 2004 Mitglieder der Eurozone – gelten als besonders entwicklungsstarke Märkte. Aber auch Finnland hat sich in wenigen Jahrzehnten zu einer modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft entwickelt.

Ganz vorne bei den Exportdestinationen liegen ebenso andere europäische Länder. So bezogen die Niederlande im vergangenen Jahr Güter im Wert von 1,28 Milliarden Euro aus dem nördlichsten Bundesland und nahmen damit Rang 3 der Exportkunden ein – gefolgt von Frankreich mit 1,25 Milliarden Euro und dem Vereinigten Königreich mit 1,14 Milliarden Euro.

Doch neben den inter-europäischen Wirtschaftsbeziehungen ist Schleswig-Holstein auch deutlich transatlantisch ausgerichtet. Der US-Markt wird aus der Sicht Schleswig-Holsteins als der dynamischste überhaupt eingeschätzt, Made in Germany ist dort beliebt. In die Vereinigten Staaten, dem zweitwichtigsten Handelspartner Schleswig-Holsteins, gingen im letzten Jahr Waren im Wert von 1,45 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Aber es gibt auch immer mehr Regionen, in denen die Lage alles andere als stabil ist. So stockt, was in Richtung Westen immer effektiver läuft, in der entgegengesetzten Himmelsrichtung zunehmend: Der Handel mit Russland ist nach den EU-Sanktionen und Gegenmaßnahmen Moskaus stark zurückgegangen, die Quote fällt weiter. Und es ist die Wirtschaft Norddeutschlands, die besonders darunter leidet.

Gleichzeitig gibt es im Osten neue Märkte, die sich öffnen – und auch wieder schließen. Während die Lage im Nahen Osten auf absehbare Zeit unübersichtlich ist, bleiben die großen Volkswirtschaften Asiens unverändert im Fokus – wenn auch auf relativ niedrigem Niveau. Nach einer bedrohlichen Flaute erholte sich die Konjunktur Chinas zuletzt. Indiens Wirtschaft entwickelt sich unterdessen stabil .

Das Auf und Ab der Wachstumskurven der großen asiatischen Nationen oder der Einbruch des Russland-Geschäftes sind nur Beispiele dafür, wie sehr der globale Handel in den vergangenen Jahren regionalen Schwankungen unterworfen war. Sie sind aber vor allem gute Argumente dafür, Unterstützung anzubieten, wenn lokale Akteure internationale Märkte erschließen wollen.

Daran mangelt es in unserer Region nicht. Schleswig-Holsteins Unternehmen können heute auf ein breit gefächertes Informationsangebot für den Außenhandel zurückgreifen. Hilfe bekommen sie etwa bei der Industrie- und Handelskammer, der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer in Schleswig-Holstein (WTSH), bei den Hansebüros der Landesregierung Schleswig- Holstein – aber auch bei den Deutschen Auslandshandelskammern.

Und der Weg dorthin lohnt sich. Denn bei allen Einbrüchen und Krisen der Weltwirtschaft lässt sich eines festhalten: Der Außenhandel im Ganzen bleibt stabil.

Deshalb darf man hoffen, dass der Trend zu Inseldenken und Nationalismus nur ein kurzfristiger und oberflächlicher ist. Die Entwicklung zu einer auch in der Zukunft immer enger verflochtenen globalen Wirtschaft lässt sich kaum umkehren.   •

Oliver Schulz

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