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Servus!

TV-Vorschau Servus!

Zum Abschied sagt man bekanntlich leise Servus. Servus TV, um genau zu sein. Der Kanal hört auf - und dazu gibt es noch einige weitere Abschiede in dieser Woche.

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Köln . Da Dietrich Mateschitz, der umwelt-, gesundheits- und arbeitnehmerfeindliche Brausedosenmüllmilliardär mit werbewirksamem Fernsehspielzeug genug von bockigen Mitarbeitern hat, die so was Impertinentes wie einen Betriebsrat gefordert haben, macht sein programmatisch durchaus achtbarer Kanal Ende 2016 die Schotten dicht.

Nicht das einzige Lebewohl dieser Tage übrigens. Am Wochenende endet – endlich? endlich! endlich!? – die olympische Farce von Rio mit ihrer funktionellen Selbst- und medialen Fremdbeweihräucherung von Friede, Freude, Fairness, trallalla. Und damit bleiben uns vorerst auch haarsträubende Situationen wie jene erspart, als das ZDF am Beckenrand der Schwimmwettbewerbe mit großem Furor eine – zugegeben mehrfach gesperrte – Starterin aus Russland an den Staatsdopingpranger stellt, um sodann zur eigenen Reporterin Kristin Otto zu schalten, an die man sich ja irgendwie auch vornehmlich im Zusammenhang mit Staatsdoping erinnert. Nur eben ohne Pranger, zumindest senderintern.

Bis all dies vier Jahre lang aus dem Blickpunkt der Weltöffentlichkeit verschwindet, muss sich das weniger sportbegeisterte Publikum jedoch noch ein paar Tage mehr mit Wiederholungen begnügen. Wozu „Der leere Sarg“ ausdrücklich nicht zählt, obwohl Fall 1 der dritten Staffel von „Sherlock“ bereits seit geraumer Zeit auf Netflix abrufbar ist. Am Freitag um 23.30 Uhr wandert die sensationelle Filmreihe um Sir Arthur Conan Doyles modernisierten Detektiv ins frei empfangbare Fernsehen und das ist selbst angesichts der lausigen Synchronisation unbedingt empfehlenswert.

Nachdem er im Staffelfinale zuvor von einem Hochhausdach in den Freitod gesprungen zu sein schien, steht er plötzlich vor Dr. Watson, um London vor einem Bombenanschlag zu bewahren. Garniert wird die Rückkehr mit etwas mehr Humor und Tempo, bei dem selbst eingefleischte Fans zwar denken könnten, die zappelnd geschnittene Bildfolgebeschleunig einer beiläufigen Szene aus der Londoner U-Bahn zu Beginn sei selbstverliebt und nutzlos. Doch natürlich öffnet sich damit bald ein unerwartetes Fenster in die Lösung des neuen Falls.

Noch spannender am siebten Einsatz des runderneuerten Detektivduos ist allerdings, dass der soziopathische, weil übermenschliche Teil davon erstmals normalmenschliche Seiten zeigt, die ihn nach zweijähriger Abstinenz manchmal fast empathisch wirken lassen in diesem herausragenden Fall, der ziemlich zeitgenössisch von Terror handelt. Ein Terror, der grad die halbe Welt zu ereilen scheint, kaum ein Land jedoch mehr als die Türkei – von innen wie von außen. Eine sehenswerte 3sat-Doku zeigt am Freitag um 20.15 Uhr, was er mit dem Tourismus und damit der Gesellschaft insgesamt anstellt.

An neuem wirklich sehenswert ist ansonsten allenfalls die neue Folge der Eigeninterviewreihe „Kessler ist…“ Am Donnerstag um 23.30 Uhr ist Hugo Egon Balder an der Reihe, der nur für Außenstehende einzig humoristische Facetten hat. Michael Kessler wird sie gewiss alle offenlegen. Ansonsten aber wie gesagt: Wiederholungen. Empfehlenswert wären da folgende. Heute zum Beispiel Stanley Kubricks rätselhaft brillantes SciFi-Everwhite „2001 – Odyssee im Weltraum“ von 1968 um 20.15 Uhr auf Arte. Ein Jahr älter und zweieinhalb Stunden später auf Servus läuft das oscarprämierte Kostümfest „Cromwell – Der Unerbittliche“ um den republikanischen Landadligen im Kampf mit Karl I. (Alec Guinness). Tags drauf, für Kriminostalgiker*innen: „Usambaraveilchen“ (20.15 Uhr, BR) ein Münchner „Tatort“ mit Gustl Bayrhammer und einem Mord in der Nachbarschaft, wie es 1981 üblich war, als Derrick den Zeitgeist geprägt hatte.

In jeder Hinsicht moderner, aber auch ein bisschen nostalgisch: das Debüt von Charlotte Lindholm „Lastrumer Mischung“ von 2002 im Rahmen der Erstauftrittswiederholungen am Mittwoch, 22 Uhr, an gleicher Stelle pünktlich gefolgt von Corbuccis fabelhaft trashigem Spätwestern „Leichen pflastern seinen Weg“ von 1971 mit einem Klaus Kinski als Kopfgeldjäger im Schnee zum Niederknien. Und zum Schluss der Doku-Tipp: Verbotene Filme (Mittwoch, 22.05 Uhr, Arte) – eine Spurensuche zu 40 „Vorbehaltsfilmen“, die sich seit der NS-Zeit unter Verschluss befinden.

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