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ACKERBAU Wetterbedingt weniger

Die diesjährige Getreideernte ist schwach.

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Getreideernte in Schleswig-Holstein.

Quelle: Oliver Schulz

Rund eine Million Hektar werden in Schleswig Holstein nach Angaben der Landwirtschaftskammer landwirtschaftlich genutzt. Davon sind 668 000 Hektar Ackerland.

Die gesamte Getreideanbaufläche in Schleswig-Holstein wurde 2017 um 3000 Hektar ausgeweitet – ein Prozent mehr als 2016. Am verbreitetsten in Schleswig-Holstein ist Winterweizen. Auf ihn entfallen im Land in diesem Jahr allein 184900 Hektar, ein Minus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dagegen vergrößerte sich die Anbaufläche für Wintergerste in Schleswig-Holstein vergrößerte um 5 Prozent auf 62 500 Hektar Winterroggen wurde im Land auf 27 300 Hektar angebaut.

Zu den Öl- und Eiweißpflanzen zählen Kulturpflanzen wie Raps, Ackerbohnen und Futtererbsen. 2016 wurde Winterraps auf einer Fläche von rund 93800 Hektar angebaut. Sommerraps hat in Schleswig-Holstein keine Bedeutung. Die Anbaufläche von Silomais in Schleswig-Holstein liegt laut Statistikamt Nord diesem Jahr bei 164400 Hektar. Der Mais wird überwiegend gehäckselt, einsiliert und in der Tierfütterung sowie über Biogasanlagen verwertet. Wenn auch in geringem Maße wird im Süden unseres Bundeslandes Körnermais kultiviert.

In Schleswig-Holstein werden auch auf etwa 5700 Hektar Kartoffeln angebaut. Dabei wird zwischen Pflanzkartoffeln, Kartoffeln für die Stärkeproduktion und Speisekartoffeln unterschieden. Zuckerrüben werden auf einer Fläche von rund 7000 Hektar in Schleswig-Holstein kultiviert.

Doch die Ernte ist – wie bereits im Vorjahr – schwach. Das Frühjahr war zu kalt, der Sommer zu verregnet. Viele Landwirte beklagen hohe Ernteeinbußen. Betroffen sind vor allem Raps, Weizen – aber auch Äpfel und Erdbeeren bereiten ihnen Sorgen.

Beim Weizen ist nicht nur die gedroschene Menge relevant, sondern auch die Qualität. „Oftmals ist zu nasser Weizen nicht mehr backfähig“, erklärt Dierk Boie, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Plön. „Dann wird der Brotweizen zu Futterweizen.“ Das drücke den Preis. „Wird ein Hektar Brot- zu Futterweizen, mache ich einen Verlust von 160 Euro“, sagt Jahnke Reinhard vom Kreisbauernverband Herzogtum Lauenburg. „Das ist viel Geld.“

In unserer Region sei auch die Rapsernte „mit überwiegend enttäuschenden Erträgen“, eingefahren worden, so Werner Schwarz, Präsident des Landesbauernverbands. Als Landwirt müsse man diese Saison „ein ziemlich dickes Fell“ haben, sagt auch Jens-Walter Bohnenkamp vom Kreisbauernverband Segeberg: „Es war ein schwieriges Jahr.“

Für Ostholstein sagt Holger Schädlich, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes: „Es ist ein schlechtes Jahr, besonders finanziell.“ Der Weltmarkt biete aktuell eher schwache Preise für die Hauptfrüchte an. Insbesondere bei Weizen mit schlechten Qualitäten, dem Futterweizen, würden die Bauern ein Minusgeschäft machen. „Es gab ein Zeitfenster im Frühling, wo Vorkontrakte zu besseren Preisen geschlossen werden konnten.“

Doch nicht nicht nur der Ackerbau leidet dieses Jahr. Laut Jens- Walter Bohnenkamp ernteten die Landwirte im Kreis Segeberg rund 60 Prozent weniger Äpfel als im Vorjahr. Viele Baumblüten seien im Frühjahr erfroren, die Hummeln und Bienen konnten sie nicht bestäuben. Ähnlich sei es bei den Erdbeeren.

Oliver Schulz

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