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Es gibt zwei Sorten von Geldausgebern. Pfennigfuchser und Scheinwedler. Ich bin ja eher der Typ Pfennigfuchser. Heißt: Wenn ich an der Kasse stehe und soll 32,54 Euro bezahlen, gucke ich, ob ich vielleicht vier Cent oder gar 54 Cent oder — Gipfel des Pfennigfuchser-Erfolgs — 2,54 Euro passend habe. Mache ich aber nur, wenn die Schlange hinter mir nicht bis zur Fleischtheke reicht. In diesem Fall riskiere ich nur einen Blick ins Münzfach. Wenn‘s nicht gleich passend geht, muss halt ein Schein her.

Der Scheinwedler zieht dagegen immer einen Schein aus dem Portemonnaie, egal, wie krumm und klein der Betrag ist. Soll die Kassiererin doch die Münzen aus den einzelnen Fächern der Kasse zusammen klauben.

Jetzt bin ich aber auch zum Scheinwedler geworden. Warum? Weil das Schuljahr angefangen hat: Jetzt fordern die Lehrer beinahe täglich krumme Summen von uns Eltern, passend abgezählt. Die Liste dieser Woche: einmal 9,50 Euro, einmal 8,95 Euro, jeweils für Arbeitshefte, und einmal zwei Euro Kopiergeld. Woher so viel Kleingeld nehmen, wenn ich Pfennigfuchserin es schon der Verkäuferin beim Bäcker — die ist immer dankbar für Münzen — überreicht habe? Also habe ich die 38 Cent für zwei Hefte und die 1,99 Cent für Luftballons für den Kunstunterricht im Drogeriemarkt mit je einem Schein bezahlt und pfennigfuchse nachher das Kleingeld für die Lehrer zusammen. Das können die ja dann beim Bäcker in Scheine umtauschen und damit an der Supermarktkasse herumwedeln.

LN