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Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Anne und ihr Blick auf Mexiko Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Anne Hiller (25) hat gerade zwei Monate in Mérida in Ostmexiko bei einer Food Bank gearbeitet. Inzwischen ist sie zurück in Deutschland und zieht ihr Resümee.

Sonnentanz

Quelle: privat

Der schönste Moment:

Es gab viele beeindruckende Momente in Mexiko. Die meisten hingen mit der unnachahmlichen Lebensfreude der Mexikaner zusammen. Mittlerweile habe ich schon einige Länder gesehen und in einigen davon gelebt. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Menschen fröhlicher sind, desto knapper die finanziellen Mittel sind. Das beste Beispiel waren dafür die Abende jeden Mittwoch. Zu diesem Zeitpunkt nämlich versammelten sich alle Einwohner von Mérida auf einem der vielen Plätze in der Stadt. Eine Liveband spielte traditionelle lateinamerikanische Musik, und in den Augen der Menschen sah man pure Freude, als wenn sie nichts anderes zum Leben brauchten als den Tanz. Ich wüschte auch in Deutschland gäbe es so eine Einstellung zum Leben. Manchmal erscheint mir unser "höher, weiter schneller" nicht erfüllend.

Was ich bestimmt nicht vermissen werde:

Eigentlich war alles fantastisch. Das einzige, was mich ein wenig gestört hat, war die Tatsache, dass man im Hostel ungefähr jeden zweiten Tag mit neuen Menschen zusammen gelebt hat. Das war etwas schade, ich hätte gern einige Menschen näher kennen gelernt. 

Das Wort habe ich am meisten gebraucht:

No entiendo - ich verstehe nicht. Wie auch in China war diese Floskel mein Allheilmittel für alles. Es wirkte gegen Menschen, die zu schnell sprechen, Menschen mit extremen Akzent und Wörter, die ich noch nicht kannte. Die Sätze wurden dann meist von meinem Gegenüber einfacher bzw. anders erklärt, gegebenenfalls auch mit Händen und Füßen, und schon ergab alles einen Sinn

Vorurteile, die ich über Bord schmeißen musste:

Da ich schon in China ein paar Mexikaner kennen gelernt hatte, war ich etwas erstaunt, als ich die Menschen in Mexiko sah. Meine bisherigen Freunde kamen aus dem Westen bzw. Norden des Landes und waren größer und nicht so braun gebrannt. Den Menschen Méridas sieht man sehr an, dass sie von den Mayas abstammen. Mexikaner sind also auch nicht gleich Mexikaner, alle Menschen sind anders. Ich finde, das muss man sich selbst  immer wieder vor Augen führen, da in unserer Gesellschaft schon sehr das Schubladendenken dominiert.

Geheimtipps für Nachmacher:

Man darf sich nicht zurück schrecken lassen von lauten Zurufen der Mexikaner auf der Straße. Die Kultur ist viel offener, als man es in Deutschland gewohnt ist. Mückenspray ist immer von Vorteil, wenn man nicht gerade lange Kleidung trägt (bei 40°C im Schatten ist dies auch nicht immer ratsam). Trotzdem sollte man versuchen, möglichst relativ lange Kleidung zu tragen, da das mexikanische Volk tendenziell doch konservativer ist. Ansonsten würde ich sagen: Immer positiv bleiben, und nie den Mut verlieren!

Abschlussimpressionen:

Natürlich habe ich während meiner Zeit in Mexiko nicht nur gearbeitet. Besonders an den Wochenenden erkundete ich mit anderen Volontären oft die Halbinsel Yucatan. Man denkt, man ist im Paradies.

Der Strand von Holbox

Der Strand von Holbox

Quelle:



Flamingos

Flamingos

Quelle:



Eine Tour führte mich in das Fischerdorf Celestún im Nord-Westen Yucatáns und somit in die Nähe eines artenreichen Naturschutzreservats, das aus zahlreichen Lagunen- und Mangroven-Landschaften besteht. Wir fuhren mit dem Bus dorthin und stiegen ganz in der Nähe des Meeres aus. Unser erstes Ziel war eine Bootstour durch die Bucht von Celestún. Normalerweise kann man vom Boot aus zahlreiche Flamingos beobachten, allerdings gab es relativ wenige Anfang Juni, als wir dort waren. Der Bootsführer erzählte uns, dass die Hochsaison für die Flamingos im Dezember sei, denn dann würden an der Stelle etwa 5 000 Vögel zusammen zu sehen sein. Leider konnten wir "nur" 400 Tiere erspähen. Jedoch auch diese Menge an Tieren sah schon sehr imposant aus. Kaum zu glauben, dass es zu einer anderen Jahreszeit mehr als zehnmal so viele sind.

Mangrovenwälder

Mangrovenwälder

Quelle:



Die subtropische Vegetation von Celestún besticht durch viele exotische Pflanzenarten, wie einzigartige Palmen, Orchideen und seltene Kakteen. Zum Schluss stoppten wir in der Nähe einer Naturquelle, dessen Wasser im Gegensatz zum Wasser in der Bucht sehr klar war. Hier konnten wir ein paar Fische bestaunen sowie einen Babyalligator. Nach der Bootstour gingen wir natürlich noch an den Strand. Das Wetter war etwas windig und die Wellen dadurch etwas höher, aber das Wasser schön warm. Mit den Palmen am Strand und den vielen Muscheln im Sand fühlte ich mich nun endgültig wie im Urlaub.

Mein erster gefangener Fisch

Mein erster gefangener Fisch

Quelle:
Celestún 20.859304 -90.397205
Celestún
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