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Bitte einfach abschalten!

Tatort-Blitzkritik Nr. 244: "Level X" (Dresden) Bitte einfach abschalten!

Was für eine schwache Inszenierung eines spannenden Themas! Live-Mord im Internet und Fahndung per Hashtag - die Umsetzung scheitert an einer Häufung von Klischees. Einziger Lichtblick: Der bräsige Martin Brambach als Polizeichef Michael Schnabel.

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Das Internet überfordert die Ermittler in  diesem Dresdner Fall auf vorhersehbare Weise. Schnabels genervter Wunsch, man möge es doch bitte einfach abschalten, ist der größte Aufreger in einem schwachen Tatort. Natürlich kann die Jugend Handys und Computer besser bedienen als vorhergehende Generationen. Und offenbar ist es für die Tatortmacher auch natürlich, dass in der Szene der Internetfilmer ein absolut unnatürlicher Slang gesprochen wird (erschreckend schwach gezeichnet: Der Agenturboss Magnus Cord als Medienguru, dem die filmende Gemeinde sektenhaft verfallen ist).

Die Ermittlerinnen Henni Sieland (Alwara Höfels) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) stolpern durchs Geschehen und durchs Privatleben, und dass die Story durch illegalen Medikamentenhandel und Verstrickungen in die Rockerszene aufgehübscht werden soll, geht gründlich daneben. Es lenkt ab vom eigentlichen Phänomen: Von der Macht des Internets, die aber in erster Linie mit erhobenem Zeigefinger als bedrohlich gebrandmarkt wird.

Mit dem Einsatz von Wilson Gonzalez Ochsenknecht will der MDR bei diesem Krimi vielleicht das junge Publikum ansprechen, allerdings verbirgt der sein schauspielerisches Talent geschickt und wirkt ebenso grotesk wie sein Chef von der Internetagentur. Ja, Martin Brambach hat Recht: Einfach mal abschalten, in diesem Fall hätte  man das schon mal am Fernseher testen sollen. Und danach das Internet - allerdings  fehlt dieser Kritik deswegen der Schl....

Nick Vogler

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