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Bad Schwartau 100 Prozent Öko-Strom von den Gemeindewerken
Lokales Bad Schwartau 100 Prozent Öko-Strom von den Gemeindewerken
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21:41 30.11.2016
Der Öko-Strom aus dem Windpark Obernwohlde wird in das Umspannwerk Pohnsdorf eingespeist. FOTO: SUSANNE PEYRONNET
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Stockelsdorf

Dass die Gemeindewerke Stockelsdorf auch Strom verkaufen, das ist nicht neu. Doch in Kürze wird etwas anders. Strom ist ab dem 1. Januar 2017 nicht einfach nur Strom bei den Gemeindewerken, sondern nur noch Öko-Strom. „Wir verkaufen dann an unsere Kunden nur noch Strom aus erneuerbaren Energien“, erklärt Rolf Dohse, stellvertretender Aufsichtratsvorsitzender bei den Gemeindewerken Stockelsdorf. Also Strom, der aus Windkraft, Wasserkraft, Solarzellen, Geothermie oder Biomasse stammt. Das hat der Aufsichtsrat der Gemeindewerke Stockelsdorf jetzt beschlossen. Und auch, dass der Preis für den Verbraucher sich dadurch nicht erhöhen wird, obwohl der Einkaufspreis für die Gemeindewerke um 0,13 Cent pro kw/h steigen wird. „Diese Preiserhöhung geben wir nicht an den Kunden weiter“, erklärt Dohse, „diese Mehrkosten tragen die Gemeindewerke“.

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Der Öko-Strom aus dem Windpark Obernwohlde wird in das Umspannwerk Pohnsdorf eingespeist. FOTO: SUSANNE PEYRONNET

Konkret bedeutet das für die Kunden, dass sie vom 1. Januar 2017 an ein besseres Gewissen haben dürfen, wenn sie auf den Lichtschalter drücken, denn der Strom dafür kommt dann garantiert nicht mehr aus einem Atomkraftwerk. Aber wie will man das garantieren?

Torsten Petersson, Aufsichtsratsvorsitzender der Gemeindewerke Stockelsdorf, erklärt das so: „Wir kaufen ab Januar unseren Strom vom Tüv Süd, und das ist zu 100 Prozent zertifizierter Strom aus erneuerbaren Energien.“ Der Tüv Süd handle ausschließlich Strom von Erzeugern, die ihren Strom ökologisch produzieren. Je nach Menge des vom Tüv angekauften Stroms kann die Anzahl der Erzeuger variieren, so Petersson. „Es können drei oder vier Öko-Strom-Erzeuger sein oder auch 15 oder 20.“ Für die Gemeindewerke Stockelsdorf spiele das aber keine Rolle, weil der direkte Stromverkäufer der Tüv Süd ist. Aber dennoch wird der Kunde der Gemeindewerke ab 2017 erfahren, welcher Erzeuger genau an der Stromproduktion beteiligt war. „Auf den Rechnungen wird das dann nämlich draufstehen“, kündigt Dohse an.

Aber nicht nur das: „Die Herkunft des Stroms wird ab Januar online auf unserer Homepage für jeden einsehbar sein“, fügt Volker Ehlers, technischer Leiter der Gemeindewerke, hinzu. „Transparenz ist oberstes Gebot, wenn wir hier schon Öko-Strom anbieten, damit das nachvollziehbar ist“, so Petersson. Für die Öko-Stromerzeuger, die Handelspartner beim Tüv Süd sind, gilt eine Regel: 75 Prozent des Gewinns aus dem Preisaufschlag von 0,13 Cent pro kw/h müssen wieder in die Investition für die Erzeugung erneuerbarer Energien fließen. „Unsere Kunden fördern dadurch die Erzeugung erneuerbarer Energien“, so Rolf Dohse.

Aktuell kostet eine Kilowattstunde Strom bei den Gemeindewerken 27,16 Cent. Im Vergleich mit anderen Stromanbietern „liegen wir damit immer noch am unteren Ende“, so Dohse. Von den regionalen Anbietern in Ostholstein sind nur noch die Stadtwerke Eutin mit 27,05 Cent etwas günstiger.

Günstige Preise können die Gemeindewerke Stockelsdorf deshalb anbieten, so Petersson, weil die Firma ihre Priorität nicht in der Gewinnmaximierung habe, „und wir haben auch keinen Glaspalast, sondern versuchen immer, den günstigsten Preis für den Verbraucher zu haben“.

Und noch etwas ist Dohse und Petersson, die auch als Gemeindevertreter aktiv sind, aus Sicht der Politik wichtig: „Wenn man den Bürgern schon den Windpark Obernwohlde vor die Nase setzt, dann sollen die Bürger auch etwas davon haben – nämlich Öko-Strom“, so Petersson. Denn höchstwahrscheinlich werde, so Volker Ehlers, der in Obernwohlde erzeugte Strom bei den Kunden in diesen Breiten aus der Steckdose kommen. „In der Praxis sucht man sich nämlich immer den kürzesten Weg für den Stromtransport. Entscheidend ist, wo die Gelder hingehen“, sagt er. Und die fließen ab 1. Januar zu 100 Prozent in Öko.

Kommunale Firma

Seit drei Jahren verkaufen die Gemeindewerke Stockelsdorf neben ihren Produkten Gas und Wasser auch Strom. Innerhalb dieser drei Jahre hat sich die Anzahl der Stromkunden auf aktuell 1600 erhöht.

Durch die Öko-Strom-Offensive hofft man bei den Gemeindewerken, dass die Zahl der Kunden weiter steigt. Es handelt sich um ein kommunales Unternehmen, das zu 100 Prozent der Gemeinde Stockelsdorf gehört. Gewinne bleiben somit in der Gemeinde und kommen letztlich den Bürgern zugute. Ein großer Vorteil ist, dass Kunden der Gemeindewerke Ansprechpartner vor Ort haben. Mehr Infos:

www.gemeindewerke-stockelsdorf.de

 Doreen Dankert

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