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Schöner pöbeln.

ABSEITS - die Fußballkolumne Schöner pöbeln.

Es war im Juni 1987, als Stuttgart gegen Eintracht Frankfurt spielte und VfB-Trainer Egon Coordes sich einem Fotografen zuwandte.

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Peter Intelmann peter.intelmann@ln-luebeck.de

Es war im Juni 1987, als Stuttgart gegen Eintracht Frankfurt spielte und VfB-Trainer Egon Coordes sich einem Fotografen zuwandte. Er ließ sich ein paar Wörter durch den Kopf gehen, brachte sie in die richtige Reihenfolge und sagte: „Nachher komm ich und hau dir auf die Fresse.“

Das war ein Satz von stolzer Klarheit. Schlank, auf den Punkt formuliert, souverän in der Beweisführung, und eine Anklage schwang wohl auch noch mit. Vorher hatte Coordes schon mit einer Tafel nach dem Fotografen geworfen, die Ansprache kam also nicht von ungefähr. Und dass man bei den „Stuttgarter Nachrichten“ Streichhölzer zog, wenn jemand zur Pressekonferenz mit ihm musste, kann man auch verstehen.

Pöbeln jedenfalls will gelernt sein. Zumal im Fußball, wo ja schon auf der Tribüne manchmal einfach drauflos gepoltert wird, dass es keine Art hat. Das kann man doch auch eleganter machen, mit mehr Stil. So wie Alex Ferguson, der ja nicht zu Unrecht Sir Alex Ferguson heißt. Einem Reporter vom „Mirror“ jedenfalls fuchtelte er mal mit einem Finger vor dem Gesicht herum und brüllte: „Schreib verf . . . noch mal nie mehr so eine verf . . . Scheiße, sonst fliegst du verf . . . noch mal raus.“ Man nannte ihn denn auch den „Föhn“.

Nachlesen lässt sich das alles in einem verf . . . grünen Taschenbuch mit dem schönen Titel „Du pfeifst fürn Arsch!“ Es ist eine Reise durch die dunklen Seiten des Fußballs, ein Report von den Hinterhöfen des Geschäfts. Manche gehen ins Fernsehen oder wollen US-Präsident werden, um sich mal richtig auszutoben, andere gehen zum Fußball. Da fliegen Schweineköpfe auf den Platz, tote Katzen, Lammkeulen und Handgranaten. Einer hatte gar mal eine Autotür dabei. Es werden Tiernamen vergeben, und man weiß, wo der Schiedsrichter seinen Wagen parkt. Spieler machen die Reporter fertig, Reporter die Trainer und Fans die Fans. Und Präsidenten nehmen es sowieso mit allen auf. „Von diesen Hinterbänklern sollte man doch ein paar an die Wand knallen“, sagte einer von ihnen, als eine Münchner Stadträtin mal die Pacht für das Vereinsgelände des FC Bayern erhöhen wollte. Seit dieser Woche ist er wieder mit dabei. Aber vielleicht war das ja auch ein ganz anderer.

LN

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