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Schön, schöner, Wasserfall

Keya Baier (15) drückt die Schulbank in Uruguay Schön, schöner, Wasserfall

Keya Baier ist eigentlich Schülerin des Städtischen Gymnasiums in Bad Segeberg. Doch zurzeit lebt und lernt sie in Uruguay - und erlebt ständig neue Abenteuer.

Quelle: privat

Hat man jemals die Möglichkeit, eines der Naturwunder unserer Erde zu besuchen, dann nimmt man die natürlich mit Kusshand an. Und das habe auch ich getan, als meine Austauschorganisation YFU mir anbot, die Iguazú-Wasserfälle im Läderdreieck von Paraguay, Argentinien und Brasilien zu besichtigen.

Am 30. Januar also machte ich mich mit Koffer und Rucksack bepackt auf den Weg in die Hauptstadt Uruguays, nach Montevideo, wo ich mich mit den anderen Austauschschülern treffen würde. Alle gemeinsam reisten wir dann weiter ins Department Canelones, wo unser Mittelseminar stattfinden sollte. Dieses Seminar liegt, wie der Name schon sagt, ungefähr in der Mitte der Zeit und dient dazu, die bereits vergangene Zeit im Hinblick auf das Erlernen der Sprache, die Beziehung zu Gastfamilie und Freunden und die Situation an der Schule zu reflektieren und anhand dessen einen Plan für die kommende zweite Hälfte des Jahres zu erstellen. Das hat mir und meinen Mit-Austauschschülern sehr geholfen, uns zu überlegen, was wir schon erreicht haben und was wir uns von der verbleibenden Zeit erwarten und erhoffen.

Am zweiten Tag des Camps gegen 18 Uhr nachmittags luden dann alle, die sich für die Teilnahme an der Reise entschieden hatten, ihre Koffer in unseren Reisebus und machten sich direkt auf den Weg zu den Wasserfällen. Die Reise dauerte etwa 24 Stunden und wir überschritten dabei die uruguayisch-argentinische Grenze in der Stadt Salto, wo wir alle gegen drei Uhr nachts geweckt wurden, um mit unseren Reisepässen durch die Grenzkontrollen zu gehen. Nach vielen weiteren Stunden Fahrt hielten wir in einem kleinen Restaurant im argentinischen Department 'Misiones' zum Mittagessen an und fuhren dann weiter, um gegen Nachmittag in unserem Hotel auf brasilianischem Staatsgebiet anzukommen.

Am zweiten Tag wurden wir frühmorgens aufgeweckt, um mit unserem Bus auf die brasilianische Seite der Wasserfälle gebracht zu werden. Von dieser Seite aus kann man die gegenüberliegenden argentinischen Ströme fallen sehen, die insgesamt etwa 80 Prozent der Fläche der Wasserfälle ausmachen und gemeinhin als die schönere Seite betrachtet werden. Da man sie aber nur von der brasilianischen Seite gegenüber betrachten kann, hat diese den Vorteil des größeren Tourismusgeschäfts. Dort liefen wir den ganzen Tag auf den vorhergesehenen Pfaden herum und sahen uns die unglaubliche Schönheit und Kraft dieses Ortes an. Die Wasserfälle werden vom Fluss Iguazú gespeist, der durch die sehr eisenhaltige Erde in dieser Region eine rötliche Farbe annimmt, wodurch auch das fallende Wasser meist rötlich/braun scheint.

Die argentinischen Wasserfälle, von der brasilianischen Seite aus gesehen

Die argentinischen Wasserfälle, von der brasilianischen Seite aus gesehen

Quelle:







Den dritten und letzten vollständigen Tag verbrachten wir auf der argentinischen Seite, von wo aus wir die zwar kleineren, aber meiner Meinung nach ebenso beeindruckend schönen brasilianischen Wasserfälle besichtigten. Dies fand zum Teil im Boot statt, in dem wir zusammen als Gruppe bis ganz nah an den fallenden Wasserstrom heranfuhren, so nah, dass man durch das Getöse des aufprallenden Wassers sein eigenes Wort nicht mehr verstehen konnte. Dann ging es zu Fuß weiter, bis zum "Garganta del Diablo", also dem "Teufelsrachen", der mit ca. 80 Metern Höhe der höchste fallende Strom der Wasserfälle ist.  Das alles hat sehr viel Spaß gemacht, und ich kann diesen Freizeitpark, mit Namen Iguazú Aventura, für alle Besucher des Ortes nur empfehlen!

Die brasilianischen Wasserfälle, von der argentinischen Seite aus gesehen

Die brasilianischen Wasserfälle, von der argentinischen Seite aus gesehen

Quelle:







Am letzten Tag besuchten wir den 'Parque de Aves', einen Vogelpark im argentinischen Gebiet, der eine beeindruckende Vielzahl von in der Region beheimateten Vogel, Schildkröten- und Schmetterlingsarten zur Schau stellt.

Exotischer Vertreter im Parque de Aves

Exotischer Vertreter im Parque de Aves

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Danach traten wir die lange Rückreise in unsere zweite Heimat Uruguay an. Doch bereits zwei Wochen später verließ ich das Land schon wieder, diesmal allerdings mit meiner Gastfamilie, die mit mir gemeinsam ins argentinische Gualeguaychú fuhren, eine Stadt direkt an der Grenze zu Uruguay. Dort war an diesem Wochenende, so wie in fast ganz Südamerika, der Karnevalsumzug. Dieser Umzug begann um ca. 12 Uhr nachts und endete gegen 3 Uhr, und diese drei Stunden waren gefüllt mit den Shows von drei lokalen Karnevalsvereinen, die ihre Musik, Tänzer und farbenfrohe Kostüme zeigten.

Frauenpower in Uruguay

Frauenpower in Uruguay

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Hier ist noch immer Sommer, was bedeutet, dass besonders tagsüber fast niemand auf er Straße zu sehen ist, doch das wird sich bald ändern, wenn in zwei Wochen die Schule wieder losgeht. Ich kann kaum glauben, dass meine Zeit hier schon zu mehr als der Hälfte herum ist, denn es fühlt sich an, als wäre ich erst seit so Kurzem hier, obwohl ich schon so vieles erlebt und gesehen habe.

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