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Pythagoras in Fußballschuhen.

ABSEITS - die Fußballkolumne Pythagoras in Fußballschuhen.

Was soll man halten von einem Jahr, in dem schon David Bowie und Lemmy Kilmister gestorben sind, Peter Lustig und all die anderen? Kann man das vorzeitig abbrechen?

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Peter Intelmann peter.intelmann@ln-luebeck.de

Was soll man halten von einem Jahr, in dem schon David Bowie und Lemmy Kilmister gestorben sind, Peter Lustig und all die anderen? Kann man das vorzeitig abbrechen? Kann man es zurückgeben und sagen, wir hätten dafür lieber noch mal 1989? War das überhaupt abgenommen und zugelassen mit allen Tests und Stempeln und was man sonst noch braucht für ein Jahr mit Hand und Fuß? Und wer immer dafür zuständig ist: Musste es dann auch noch Johan Cruyff sein?

Cruyff war der Fußballer, der sich an einem Tag im Juli 1974 im Münchner Olympiastadion den Ball nahm, Berti Vogts davonlief, von Uli Hoeneß elfmeterreif gefoult wurde und das 1:0 für die Niederlande bejubelte. Da waren gerade mal zwei Minuten gespielt und Sepp Maier im Tor der erste Deutsche, der den Ball überhaupt berührt hatte. Es war allerhand.

Cruyff war immer gut für solche Aktionen. Den Ball nehmen und davonlaufen, das konnte er wunderbar. Aber er hatte dabei alles im Blick. Das Feld, die Spieler, die Situation, das Große, das Ganze. Er war der Stratege, der sehr hoch fliegende Holländer. Ein früh Vollendeter, der mit 17 bei den Profis von Ajax Amsterdam debütierte und den älteren Kollegen erst mal erklären musste, wo sie zu stehen und wohin sie zu laufen hatten.

Cruyff war der Chef, weil er der Chef war und weil er der Chef sein wollte und weil überhaupt alles seine Richtigkeit hatte. „Pythagoras in Fußballschuhen“ hat die „Times“ ihn mal genannt. Das war sehr übers Ziel hinaus geschossen, wie man überhaupt vorsichtig sein sollte mit Deutungen, die im Fußball eine Art bildende Kunst sehen oder Cruyffs Gespür für den Raum in Verbindung setzen mit der Landgewinnung an der niederländischen Küste. Da wird es dann ein bisschen irre.

Aber Johan Cruyff war eben Johan Cruyff, das entschuldigt vieles. Er war immer etwas Besonderes. Er trug 1974 zwei statt drei Streifen am Ärmel, weil er einen Vertrag mit Puma hatte. Er spielte in den ältesten Schuhen. Er hatte eine Eleganz, die einen Tänzer wie Rudolf Nurejew beeindruckte. Er sagte später Sätze voll wunderbaren Unsinns. Und es gab schon 1999 ein Gedicht über ihn im Magazin „Johan“ (!), und das ging so: „Frage des 21. Jahrhunderts: Wo warst du, als Cruyff starb?“

LN

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