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Kunst wider Willen

Bianca-Renee Hellberg (21) studiert in Südkorea Kunst wider Willen

In Seoul war die Art "Neighbourhood" von 64 Künstlern zum Touristenmagneten geworden. Gelieben davon ist kaum etwas. Ein wehmütiger Rücklick. 

Von den Kunstwerken ist kaum etwas geblieben.

Quelle: Bianca-Renee Hellberg

Seoul. Ich habe einige Zeit überlegt, ob ich diese Bilder teilen soll – denn ich gebe zu, dass sie nicht aus diesem Jahr sind und demnach nur wenig mit meinem derzeitigen Koreaaufenthalt zu tun haben. Letztendlich habe ich mich dann doch dafür entschieden, sie zu teilen – denn es sind einige der letzten Bilder, die es von der Art Neighbourhood (dt. Kunst Nachbarschaft) gibt. Als ich dieses Jahr auf den Berg, pardon, Hügel gelaufen bin, um mir den aktuellen Zustand anzusehen, war ich nicht unbedingt überrascht, aber unfassbar traurig.
Die Anwohner haben fast alle Bilder und Treppen mit grauer Farbe übermalt, wahrscheinlich wegen zu lauter Touristen. Was ich auf der einen Seite verstehen kann, da jeder irgendwie in einer ruhigen Gegend leben möchte, dennoch ist es schade, dass fast nichts von alledem erhalten ist – ausgenommen der Engelsflügel und dem Bild mit den zwei Hunden. Die ganze Gegend war mit bunten Wänden verziert, die Bilder teilweise auch oberhalb der Treppen.

Entstanden war das Kunstprojekt erst 2006, als Teil eines größeren Projekts zur Verbesserung der Umgebung und zur Erhaltung der Gegend, die eigentlich schon damals abgerissen wurde, da sie sich mehr und mehr in ein alterndes Slum verwandelte. 60 Künstler waren daran beteiligt, dieses Dorf am Hang eines Berges mit 64 Werken zu verzieren – doch bereits 2007 wurde etwa die Hälfte aufgrund der Bitte der Anwohner entfernt, da Besucher nicht nur positive Effekte mit sich bringen. Nachdem 2013 60 neue Werke entstanden, ist nun, drei Jahre später, kaum noch etwas davon zu sehen.

Umso wertvoller sind die Erinnerungen und die Bilder. Wer weiß, vielleicht wird es ja irgendwann doch wieder restauriert, da es nach wie vor im Internet vermerkt ist und auch 2013 die Gegend wieder auflebte.

Mich bringt das Geschehen nur zu einer Frage: Waren die Bewohner des „Dorfes“, das eigentlich mitten in Seoul liegt, überhaupt an einer Verschönerung interessiert oder war die Gemeinschaft eventuell von Anfang an dagegen, ihre Nachbarschaft in eine Touristenattraktion zu verwandeln? Oder war es nur eine Strategie der Politik, um die Einnahmen zu steigern?

Kunst am Bau. . .

Kunst am Bau. . .

Quelle:
Schöner Wohnen in Seoul.

Schöner Wohnen in Seoul

Quelle:
Kunst kommt von können.

Kunst kommt von können.

Quelle:
Entstanden war das Projekt 2006; jetzt sind die meisten Kunstwerke verschwunden.

Entstanden war das Projekt 2006; jetzt sind die meisten Kunstwerke verschwunden

Quelle:
Touristenmagnet wider Willen?

Touristenmagnet wider Willen?

Quelle:
60 Künstler, 64 Werke. Geblieben davon ist kaum etwas.

60 Künstler, 64 Werke. Geblieben davon ist kaum etwas.

Quelle:
Die "Art Neighbourhood" (dt. Kunst Nachbarschaft) war ein viel beachtetes Projekt.

Die "Art Neighbourhood" (dt. Kunst Nachbarschaft) war ein viel beachtetes Projekt.

Quelle:
Bereits 2007 wurden etwa die Hälfte der Werke entfernt.

Bereits 2007 wurden etwa die Hälfte der Werke entfernt.

Quelle:
Sich einfach mal: hängen lassen.

Sich einfach mal: hängen lassen.

Quelle:
Das Kunstprojekt hatte unter den Anwohnern nicht nur Freunde gefunden.

Das Kunstprojekt hatte unter den Anwohnern nicht nur Freunde gefunden.

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