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Mythos Bernabéu

Mythos Bernabéu

Großen Fußballteams wird von den Fans oft vorgehalten, sie siegten im Ligaalltag geradezu gelangweilt, mit geringstmöglichem Aufwand.

Großen Fußballteams wird von den Fans oft vorgehalten, sie siegten im Ligaalltag geradezu gelangweilt, mit geringstmöglichem Aufwand. Dabei übersehen die Fans, dass sie selbst in gewöhnlichen Ligaspielen auch nur begrenzt engagiert bei der Sache sind. Das Bernabéu-Stadion beherbergt bei banalen Heimspielen von Real Madrid gegen Levante oder Eibar eine träge, snobistische Masse, die zu sehr mit dem Sonnenblumenkernekauen beschäftigt ist, um ihre Elf anzufeuern. Nur in besonderen Nächten erwacht das Bernabéu. Der VfL Wolfsburg hat es sich verdient, dass er das Bernabéu heute als Kampfarena erleben wird.

Selbst in Zeiten, da das Fernsehen jedes Spiel aus dem Bernabéu in alle Welt überträgt, ist ein legendäres Stadion wie dieses für die Fans in der Ferne ein unbekannter, schaurig aufregender Sehnsuchtsort geblieben. Denn Stadien muss man fühlen, nicht im Fernsehen sehen. Reals Europacupschlachten aus sieben Jahrzehnten nähren den Mythos Bernabéu: 1976 gegen Bayern, als ein Fan Torjäger Gerd Müller auf dem Platz niederschlug. Sepp Maier und Uli Hoeneß überwältigten den Täter höchstselbst. Oder 1987, als Bayerns Klaus Augenthaler die Rote Karte sah und in der Kabine alle Duschen aufdrehte, um den Lärm der 100000 nicht mehr zu hören.

Deutsche Fans, die mit diesen Bildern im Kopf ins Bernabéu pilgern, sind oft enttäuscht: Zu Hause in der Bundesliga ist es ja lauter! Stimmt. Aber der Lärm der Fans ist längst steril. Sie spulen, völlig losgelöst vom Spielgeschehen, ihre Lieder ab. Das ergibt eine Lärmkulisse ohne Knistern. In Madrid reagieren die Zuschauer noch auf das Spiel. Das heißt, sie schweigen meist gelangweilt angesichts Reals Überlegenheit. In den großen Nächten aber werden die Sonnenblumenkerne nicht gekaut, sondern gespuckt.

*Dienstags wechseln sich Bestseller-Autor Ronald Reng ( 45), Kulttrainer Hans Meyer (73) und Sky-Kommentator Wolff Fuss (39) mit Beiträgen ab. Sie sind Kolumnisten des RedaktionsNetzwerks Deutschland.

LN

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