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Die Wärme einer Mutter

Die Wärme einer Mutter

Kein Fußballexperte analysierte Pep Guardiola am besten, sondern eine Mutter. Ich hatte mich mit der Familie Hummels getroffen, Weltmeister Mats, sein Bruder Jonas, ...

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Ronald Reng sport@ln-luebeck.de

Kein Fußballexperte analysierte Pep Guardiola am besten, sondern eine Mutter. Ich hatte mich mit der Familie Hummels getroffen, Weltmeister Mats, sein Bruder Jonas, ebenfalls Profi, ihr Vater Hermann, Spielerberater, und natürlich plauderten wir — wie immer, wenn Fußballer zusammenkommen — fasziniert über Guardiola. Es war die Mutter von Mats, die in der Runde die klügste Bemerkung machte: „Guardiola strebt nach der taktischen Perfektion“, sagte sie. „Und wer das versucht, muss rational, kalt vorgehen. Solche Kälte aber wird nie geliebt.“

Sie erfasste das ganze Dilemma von Pep Guardiola in München: In seinen eigenen Augen hat er als Trainer des FC Bayern eine neue, höhere Stufe erreicht, weil er im Ausland, distanziert von den lokalen Befindlichkeiten, bei seinen Entscheidungen unbestechlich nur dem eigenen Verstand folgt. Von den Fans in Deutschland und auch von einigen seiner Fußballer aber wird Guardiola trotz des fabelhaften Spiels der Bayern genau deswegen nicht wirklich gemocht: Weil er scheinbar ohne menschliche Wärme entscheidet.

Am eklatantesten wurde diese Kluft im gegen Atlético Madrid offensichtlich: Guardiola strich Thomas Müller aus taktischen Gründen aus der Startelf. Die Deutschen waren in der Mehrheit empört: Müller, der bayrische Held, müsse in so einem Spiel immer spielen, Taktik hin oder her. Heute im Rückspiel wird das Dilemma wohl auf simple Art gelöst: Müller sollte dann, ganz rational-kalt, in die beste Taktik passen. Grundsätzlich aber sollte sich Guardiola bei der ruhigen Analyse seiner Münchner Jahre fragen,ob er zuvor, zu Hause in Barcelona, nicht ein noch besserer Trainer war: einer, der taktisch messerscharf analysierte — aber gegenüber den wichtigen Klubspielern auch die Wärme einer Mutter zeigte.

 

*Dienstags wechseln sich Bestseller-Autor Ronald Reng (45), Kulttrainer Hans Meyer (73) und Sky-Kommentator Wolff Fuss (39) ab — als Kolumnisten des RedaktionsNetzwerks Deutschland

LN

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