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Falscher Schädel, wirre Story

Tatort-Blitzkritik Nr. 208: „Das Recht, sich zu sorgen“ (Nürnberg) Falscher Schädel, wirre Story

Ein sympathisches Ermittlerteam verstrickt sich in einem Dickicht an Handlungssträngen. Der zweite Franken-“Tatort“ ist hoffnungslos überladen. Schade. Ein besseres Drehbuch – und schon könnten wir zu Fans von Ringelhahn und Voss werden.

Eine Wirtsfrau wird erschlagen, ein falscher Schädel entdeckt, eine verwirrte Frau sucht nach ihrem Sohn. Alle drei Geschichten haben nur deshalb miteinander zu tun, weil sie den Protagonisten in diesem ebenfalls verwirrten Krimi nahekommen. Ein Doktorand entsorgt die Leiche des Mannes seiner Geliebten im Pathologischen Institut, bewahrt allerdings den Schädel auf, um der kleinen Tochter ihr Erbe zu sichern. Hä?

Der Wirtsmann irrt tagelang verdreckt durch den Wald, bis er seine Hände in kochendes Wasser hält, offenbar um sich dafür selbst dafür zu bestrafen, seiner Tochter die Mutter genommen zu haben.

 

Viel zu lange irren einzelne Fäden dieses „Tatorts“ (Buch: Beate Langmaack) vor sich hin und ergeben auch am Ende nur lose Enden und kein Ganzes. Daran ändern auch die Ausflüge ins Philosophische nichts („Ist Trauern leichter als Warten?“ - „Haben wir nicht das Recht, uns zu sorgen?“), die offenbar die verkopfte Titelzeile stützen sollen. Ist dieser „Tatort“ ein Beitrag zu einer ARD-Themenwoche Sorge?

 

Auch die Geografie trägt zur Verwirrung bei: Der Plot switcht kaum nachvollziehbar zwischen Nürnberg (Dienstort der Ermittler) und Würzburg (Tatort von Handlungsstrang zwei) hin und her, als handele es sich um zwei Ortsteile und nicht um zwei fränkische Städte, die 100 Kilometer voneinander entfernt liegen.

 

Dabei sind die Ermittler so angenehm freundlich, ohne flach zu wirken. Vor allem als sich Felix Voss (Fabian Hinrichs) als Lebensgefährtin seiner deutlich älteren Kollegin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) ausgibt, um einen Undercover-Einsatz plausibel zu machen, lässt sich ahnen, dass diese Darsteller uns noch viel Freude machen können. Aber dann bitte mit helleren Bildern und einer klaren Geschichte.

 

Von Lars Fetköter

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