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Waffenstarrende Idylle

"Tatort"-Blitzkritik Nr. 249: "Goldbach" (Freiburg) Waffenstarrende Idylle

Verschneite Tannen, malerische Häuser, mittendrin befreundete Familien, die ein glückliches Leben in der Natur fernab der Städte führen wollen: Die Premiere des neuen Freiburger Tatorts mutet an wie ein Heimatfilm. Wären da nicht die Mengen an Waffen mitten im Schwarzwaldidyll wären.

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Alles Porno, oder was?

Freiburg. In einer Kiste im Wald, in einem Schrank im Keller oder einfach unter dem Bett. Die ach so friedlichen Familien haben aufgerüstet.

Das neue Ermittlerduo Tobler und Berg kommt nicht in Lederjacke, Trenchcoat und extravaganten Autos zum Tatort, sondern in Outdoor-Jacken, multifunktional. Irgendwie ist alles sehr geerdet, von der Mundart bis zum Obstler.

In ihrer bedächtigen, vorsichtigen Art des Ermittelns überzeugt vor allem Eva Löbau als Kommissarin Franziska Tobler, Hans-Jochen Wagner als ihr Kollege Friedemann Berg bleibt da etwas im Hintergrund. 

Recht schnell scheint klar, dass eines der Kinder den tödlichen Schuss abgegeben haben muss. Aber warum und wie? Daraus und aus der wachsenden Entfremdung der Familien speist sich die Spannung. Godehard Giese spielt sehr gut den Vater des toten Mädchens, Jens Reutter, der in seiner wachsenden Verzweiflung zur Selbstjustiz greifen will. 

Der Schwarzwald gibt die beklemmend düstere Kulisse dieses Tatorts ab. Insgesamt ein überzeugendes Debut des Freiburger Tatorts. Wir sind gespannt auf mehr.

Christian Risch

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