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Kleine Sünden...

Tatort-Blitzkritik Nr. 215: Der König der Gosse (Dresden), 2. Oktober Kleine Sünden...

Das Ende dieses Tatorts ist für alle Hauptakteure unbefriedigend - und doch kann es eigentlich nur ein Fazit geben, meint unsere Redakteurin: Mehr davon!

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So, nun ist es passiert: Die Ex-Münsteranerin hat einen neuen Lieblingstatort: Dresden. Die beiden toughen Kommissarinnen und ihr leicht tüffeliger Chef sind ein so wunderbares Team, dass jede weitere Person eine zu viel ist. Das muss auch Kommissarin Wiebke Lohkamp (hinreißend gespielt von Jule Böwe) irgendwann einsehen, obwohl sie sehr lange sehr tapfer gegen eine Mauer der Feindseligkeit bei den Oberkommissarinnen Sieland (Alwara Höfels) und Gorniak (Karin Hanczewski) anrennt. Entschädigt wird sie dafür von Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach), der ihr am liebsten die Welt zu Füßen legen würde, wenn nicht beide anderweitig verheiratet wären. Eine der besten Szenen dieses Tatorts kommt fast ohne Worte aus. Schnabel zeigt genervt auf die Uhr, weil er endlich mit Wiebke Lohkamp essen gehen will und Henni Sieland nicht weniger genervt auf einen imaginären Ehering.

"Der König der Gosse" erzählt eine wunderbare Geschichte darüber, wie einem kleine Mauscheleien und Fehler schließlich mit voller Wucht auf die Füße fallen.  Nicht nur Chef Schnabel agiert im Grenzbereich. Kommissarin Sieland hat für alle Zeit, Verständnis und ein offenes Ohr - nur nicht für ihren Partner. Und Kommissarin Gorniak nutzt ihre Position aus, um den Ladendiebstahl ihres Sohnes zu vertuschen. Das bestärkt das Trio der Obdachlosen in der Überzeugung, dass es keine Gerechtigkeit gibt und führt dazu, dass die Drei die Aufklärung des Falls zusätzlich erschweren.

Eine weitere Stärke dieses Tatorts sind die in schwarz-weiß gedrehten Rückblenden, die verschiedene Versionen ein und derselben Situation schildern. Garniert ist das Ganze mit netten Sprüchen wie "Man darf das Schöne nicht den Arschlöchern überlassen" oder mit Blick auf den fremdflirtenden Chef: "Wichtiger als die Work-life-balance wäre in Ihrem Fall eine Work-wife-balance."

Und so kann trotz des für alle Hauptakteure unbefriedigenden Endes eigentlich nur ein Fazit geben: Mehr davon!    

Grit Petersen

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