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Auf Indiana Jones' Spuren in der berühmtesten Inka-Ruine der Welt

Jan-Philipp unterrichtet in Peru Auf Indiana Jones' Spuren in der berühmtesten Inka-Ruine der Welt

Der Stockelsdorfer Jan-Philipp Schmidt hat kürzlich die berühmteste Inka-Ruine der Welt "Machu Picchu" nahe Aqua Calientes in Peru besucht. Er war von der Bauweise der Inka und dem Bergpanorama begeistert.

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Jan-Philipp vor der Inka-Stadt Machu Picchu.

Quelle: privat

Jan-Philipp unterrichtet in Peru. Wieder war es Wochenende und wieder ging mein persönlicher Pilgerweg weiter. Nach bereits zehn Monaten in Südamerika machten wir uns endlich auf den Weg zum Wahrzeichen Perus, der alten Ruinenstadt Machu Picchu. "Machu Picchu" heißt so viel übersetzt wie "alter Gipfel". Nach einer langen Busfahrt und einer kleinen Wanderung kamen wir endlich in der kleinen Stadt Aguas Calientes an. Sie liegt 1,5 Kilometer von Machu Picchu entfernt und ist der Ausgangspunkt für eine Besichtigung des Unseco-Weltkulturerbes.

Der Weg nach Aqua Calientes führt die Bahnschienenentlang. Man kann aber auch mit dem Zug fahren.

Der Weg nach Aqua Calientes führt die Bahnschienenentlang. Man kann aber auch mit dem Zug fahren.

Quelle:



Ich habe selten einen Ort gesehen, der so touristisch ist wie Aqua Calientes. Die Stadt besteht praktisch nur aus Hotels, Restaurants und Kunsthandwerksmärkten. An jeder Straßenecke stehen Musiker, die meistens Huayno-Musik spielen, dazu tanzen und um Geld für ihre Darbietungen bitten. Zudem gibt es traditionelle Umzüge durch die Stadt. Typische peruanische Panflötenklänge sind aus jedem Geschäft zu hören. Außerdem gibt es in Becken eingebettete heiße Quellen, in denen wir uns am Abend unserer Ankunft erholten. Leider waren die Bäder so überfüllt von Menschen, dass man sich in ihnen kaum einen Zentimeter bewegen konnte.

Die Inka-Ruinen Machu Picchus

Die Inka-Ruinen Machu Picchus

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Schließlich ging es dann morgens den steinigen Fußpfad hinauf zu Machu Picchu. Das ist eine Möglichkeit. Man kann aber auch mit Bussen dort hinauffahren oder langtägige Wanderungen zum Machu Picchu unternehmen. Machu Picchu ist aufgrund der Höhenlage von steil herabfallenden Hängen gut geschützt, aber durch ein altes, weit verzweigtes Inka-Wegenetz gut zu erreichen.

Sonnenaufgang auf dem Machu Picchu (jar)

Sonnenaufgang auf dem Machu Picchu (jar)

Quelle:



Der Nebel steigt auf ... (jar)

Der Nebel steigt auf ... (jar)

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Typischer Terrassenbau der Inka: Das ermöglicht die Anpflanzung verschiedener Nahrungsmittel, schützt vor Feinden und der Erosion des Berges.

Typischer Terrassenbau der Inka: Das ermöglicht die Anpflanzung verschiedener Nahrungsmittel, schützt vor Feinden und der Erosion des Berges.

Quelle:



Das Besondere an dieser so gut erhaltenen Stadt ist deren Größe und Architektur. Wie viel Arbeit und Anstrengung muss es wohl gekostet haben, die riesigen Steine so zu bearbeiten, dass daraus ein sinnvoller Baustein für das Gesamtwerk wird. Überhaupt wurden viele der gigantischen Steine scheinbar erst an diesen eher unzugänglichen Ort hoch in den Bergen transportiert. Die Inka-Baumeister verfügten weder über Flaschenzüge, noch effiziente Hubvorrichtungen für schwere Lasten.

Typische Bauweise der Inka: Sie benötigten keinen Mörtel, da die Steine millimetergenau angepasst wurden.

Typische Bauweise der Inka: Sie benötigten keinen Mörtel, da die Steine millimetergenau angepasst wurden.

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Um Machu Picchu ranken viele Mythen, manche historischen Befunde sind fraglich, nicht viele gesicherte Erkenntnisse gibt es. Als ein US-Amerikaner Machu Picchu 1911 "entdeckte", fand er nur nackte Steinmauern, kaputte Keramiken und keine Reste menschlichen Alltags - nur einige Gräber und Höhlen, in den Knochenreste von rund 99 Individuen gefunden wurden. Die meisten, 60, waren wohl weibliche Skelette. Das liegt aber auch daran, dass nicht US-Abenteurer und Indiana Jones-Vorbild Hiram Bingham zuerst dort war. Nach neuesten Erkenntnissen kam ihm ein deutscher Archäologe namens August Berns zuvor. Er soll 1867 die entlegene Inka-Ruine geplündert haben.

Gesichert ist, dass Machu Picchu aus rund 200 Gebäuden besteht. Davon waren rund 150 Wohnhäuser, in den rund 2000 Menschen leben konnten. Machu Picchu war also eine kleine Stadt. Für die Versorgung schufen die Inka mehr als 45 Terrassen, die circa fünf Hektar Anbaufläche ausmachten. Vielleicht lebten hier Textilhandwerker, Metallverarbeiter und Töpfer, denn man hat hier handwerkliche Zeugnisse gefunden. Doch wer genau die früheren Bewohner Machu Picchus waren und für was genau dieser Ort erbaut wurde, ist fraglich. Ebenso, warum die Bewohner diesen Ort an einigen Stellen nicht weiter ausgebaut haben, Machu Picchu sehr planvoll verließen und kaum etwas zurückließen. Dennoch ist die Literatur voller Spekulationen, und auch vor Ort werden einem von den Touristenführern zahlreiche "Wahrheiten" erzählt.

Am wahrscheinlichsten ist derzeit die Deutung, dass der Inka-Herrscher Pacha Kutiqs die Stadt als Landsitz mit Befestigungscharakter erbauen ließ. Aber dies musste ich erst nachlesen.

Die Sonnenwarte (Inti Watana)

Die Sonnenwarte (Inti Watana)

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Auch die Atmosphäre in Machu Picchu hat trotz der zahlreichen Touristen, die die Stadt Tag für Tag besiedeln, etwas Magisches. Besonders, wenn man sich sehr früh auf den Weg macht, kann man den Nebel aufsteigen und die Sonne aufgehen sehen. Die Ruinenstadt hat viele Teilbereiche, eine Unter- und eine Oberstadt. Diese beherbergen Türme, Tempel, zahlreiche Wohn- und Versorgungsgebäude, zahlreiche Brunnen, die Sonnenwarte "Inti Watana", heilige Felsen und eine riesige Wiese, die vermutlich als Versammlungsplatz für Zeremonien diente. Wohl nirgendwo besser als in Machu Picchu kann man sich eine Vorstellung davon machen, was das Volk der Inka tatsächlich ausmachte und wie viel Wissen und Ausdauer sie wohl gehabt haben müssen, um dieses Kunstwerk zu erschaffen.

Jan-Philipp in Machu Picchu

Jan-Philipp in Machu Picchu

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Das Inti Watana-Plateau mit der Sonnenwarte, zum Beispiel, müssen die Inka-Baumeister mühevoll abgetragen und herausgeschlagen haben, denn der Unu Picchu-Berg daneben ist genauso hoch wie einst diese Stelle. Von der Sonnenwarte hat man einen allseits freien Blick auf die spektakuläre Bergkulisse. Mit dieser Schattenuhr konnten die Inka die Länge des Sonnenjahres tagesgenau bestimmen, aber keine Stunden.

Der Tempel der drei Fenster

Der Tempel der drei Fenster

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Für Esoterik-Touristen bietet Machu Picchu zahlreiche mythenumrankte Orte und seltsame Steinformationen. Im sogenannten Labyrinth gibt es eine Kondor-nachbildende Großskulptur. Die Gruppe der Pacha Mama beherbergt eine drei Meter hohe, sieben Meter lange und nur einen Meter dünne Felsplatte, welche die Silhouette des hinter ihr am Horizont sich abzeichnenden Yanantin-Berges nachbildet. Wahrscheinlich wurde hier eben dieser Felsen kultisch verehrt, denn die Inka verehrten die Naturkräfte Sonne, Wasser und Erde. Deshalb stehen hier auch viele Esoterik-Fans und meditieren oder beten. 

Nach anstrengenden Tagen fuhr ich dann zurück in mein Dorf Ccapi. Ich hoffe bald vom Geburtstagfest des Dorfes und von weiteren, spannenden Ausflügen berichten zu können.

Jan-Philipp Schmidt/jar

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