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Bevor er selbst trainieren konnte, musste Robert Huth den erfahrenen Profis jeden Tag die Fußballschuhe putzen.

Bevor er selbst trainieren konnte, musste Robert Huth den erfahrenen Profis jeden Tag die Fußballschuhe putzen. Das gehörte zu seiner Ausbildung als 17-jähriger Fußball-Lehrling beim FC Chelsea dazu, heute vor 14 Jahren. Nach dem Training trafen wir uns damals oft in der Patisserie Valerie im Herzen von London. Robert erzählte dann von seiner Schuhputztechnik oder davon, dass unter der Dusche in Chelseas Trainingszentrum alle gleich waren, die Weltmeister und er, ihr Schuhputzer: Sie alle mussten eiskalt duschen, wenn eine der Schulklassen, die sich mit ihnen die Sportanlage teilte, zuvor den Warmwasser-Vorrat des Boilers aufgebraucht hatte.

Bald danach zog ich als Sportreporter weg aus London und verfolgte Roberts Weg nur noch mit halbem Auge, er wurde unter Bundestrainer Jürgen Klinsmann zwischenzeitlich Nationalspieler und ein solider Premier-League-Verteidiger. Heute jedoch schauen mit mir viele deutsche Fußball-Fans ganz genau und voller Enthusiasmus auf Robert Huth: Er kämpft mit der Allerweltstruppe von Leicester City um die englische Meisterschaft und schenkt uns etwas, was den Fußballsport so attraktiv machte, heute aber beinahe ausgeschlossen ist: den unerklärlichen Triumph eines Außenseiters.

Seit einem Jahrzehnt dominiert eine Schicht von gut zehn reichen Klubs das internationale Spiel und wird durch die Dominanz jährlich noch reicher, noch schwerer zu schlagen. So wissen wir schon vor dem Rückrundenbeginn der Bundesliga in dieser Woche, dass am Ende Bayern München gewinnen wird. Da bleiben dem Publikum nur zwei Möglichkeiten: Es kann sich als neutraler Genießer an der fantastischen Qualität von Bayerns Spiel laben; doch Fußball ist dann nur noch ein Schauspiel, kein Wettkampf mehr. Und es kann nach Leicester schauen. Dort pflegt Robert Huth immer noch mit Leidenschaft die archaischen Traditionen des alten englischen Fußballs, wo die Duschen kalt waren: Unlängst widmete er sich mit seinem österreichischen Teamkollegen Christian Fuchs nach dem Training dem Spiel "Roter Arsch". Ein Wettschießen, wer dem anderen aus zehn Metern öfter den Ball volle Kanne auf den Hintern schießen konnte.

*Autor Ronald Reng (45) ist Teil der „Dreierkette“, die für das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), zu dem auch die LN gehören, abwechselnd mit Kult-Trainer Hans Meyer (72) und Sky-Kommentator Wolff-Christoph Fuss (39) das Fußball-Geschehen ins Visier nimmt.

LN

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