Lauenburg. Das Hochwasser wälzt sich mit aller Macht durch Ost- und Norddeutschland. Während einige Orte noch das Schlimmste befürchten, haben es andere schon hinter sich.

In Sachsen-Anhalt stehen nach dem Bruch des Elbdeiches bei Fischbeck (Landkreis Stendal) mehr als 1000 Quadratkilometer unter Wasser — eine Fläche fast halb so groß wie das Saarland. Die Bundeswehr warf gestern aus mehreren Hubschraubern große Sandsäcke in die Fluten. Damit wurde ein weiteres Aufreißen des Deiches verhindert und die Fließgeschwindigkeit etwas abgemildert. Nach Angaben des Krisenstabes der Landesregierung ist der Deichbruch damit unter Kontrolle. Trotz des langsam sinkenden Wasserstandes der Elbe sei die Lage weiter dramatisch, sagte Landrat Carsten Wulfänger. „Wir sind noch lange nicht durch.“ Die Sperrung einer Elbbrücke verursachte weiter Verspätungen im Bahnverkehr.

Auch in der Prignitz im Norden Brandenburgs ist die Spitze des Elbe-Hochwassers angekommen. „Das Plateau geht jetzt langsam durch“, sagte eine Sprecherin des Krisenstabes. Der Wasserstand zeigte sich zunächst bei einer Höhe um 7,75 Meter in Wittenberge (Mittelwert: 2,77 Meter) relativ stabil. Allerdings wird das Wasser wohl bis zu zehn Tage stehen bleiben.

Wohin mit dem Wasser?

Wohin mit dem Wasser?

Ein ähnliches Bild in Niedersachsen. „Auch wenn wir davon ausgehen, dass an den meisten Pegeln der Höchststand erreicht ist, gibt es trotzdem noch keinen Grund zur Entwarnung“, sagte Achim Stolz vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. „Das Wasser wird noch mehrere Tage auf sehr hohem Niveau an den Deichen stehen.“

In Mecklenburg-Vorpommern stagnierte der Pegel in Dömitz seit gestern Morgen bei 7,20 Meter, heute soll er auf 6,95 Meter sinken. Auch im etwas weiter flussabwärts gelegenen Boizenburg werden sinkende Pegelstände erwartet.

In manchen Gebieten Bayerns dagegen führten unwetterartige Regenfälle zu einer neuen Hochwasserwelle auf der Donau. In den Krisengebieten Niederbayerns wurde gestern wieder die Hochwassermeldestufe zwei erreicht. Die Helfer im Katastrophengebiet rund um Deggendorf müssen voraussichtlich noch mehrere Wochen lang Gebäude auspumpen, ausgelaufenes Öl binden und Straßen vom Schlamm reinigen.

LN