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Es lebe der Untergrund

Tatort-Blitzkritik Nr. 258: "Mein Name sei Harbinger" (Berlin) Es lebe der Untergrund

Berlin ist nichts für Weicheier. Lässt aber viel Raum für verirrte Seelen und abseitige Charaktere. "Mein Name sei Harbinger" ist voll davon.

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Berlin . Nina Rubin (Meret Becker) prügelt sich mit ihrem älteren Sohn, Robert Karow (Mark Waschke) hält mit seinem Privatleben diesmal komplett hinterm Berg, verhält sich dafür im Job aber nonstop wie ein Oberstinkstiefel.

Rubins Rat "Nicht immer so‘n Arsch sein!", verhallt natürlich ungehört. Stattdessen begibt sich der einsame Wolf mal wieder völlig unnötig in Lebensgefahr. Die Story mäandert zwischen Wahn und Wirklichkeit und zeigt so viele menschliche Abgründe, dass es sehr stimmig ist, dass sie größtenteils im Untergrund, sprich in U-Bahnhöfen, spielt.

Absolutes Highlight ist Christoph Bach, der den psychotischen Werner Lothar alias Harbinger so genial verkörpert, dass er einem mitunter von all den Irren fast der liebste ist.

Regisseur Florian Baxmeyer erzählt erneut die Geschichte eines Menschen, der in seiner eigenen Welt gefangen ist. Man könnte jetzt ein bisschen herumnörgeln an dem recht schwachen Motiv des Täters oder ein paar logischen Schwächen (wo kommt beim Showdown plötzlich das Blumenmädchen her?). Aber lieber freu ich mich über eine gute und mitreißend erzählte Geschichte, die wunderbar zu Berlin passt, weil sie so ist wie diese Stadt: laut, schnell, herrlich kaputt und man mag sie trotzdem.

Grit Petersen

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