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Zeit für Abenteuer

Bianca-Renee Hellberg aus dem Kreis Segeberg studiert in Südkorea Zeit für Abenteuer

Ins Disneyland nach Paris zu fahren, ist das eine, wie ein Freizeitpark in Südkorea aber funktioniert, das wollte Gaststudentin Bianca-Renee Hellberg ausprobieren - und entdeckte dabei ihr zehnjähriges Ich.

Bianca im Wunderland.

Quelle: Bianca-Renee Hellberg

 Everland Resort

Was nach einem ziemlich interessanten Urlaubsort klingt, ist eigentlich ein Freizeitpark außerhalb von Seoul. Es dauert von Gangnam bis zum Everland Resort mit dem Bus circa eine Stunde, in der Hochsaison fahren die Busse alle zwanzig bis dreißig Minuten dorthin.
Was lässt sich über einen Freizeitpark groß erzählen? Ich wollte auf jeden Fall entweder nach Everland Resort oder Lotte World Adventure, zweites könnte ich eventuell im Winter sogar noch schaffen, da es ein Indoor Freizeitpark ist. So hatte Everland Resort im Sommer den Vorzug bekommen. Ich hatte Freikarten geschenkt bekommen und so entschloss ich mich, dorthin zu fahren, wenn auch nicht allein.
Wenn ich mich richtig erinnere, kostete der Eintritt normalerweise 45 000 koreanische Won, was in etwa 35 bis 40 Euro entspricht und eigentlich auch für deutsche Verhältnisse nicht allzu unnormal ist, natürlich abhängig vom eigentlichen Park.
Und ich denke, ich bin keine Ausnahme, wenn ich zugebe, dass ich in einem Freizeitpark gerne wieder zu meinem zehnjährigen Ich mutiere und alles furchtbar faszinierend und spannend finde.
Besonders lustig und auch interessant fand ich ironischerweise die kleine Thomas-Lokomotive, die mit Kindern kleine Runden durch ein Sonnenblumenfeld dreht. Da tut es mir fast Leid, dass wir so etwas nicht haben. Ich hätte es als Kind geliebt, und mein zehnjähriges Ich fand Thomas immer noch toll.

Ich kann mich noch daran erinnern, als in meiner Kindheit Ponyreiten in Freizeitparks angeboten wurde. Ich weiß nicht mehr genau, warum, aber von einem Jahr auf das andere waren dann die Ponys weg und ich war so traurig, dass ich mein kleines Lieblingspony nicht mehr wiedersehen konnte. Im Everland Resort gibt es nicht nur Ponyreiten sondern auch Kamele. Ich war anfangs mehr als nur ein bisschen überrascht, dass sich weder Tierschutz noch der Kostenpunkt wohl je bemerkbar gemacht hatten, aber weiter hinterfragen sollte ich es wohl auch nicht.

Achterbahnen sind dagegen eher schwer zu finden. Es gibt wohl eine Kinderachterbahn und dann die größte Holzachterbahn Südkoreas, T-Express, aber sonst eher wenig, was sich in diese Richtung bewegt. Blöderweise ist selbst bei gutem Wetter der T-Express geschlossen, sodass die Achterbahnliebhaberin in mir doch ein wenig gekränkt war.

Auch sehr interessant war die Aufteilung nach Themen, und sogar ein deutsch-österreichisches Thema war zu finden. Ich habe gehört, dass im Winter in diesem „Alpine Village“ eine Rodelbahn entsteht. Wieso man gerade dazu ein deutsches Motto hat – na ja. Dass die Dekoration an einigen Gebäuden mich auch sehr stark an Bayern erinnert hat, sei einmal dahingestellt. International denkt man von Deutschland halt das, was für uns typisch bayrisch ist –Wurst, Dirndle, Berge, Bier und Sauerkraut. Sauerkraut hab ich allerdings nicht gefunden. Sehr traurig, ich will Sauerkraut essen.

Alles in allem war es schön, einen Freizeitpark zu finden und dort einfach mal abschalten zu können. Es wäre nur noch schöner gewesen, wenn man nicht bei jedem Schritt vor die Tür mir circa 32 bis 35°C fast erstickt wäre, aber da der Sommer hier noch höhere Temperaturen bot, war es doch noch annehmbar.

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