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Leben wie die Gauchos

Keya Baier drückt die Schulbank in Uruguay Leben wie die Gauchos

Wie ein Tourist durch fremde Länder reisen ist das eine, das andere: vorübergehend dort leben so wie Keya. Mit jedem weiteren Tag lernt sie mehr über ihr Gastland, über die Menschen, über die Bräuche.

Fiesta de la Patria Gaucha mit traditioneller Pferdeparade

Quelle: Keya Baier

Bei der Fiesta de la Patria Gaucha hatte ich vor wenigen Wochen die Möglichkeit, ein weiteres Stück uruguayanischer Kultur und Tradition kennenzulernen. Zuerst wurden bei der Pferdeparade auf über 3000 Pferden die traditionellen Gewänder der Gauchos, also der Landbevölkerung Uruguays, präsentiert. Die Männer tragen zumeist weite Hosen aus leichtem Stoff, die an der Taille mit breiten, farbenfrohen Gürteln befestigt werden. Dazu tragen sie am Oberkörper ein Hemd mit einer Lederweste und häufig ein buntes Tuch um die Schultern. Zum Reiten und Arbeiten auf dem Land werden hohe Stiefel aus Leder genutzt, die sowohl Männer als auch Frauen tragen. Und natürlich darf der obligatorische Mate komplett mit Thermoskanne nicht fehlen! Die Frauen tragen meistens bunte Kleider mit weiten, bodenlangen Röcken die die Taille und Hüften betonen und oft vom Muster her die Flagge des Landes oder die des Nationalhelden José Artigas darstellen. Die langen Haare werden oft zu zwei Zöpfen die das Gesicht umrahmen gebunden. Auch ich und meine Gastgeschwister leben ja mit unserer Familie in einem relativ kleinen Dorf auf dem Land und trugen so selbst auch die traditionellen Bombachas De Gaucho und Lederstiefel. Anschließend an die Parade schlenderten wir über das Festivalgelände und sahen uns die verschiedenen Stände der Gauchogemeinschaften - mit Namen Criollas - an. Jede Criolla baut für das kurze Festival eigens Hütten aus Lehm, Erde oder Ziegelsteinen, die räpresentieren, wie die Gauchos vor Hunderten von Jahren gelebt haben. All die war sehr authentisch und hat mir die Kultur meines zweiten Heimatlandes (denn als solches sehe ich Uruguay mittlerweile an) deutlich nähergebracht.

Traditionelle Bekleidung bei der Pferdeparade

Traditionelle Bekleidung bei der Pferdeparade

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Leben wie die Gauchos

Leben wie die Gauchos

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In der letzten Woche, die in Uruguay für alle frei ist, da es sich um die heilige Woche vor Ostern handelt, war ich mit etwa 120 Jugendlichen in Salto, einer Stadt im Norden des Landes. Diese Jugendlichen sind alle von meiner Schule und Schwesterschulen, die im gesamten Land verteilt sind. Da meine Schule katholisch ist, war das Ganze ein religiöses Treffen, doch da es unter dem Zeichen der Nächstenliebe und Hilfe für die Armen stand, war auch ich als Nichtgläubige willkommen und überhaupt nicht fehl am Platze. Gemeinsam reflektionierten wir über uns selbst, die wichtigen Personen in unserem Leben, unsere Vergangenheit und Zukunft und wer wir sind und sein wollen. Mit all diesem Gedankengut besuchten wir Häuser in der Umgebung, um mit den Menschen zu sprechen, ihnen ein offenes Ohr für alle Probleme zu bieten, mit ihnen Gebete zu sprechen und sie zu Aktivitäten, die wir jeden Nachmittag veranstalteten, einzuladen. Nachmittags kamen also täglich viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene, um mit uns Schülern Zeit zu verbringen und gemeinsam zu sprechen und nachzudenken. In diesen Tagen habe ich viele unglaublich interessante Menschen aus dem ganzen Land kennengelernt, hatte insgesamt eine sehr schöne Zeit und kam definitiv mit einer Menge neuen und bisher für mich unbekannten Gedankengängen und Reflexionen wieder. Nun hat die Schule nach der kurzen Ferienwoche wieder angefangen und meine Lehrer, die natürlich wissen, dass ich im Unterricht mittlerweile alles problemlos verstehe, behandeln mich wie jede andere Schülerin, was zu einer Menge Hausaufgaben, Tests und ähnlichem führt und mich im Moment ein bisschen gestresst, aber auf eine positive Art und Weise auf Trab hält!

Bilder von der Misión mit meiner Schule

Bilder von der Misión mit meiner Schule

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