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Schimpfen und fluchen klappt gut.

ABSEITS - die Fußballkolumne Schimpfen und fluchen klappt gut.

Wo sind die alten Tugenden hin, all das Zackige und die inneren Bügelfalten? Wo ist ein Befehl noch ein Befehl, und wo wird er auch so verstanden? Wo wird gehobelt, wo fallen Späne?

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Peter Intelmann peter.intelmann@ln-luebeck.de

Wo sind die alten Tugenden hin, all das Zackige und die inneren Bügelfalten? Wo ist ein Befehl noch ein Befehl, und wo wird er auch so verstanden? Wo wird gehobelt, wo fallen Späne? Wo sind sie geblieben, die Tage, die mit einer Schusswunde begannen, wie der Dichter sagt?

Das hat alles in einem Körper überwintert, in einem Mann im blauen Trainingsanzug und mit Stift und Block in der Hand. Oft sitzt er auf einer Bank am Spielfeldrand. Noch öfter aber springt er auf und schimpft und droht und fuchtelt herum. Er winkt ab und flucht und ist außer sich. Er heißt Hubertus Jozef Margaretha Stevens, was fast ein bisschen viel ist für einen allein, weswegen man ihn auch Huub nennt. Und er hat es nicht leicht.

In Gelsenkirchen zählt er zu den Heiligen. Dort hat er 1997 mit Schalke den Uefa-Cup gewonnen, und das reicht für ein paar Unsterblichkeiten. Danach hat er zwischen Saloniki und Kerkrade ungefähr jeden Verein trainiert und sitzt momentan bei Hoffenheim auf der Bank. Er ist da eingesprungen, es ging unter seinem Vorgänger abwärts in der Tabelle. So richtig aufwärts ist es seither auch nicht gegangen, aber fuchteln und schimpfen und außer sich sein, das klappt schon wieder ganz gut.

Man nennt Huub Stevens den „Knurrer von Kerkrade“, eigentlich ein schöner Titel. Nur besteht der Verdacht, dass er damit etwa ein halbes Jahrhundert zu spät dran ist. Und Journalisten in der Pressekonferenz fertigzumachen, weil sie kritisch berichtet haben, ist auch nicht immer hilfreich. „Ab und zu muss man draufhauen“, sagte er zum Sportchef der Rhein-Neckar-Zeitung“ nach einer öffentlichen Huuberei. „Du bist es halt nicht wert.“

Gute Laune jedenfalls scheint nicht in seinem Vertrag zu stehen. Aber was soll er machen? Es dampft und brodelt nun mal in diesem großen Knurrer-Gehäuse, es siedet ein gefährliches Gebräu darin, und dann bricht er irgendwann aus, der Kerkrade-Vulkan.

Heute dampft und brodelt er gegen Darmstadt. Es ist Not gegen etwas weniger Not, keine schöne Sache. Und es täte dem Knurrer ganz gut, wenn sie die Punkte zu Hause behalten könnten. Aber auch dann muss man wohl sagen: Der Schnurrer von Kerkrade wird er in diesem Leben nicht mehr werden.

LN

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