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Werden Strafzinsen salonfähig?

Die armen Reichen! Die ersten Banken verlangen einen Strafzins von Kunden mit zu viel Geld auf dem Konto und nennen das auch noch „Verwahrungsgebühr“. Werden Strafzinsen salonfähig?

Die armen Reichen! Die ersten Banken verlangen einen Strafzins von Kunden mit zu viel Geld auf dem Konto und nennen das auch noch „Verwahrungsgebühr“.

Die armen Reichen! Die ersten Banken verlangen einen Strafzins von Kunden mit zu viel Geld auf dem Konto und nennen das auch noch „Verwahrungsgebühr“. Dabei verwahrt eine Bank kein Geld, höchstens als Bargeld im Tresor. Wer aber Geld auf dem Konto bunkert, hat seiner Bank einen Kredit gegeben, besitzt also eine Forderung ihr gegenüber. Man vertraut darauf, dass sie das Geld jederzeit wieder rausrückt. Klingt kompliziert, ist aber wichtig zu wissen.

Wenn Banken mit dem Geld der Sparer nichts anzufangen wissen, müssen sie es für 0,4 Prozent Strafzins bei der EZB einzahlen. Die meisten Banken scheuen sich aber, die Kosten an ihre Kunden weiterzureichen. Erst einmal erhöhen sie die Kontogebühren oder erfinden neue Dienstleistungen. Doch es steht zu befürchten, dass irgendwann auch Strafzinsen auf Guthaben salonfähig werden. Auf deutschen Konten liegen etwa zwei Billionen Euro herum, während es in ganz Europa nur eine Billion Euro Bargeld gibt. Kämen nur die deutschen Bankkunden auf die Idee, sich das Geld auszahlen zu lassen, müsste es erst gedruckt werden. Von wegen „Verwahrung“! Das Dumme ist, die Banken wissen nicht, wem sie das Geld verleihen sollen. Diejenigen, die Geld haben, brauchen keine Kredite. Und diejenigen ohne Geld, bekommen keinen Kredit – warum auch?

Erstaunlich, dass sich niemand aufregt, wenn die EZB die Kaufkraft des Geldes planmäßig um zwei Prozent im Jahr schreddert. Bei etwaigen Strafzinsen auf einen Kredit an die Bank wird der Irrsinn unseres Geldsystems offenkundig. Man bekommt von der Bank weniger zurück, als man eingezahlt hat. Vielleicht gewöhnt man sich ja daran. Die Leute lassen heute doch fast alles mit sich machen. Sie wollen offenbar betrogen werden, obwohl spätestens beim Geld diese Freundschaft aufhören sollte.

LN

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