Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Reihe neun, Platz vier.

ABSEITS - die Fußballkolumne Reihe neun, Platz vier.

Er sagte „n‘ Abend“, es war viertel nach drei, und eigentlich hätte man da schon ein bisschen unruhig werden können. Wurde man aber nicht.

Voriger Artikel
Schimpfen und fluchen klappt gut.
Nächster Artikel
Frühling in Hannover.

Peter Intelmann peter.intelmann@ln-luebeck.de

Er sagte „n‘ Abend“, es war viertel nach drei, und eigentlich hätte man da schon ein bisschen unruhig werden können. Wurde man aber nicht.

Er setzte sich also, Haupttribüne, Reihe neun, Platz vier, Schalke gegen Wolfsburg am vergangenen Wochenende. Und es dauerte nicht lange, da stand er schon wieder. Ein Schalker war auf dem Platz zu Fall gekommen, und dazu hatte er etwas zu sagen. Er hatte sowieso zu vielem etwas zu sagen. Um ehrlich zu sein, hatte er zu fast allem etwas zu sagen. Und er tat das laut und deutlich und mit dem Selbstverständnis eines Mannes, der alle Fouls an Schalker Spielern immer auch persönlich nahm.

Vor ihm saßen drei kleine Holländer mit ihren Vätern. Kleine Holländer, das konnte man lernen, interessieren sich nicht sonderlich für Fußball. Statt dessen ernähren sie sich von Popcorn. Also von Popcorn erst in kleinen und dann in großen Tüten. Es sei denn, es ist Pause. Dann ernähren sie sich auch von irgendwas mit Bratwurst. Und Ketchup. Und dann wieder, wie gesagt, Popcorn.

Der Mann auf Platz vier pendelte zwischen Stehen und Sitzen und Kommentieren. Wobei Kommentieren im Stehen ging und im Sitzen ebenfalls. Er hatte das im Griff. Er schrie und nörgelte, er brüllte und verteilte gelbe Karten. Im Grunde, so kann man das vielleicht zusammenfassen, hatte Wolfsburg nur Halunken und Nichtskönner auf dem Platz und er den Boden des Grundgesetzes oft mit beiden Beinen und gut gelaunt verlassen.

Fußballfans sind so. Das heißt nicht, dass sie so sein müssen, aber sie sind so. Sie sind die einzigen im Stadion, die etwas von Fußball verstehen. Und sie sind es schon ein bisschen leid, immer alles besser wissen zu müssen. Das ist ja auch eine große Einsamkeit. Aber so sieht es nun mal aus, und was will man machen.

Er stand also da in seiner Schalke-Seligkeit und dirigierte den Lauf der Dinge. Ein Lenker des Schicksals, ein Einweiser der Gewalten. Alles hörte auf sein Kommando. Und für Holland gab es Popcorn. Und für Schalke am Ende drei Punkte. Dann war Schluss, der Herrscher packte seine Gewalten ein und machte Feierabend. Er hatte es mal wieder geschafft. Und nächste Woche kommt dann Stuttgart.

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Peter Intelmann
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den Dezember 2017 zu sehen!

Jetzt geht es los - Aber wann ist der perfekte Zeitpunkt zum Weihnachtsbaumkauf?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

Moin Welt!

Blogs von jungen Nordlichtern, die es in die Welt zieht.

Grünschnack

Martina Janke-Hansen und Susanne Peyronnet bloggen zur LGS 2016.

Meyers Marktplatz

Frank Meyers herausragender Blick auf Geld und Märkte.

Kabels Lübeck-Blog

Hanno Kabel kommen etwas abwegige Ideen zur Stadt Lübeck.

Abseits

Peter Intelmann schreibt witzig und tiefsinnig über Fußball.

Die moderne Frau

Sabine Latzel über Beruf, Familie, Haustiere, Haushalt.