Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Mit Schildkröten schwimmen

Georg und Kolja reisen durch Südamerika Mit Schildkröten schwimmen

Ein Wasser, das langes Leben verspricht, ein Musiker namens Alkilados, ein Bad mit Schildkröte. Die Abenteuer von Georg und Kolja gehen weiter. Inzwsichen sind sie in Peru angekommen.

Voriger Artikel
Zum Mittagessen Meerschweinchen
Nächster Artikel
Die Gletscher von Peru

Kolja beim Schwimmen mit den Schildkröten

Nach den vielen und langen Texten ist es an der Zeit, mal ein paar Bilder von uns und unseren Bekanntschaften nachzuschieben.

Von links: David, Kolja, Georg und Francisco

Von links: David, Kolja, Georg und Francisco

Quelle:



Von links: David, Kolja, Nicole, Carlos, Jota, José y Georg

Von links: David, Kolja, Nicole, Carlos, Jota, José y Georg

Quelle:



Von links: Kolja, Pipi, Santiago, Pimo und Georg

Von links: Kolja, Pipi, Santiago, Pimo und Georg

Quelle:



Von links: Georg, Belén, Yolanda

Von links: Georg, Belén, Yolanda

Quelle:



Einer der abschließenden Höhepunkte der Unabhängigkeitsfeiern war noch das Gratis-Konzert eines kolumbianischen Interpreten namens Alkilados. Seine Musik  läuft im südamerikanischen Radio rauf und runter, und die Generation U20 fährt unglaublich drauf ab.

Nach dem langen Aufenthalt in Cuenca stand nun unsere Weiterfahrt nach Perú an. Auf diesem Weg war Vilcabamba (aus dem Quechua: Heiliges Tal) in der Prvonz Loja unsere nächste Station. Vilcabamba wird aber auch das “Tal der Hundertjährigen” genannt. Die Läden dort verkaufen ein Wasser, das sich Vilcagua nennt. Wenn man die grauen, faltigen Verkäuferinnen nach der Langlebigkeit, die das Trinken des Wassers angeblich mit sich bringen soll, fragt, bekommt man ein grinsendes “Ja” zurück: “Dieses Wasser lässt dich mehr als 150 Jahre leben.” Wissenschaftliche Untersuchungen haben nicht viel ergeben, außer dass die Einwohner Vilcabambas wahrscheinlich mit ihrem Alter übertreiben, wenn man sie danach fragt. Trotzdem ist der Ort zu einem winzigen Geheimtipp für Hippies und Esoteriker geworden, die dort das “Herz der Erde” vermuten.

Das Zauberwasser

Das Zauberwasser

Quelle:



Ganz im Süden Lojas befindet sich dann der Grenzort Macará, wo die Grenze wie schon im Norden von einem Fluss gezogen wird. An dieser Stelle erfreuten wir uns an vertrockneten Bäumen, staubigen Seitenstraßen und der zu heißen Sonne. Die Grenze zwischen Ecuador und Perú ist nämlich auch eine Naturraumgrenze. Wir fuhren auf  eine Wüste zu, die die anschließende nordperuanische Provinz Piura fast völlig bedeckt. Das üppige Grün Ecuadors stirbt hier relativ schnell ab und verwandelt sich in die Sechura-Wüste.

Vielen Dank, dass Sie die Republik Ecuador besucht haben

Vielen Dank, dass Sie die Republik Ecuador besucht haben

Quelle:



Kurz hinter der Grenze

Kurz hinter der Grenze

Quelle:



Die offensichtliche Unwirtlichkeit Nordperus hat uns im Nachhinein jedoch ein wenig schockiert. Die weißen Weiten der Provinz Piura sind die wahrscheinlich rückständigste Gegend, die uns bisher zu Gesicht gekommen ist. Wenn man die Stadt Piura verlässt, fährt man zunächst eine Weile durch ein botanisches Chaos, das missratenes Bewässerungsland ist und gleichermaßen auch als Müllhalde benutzt wird. Der Wüstenboden, der sich uns dann schlagartig eröffnete, wurde vereinzelt von Häuseransammlungen unterbrochen, deren niedrige Bauten Dächer aus Gehölz hatten, nicht mit Wegen, sondern nur mit sandigen Furchen verbunden waren und vermutlich ähnlich viele Esel und Pferde wie Menschen als Einwohner hatten.

Und doch hat auch diese Gegend etwas Spannendes zu bieten. Bei einem Strandort mit dem namen “El Ñuro” kann man von einem Steg aus mit Schildkröten schwimmen. Die Schildkröten werden an dieser Stelle angefüttert und kommen natürlich gerne zuhauf. Dabei sind die Schildkröten auch manchmal so groß wie Menschen und können einen ganz schön erschrecken, wenn sie einen plötzlich umzingeln.

Kolja beim Schwimmen mit den Schildkröten

Kolja beim Schwimmen mit den Schildkröten

Quelle:





Anlässlich unseres nun schon zweiten Grenzübertritts kann dieser Blog etwas vertragen, dass sich aus allen Ländern, die wir hier bereits kennengelernt haben, berichten lässt. Es gibt zwei Gesprächsthemen, die so gut wie immer dabei sind, wenn wir mit Südamerikanern ins Gespräch über Deutschland kommen. Zum einen ist da der Fußball: Die erste Annahme ist immer, das wir doch FC Bayern-Fans sein müssten. Wenn wir verneinen, kommt Dortmund, dann Schalke 04 oder der HSV. Das andere Thema sind die Nationalsozialisten. Und dabei kam uns auch gerne mal diese Frage entgegen: “Gibt es eigentlich noch Juden in Deutschland?” Andere begrenzen das Thema auch auf den einen bösen Fanatiker Adolf Hitler: “Deutschland. Ist das nicht das Land, in dem er gelebt haben soll?” Auch ist uns ein Mädchen mit der Annahme, es hätte schon acht Weltkriege gegeben, über den Weg gelaufen. Wenn man versuchen würde, all diese Menschen eines Besseren zu belehren, müsste man sicherlich von seinen ganzen sonstigen Ambitionen und Reisezielen absehen. Unsere Vergangeheit ist hier praktisch ein Märchen, dass unkontrolliert weitererzählt und variiert werden kann. Und wer soll es ihnen verübeln? Die großen Flugzeuge aus Europa, die in Bogotá, Quito und Lima direkt über die “asentamientos humanos” (illegale Siedlungen) hinwegdonnern, könnten genauso gut auch Ufos sein. Der Kioskbesitzer am Rande der Landebahn wird in seinem ganzen Leben nicht genug Geld für ein Flugticket nach Europa angespart haben, um sich zum Beispiel mit Deutschen zu unterhalten.

Dieser Sticker klebte an der Innenseite einer Bustür. Das Hakenkreuz ist irgendein cooles Zeichen, soetwa wie das Marihuanablatt auf der Mütze.

Dieser Sticker klebte an der Innenseite einer Bustür. Das Hakenkreuz ist irgendein cooles Zeichen, soetwa wie das Marihuanablatt auf der Mütze.

Quelle:
Voriger Artikel
Nächster Artikel