Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Dem Seelöwen die Nase kitzeln

Georg und Kolja reisen durch Südamerika Dem Seelöwen die Nase kitzeln

Georg Fiedler (19) aus Lübeck und Kolja Wächter (19) aus Plön haben gerade ihr Abitur gemacht und reisen nun durch Südamerika. In Peru surfen sie auf Sanddünen, und als Kontrast gibt es einen Besuch bei Humboldt-Pinguinen und Seelöwen.

Reiche Tierwelt auf den Islas Ballestas

Quelle: privat

Südlich von Lima liegt die Oasenstadt Huacachina, eine von zwei Oasen in Südamerika. Durch riesige Sanddünen wird dieser kleine Ort umschlossen, und im Osten erstreckt sich eine etwa 70 Kilometer breite, unbewohnte Dünenlandschaft, die erst vom Pazifik beendet wird. Huacachina selbst besteht aus einer grünen Lagune, dessen Ufer von meterhohen Palmen gesäumt wird. Auch wenn keiner von uns beiden jemals in Afrika oder im Nahen Osten war, haben wir uns an diesem Fleck eher an einen Ort in der Sahara als an Südamerika erinnert gefühlt.

Die Hauptattrakation des Ortes ist das Sandboarding. Dies ist eine abgewandelte Form des Snowboardings mit dem einzigen Unterschied, dass man sich auf Dünensand anstatt auf Schnee bewegt. Wer keine Erfahrung im Snowboarden hat, kann auch einfach bäuchlings auf dem Brett die Hügel herab sausen, was eigentlich noch mehr Spaß macht, da man auf diese Weise so schnell wird, dass es einem Tränen in die Augen treibt. Und leider gibt es keine Lifte. Es steht also vor jeder zweiminütigen Abfahrt ein sehr viel längerer Marsch hangaufwärts an. Ganz nach dem Motto: "Zwei Schritte nach vorne und einer wieder zurück". In feinen Sand der Dünen kommt man nur wie eine Schnecke voran, da man stets knöcheltief einsinkt. Das ganze kann man, wenn man will, mit einer Rundfahrt im Wüstenbuggy verbinden, die einem die kräftezehrenden Aufstiege erspart. Dieser Trip ist ein echtes Abenteuer, da die Fahrer mit hoher Geschwindigkeit die teilweise knapp 90 Grad steilen Dünen herunter heizen und man den ein oder anderen blauen Fleck nicht vermeiden kann. Am Ende der Tour harrt man in einer Düne aus, um den meist tiefroten Sonnenuntergang zu betrachten.

Südamerika statt Sahara

Südamerika statt Sahara

Quelle:



(N)irgendwo in Afrika…

(N)irgendwo in Afrika…

Quelle:



Unser Buggyfahrer (rechts) hatte sichtlich Spaß an seinem Job

Unser Buggyfahrer (rechts) hatte sichtlich Spaß an seinem Job

Quelle:



Durch die Nähe zur Stadt Ica darf man sich die Oase aber nicht einsam und verlassen vorstellen. Um die Lagune tummeln sich eine Menge verschiedener Typen. Bloß keine Wüstennomaden. So haben wir auch den modernen Schatzsucher Gonzalo kennen gelernt, der dort täglich mehrere Stunden mit seinem Metalldetektor den Sand durchpflügt. Er sei auf der Suche nach Dingen, die unachtsame Touristen dort verloren haben, erklärte er uns. Dabei habe er sogar schon mal einen goldenen Ehering gefunden.

Auf Schatzsuche mit Gonzalo

Auf Schatzsuche mit Gonzalo

Quelle:



Die Provinz Ica, in der sich Huacachina befindet, ist von zahlreichen Weinplantagen geprägt. Diese Region ist nämlich der Hauptproduzent des peruanischen Nationalgetränks Pisco, ein Weinbrand, der quasi mit der Ankunft der Spanier nahe der peruanischen Stadt Pisco erfunden wurde. Wir haben die Chance genutzt und eine Kelterei in der Nähe besucht. Der informative Teil kam zwar etwas kurz, aber die anschließende Verkostung mit einer Reisegruppe, die wir am Vortag kennen gelernt hatten, endete sehr amüsant. Durch unseren indigenen Guide konnten wir sogar unsere Quechuakenntnisse aufbessern. Also dann: "Upurushun!” (Prost!)
Dabei muss erwähnt werden, dass auch Chile das Recht beansprucht, ein Nationalgetränk namens Pisco herzustellen. Dies führte in der Vergangenheit zu juristischen Konflikten zwischen den beiden Nachbarländern, deren Verhältnis aus historischer Sicht bereits angespannt ist. Niemals darf man einem Peruaner sagen, dass Pisco chilenisch sei und andersherum muss man ebenso vorsichtig sein. Aus peruanischer Sicht ist es ein geographisch geschützter Begriff, so wie der Champagner in Frankreich. Chilenen hingegen betrachten den Namen nur als generische Bezeichnung für die Art des Getränks, ohne dass die Region eine Rolle spielt. Um dem Ausdruck zu verleihen benannte Chile  kurzerhand eine seiner Städte in einem seiner Weingebiete ebenfalls zu Pisco um.

Bei der Verköstigung wurden uns viele verschiede Varianten des Pisco präsentiert

Bei der Verköstigung wurden uns viele verschiede Varianten des Pisco präsentiert

Quelle:



Von unseren Freunden in Lima wurde uns zum Besuch der "Islas Ballestas", einer Inselgruppe vor der Hafenstadt Paracas, geraten. Die Inseln zeichnen sich durch eine hohe Artenvielfalt aus. Dies bemerkt man schon bei der Anfahrt im Boot, wenn sich die Silhouette einer schwarze Klippe aus der Nähe als eine einzige riesige Vogelkolonie herausstellt. Die dort brütenden Guanotölpel haben die Inseln in der Vergangenheit zu einem wirtschaftlich sehr ertragreichen Ort erhoben. Denn der Vogelkot, genannt Guano, war im 19. Jahrhundert eines der bedeutendsten Importgüter Europas. Er wurde für Dünger und Sprengstoff benötigt. Auch heute noch fährt einmal jährlich eine Armee an Männern mit Schaufeln auf die Inseln heraus um die dicken Schichten an Guano abzuschaben und in Säcken an Land zu bringen. Auf den Islas Ballestas ließen sich jedoch noch weitere faszinierende Arten von uns beobachten. Wir haben Humboldt-Pinguine und zahlreiche Seelöwen beobachten können, die sich auf den Felsen sonnen.

Eine Kolonie Guanotölpel tarnt sich

Eine Kolonie Guanotölpel tarnt sich

Quelle:



Humboldt-Pinguine

Humboldt-Pinguine

Quelle:



Wir konnten die Seelöwen fast an ihren Nasen kitzeln

Wir konnten die Seelöwen fast an ihren Nasen kitzeln

Quelle:

 

Islas Ballestas -13.731831 -76.39773
Islas Ballestas
Voriger Artikel
Nächster Artikel