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Es gibt nur noch Fußball

Sportblog Es gibt nur noch Fußball

Als ich 15 war, fand der Trainer in meinem Fußballteam endlich die perfekte Position für mich: Ich wurde Ersatztorwart.

Als ich 15 war, fand der Trainer in meinem Fußballteam endlich die perfekte Position für mich: Ich wurde Ersatztorwart. Darin war ich super, aber irgendwann wurde die Rolle auch ein klein wenig eintönig. So folgte ich meiner kleinen Schwester in den Leichtathletikverein.

Die Jahre als Mittelstreckenläufer schenkten mir meine intensivsten Sporterfahrungen, tägliches Training und Wettkämpfe in ganz Deutschland. Und trotzdem habe ich heute zur Leichtathletik keinen Bezug mehr. Das wurde mir bewusst, als ich dieser Tage über das Nein der Hamburger Bürger zur Olympia-Bewerbung ihrer Stadt nachdachte. Denn ich vermute, dass olympische Sportarten viele Hamburger ähnlich wie mich heute einfach kalt lassen. Dieses Desinteresse war gewiss nur ein Grund unter Hunderten für den Sieg der Neinsager. Aber es lohnt sich zu reflektieren, welche Entwicklung der Sport in Deutschland in den jüngsten 25 Jahren genommen hat: Es gibt nur noch Fußball.

Das Privatfernsehen begann um 1990, für immense Summen die Fußballrechte zu kaufen, also musste es wahnsinnig viel Fußball zeigen, um das Geld wieder einzuspielen. Es präsentierte Fußball immer rassiger, dramatischer. Der Fußball wurde mit dem TV-Geld professioneller, besser, größer. Und wir sahen, ohne es bewusst zu merken, irgendwann nur noch Fußball. Dass klassische Sportarten wie die Leichtathletik oder der Radsport zeitgleich als systematisch dopingverseucht vorgeführt wurden, trug zu ihrem Verfall bei. Aber der entscheidende Faktor ist, dass es der Fußball dank des Fernsehens schaffte, zum Monopol zu werden.

Das Witzige, vielleicht auch das Schönste daran ist, dass wir Deutschen, die wir uns für Leichtathletik oder Radsport nur noch am Rande interessieren, heute in unserer Freizeit so viel joggen und Rad fahren wie noch nie.

* Ronald Reng (45) ist mehrfach prämierter Autor, nimmt mit Kult-Trainer Hans Meyer (72) und „Sky“-Kommentator Wolff-Christoph Fuss (39) als „Dreierkette“ immer dienstags das Fußball-Geschehen ins Visier.

LN

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