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Beleidigungen: ein Blick zurück

DIE MODERNE FRAU Beleidigungen: ein Blick zurück

Es waren definitiv nicht druckbare Bezeichnungen, die eine Mittzwanzigerin aus rustikalem Milieu ihrer Nachbarin im Zorn an den Kopf geworfen hatte und wegen derer ...

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Von Sabine Latzel sabine.latzel@LN-Luebeck.de

Es waren definitiv nicht druckbare Bezeichnungen, die eine Mittzwanzigerin aus rustikalem Milieu ihrer Nachbarin im Zorn an den Kopf geworfen hatte und wegen derer sie sich neulich vor Gericht wegen Beleidigung verantworten musste. Mit einer Ausnahme: Die Angeklagte hatte ihre Kontrahentin unter anderem „Nebelkrähe“ genannt – eine nahezu verspielt wirkende Kränkung inmitten des hässlichen Wortschwalls, deren Nennung die Frau dazu animierte, mit den Kolleginnen altmodische Beschimpfungen aufzulisten.

Es kam einiges zusammen, was betrüblicherweise dem Vergessen anheimgefallen ist: der Gauner und die Furie, der Trunkenbold und die Hupfdohle, der Schuft und die Schreckschraube, der Banause und die Gewitterziege. „Und der Beutelschneider!“, rief die Kollegin. „Da kenne ich nämlich einen, der “

Nun, das ist eine andere Geschichte. Aber ist es nicht ein Jammer, dass all diese wunderbaren Formulierungen irgendwann quasi aus der Wortschatzkammer hinaus und auf den Dachboden verbannt wurden, wo sie jetzt traurig vor sich hin verstauben? Eine Beleidigung ist immer unschön, gewiss. Doch wenn sie sich nicht vermeiden lässt – sind dann nicht der Galgenstrick oder das Scheusal die wesentlich bessere Wahl als jene Ausdrücke, die aus guten Gründen an dieser Stelle nicht erscheinen sollen?

Noch zauberhafter kommen in diesem Zusammenhang natürlich blumige Komplimente daher, die ebenfalls in einer Liste Eingang fanden. Der Favorit der Frau: „Aus deinen warmen braunen Augen quillt die Liebenswürdigkeit wie Schokolade aus einem süßen Brunnen.“ Ein Satz, den sie unbedingt einmal sagen muss, vielleicht gleich morgen früh zu dem freundlichen Verkäufer im Kiosk um die Ecke. Was in allem Möglichen enden kann, sicherlich aber nicht vor Gericht, denn dort sind ja offenbar eher die Nebelkrähen zu Hause.

LN

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