Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau 17 Hektar für die Schwartauer Werke in Langenfelde Nord
Lokales Bad Schwartau 17 Hektar für die Schwartauer Werke in Langenfelde Nord
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:28 20.04.2016
Direkt an der Landesstraße 185 hinter der neuen Halle in Richtung Pohnsdorf könnte das „Sondergebiet Schwartauer Werke“ entstehen.

Zwei Vorschläge hat die Verwaltung der Stadt Bad Schwartau den Schwartauer Werken schon gemacht. Beide Vorschläge wurden bereits abgelehnt. Jetzt hat die Bauverwaltung um Amtsleiter Thomas Sablowski gemeinsam mit Andreas Nagel vom Planungsbüro Ostholstein eine dritte Variante erarbeitet, um den Expansionswünschen des Traditionsunternehmens mit insgesamt 800 Mitarbeitern gerecht zu werden.

Zum Thema:

Die Pläne für eine mögliche Verlagerung der Produktionsstätten aus der Innenstadt ins Gewerbegebiet Langenfelde Nord wurden jetzt im Bauausschuss vorgestellt und einhellig begrüßt. Für die Präsentation gab es von den zahlreichen Zuhörern im Sitzungssaal des Rathauses sogar Applaus. „Ich bin begeistert. Wir haben gezeigt, dass wir bereit sind, die Schwartauer Werke in unserer Stadt zu halten“, sagte der Bauausschuss-Vorsitzende Andreas Marks (WBS), nach dem einstimmigen Votum des Ausschusses. Torben Suhr (CDU) lobte: „Die Verwaltung um Bürgermeister Schuberth hat gute Arbeit geleistet.“

Bad Schwartau macht dem Unternehmen ein Angebot, um den Expansionswünschen gerecht zu werden — Landesstraße 185 müsste verlegt werden.

„Wir können der Flächenanforderung für moderne Produktionsstätten von 13 bis 15 Hektar mehr als gerecht werden. Wir können den Schwartauer Werken sogar 17 Hektar in Langenfelde Nord anbieten“, erklärte der Planer Nagel. Laut Bauamtsleiter Sablowski sei der Ankauf der ackerbaulichen Fläche auf einem guten Weg. Zudem verfüge das Gebiet noch über Erweiterungsmöglichkeiten von zweieinhalb Hektar auf Bad Schwartauer Gebiet. Die Gemeinde Stockelsdorf könnte weitere sechs Hektar bereitstellen. „Die Wohnbebauung ist kein Problem. Die nächsten Häuser liegen mindestens 700 Meter entfernt“, so Nagel. Knackpunkt bei den Plänen dürfte die verkehrliche Anbindung sein.

Die neue Produktionsstätte liegt genau an der L 185, die durch Pohnsdorf führt. „Eine Verlegung der L 185 wäre bei dieser Variante unvermeidlich. Nach Absprache mit der Gemeinde Stockelsdorf wird eine südliche Umfahrung Pohnsdorfs mit Anbindung an die L 184 favorisiert“, berichtete Nagel. Bei den enormen Kosten für die Verlegung der Straße sei aber das Land gefordert. Sablowski: „Unabhängig von der Ansiedlung der Schwartauer Werke macht diese Umgehung im Hinblick auf das vorhandene Gewerbegebiet jetzt schon Sinn.“

Um planerisch schneller agieren zu können, würde man die Fläche als „Sondergebiet Schwartauer Werke“ ausweisen wollen und nicht als allgemeines Industriegebiet, das viel mehr Auflagen zu erfüllen habe, berichtete Sablowski. Geprüft habe man bereits, ob man dort auch die entsprechende technische Infrastruktur vorhalten könne. „Die Wasserversorgung über eine Brunnenanlage, eine Druckwassererhöhungs- und Abwasserpumpstation wären dort recht kurzfristig darstellbar“, unterstrich Sablowski die Vorzüge des Gebiets, das noch einen ganz besonderen Pluspunkt hat. Planer Nagel: "Von der Fläche hat man einen Blick auf die Lübecker Türme und sieht den Werbepylon der Schwartauer Werke.“

Bekenntnis zum Standort

Ursprünglich sollte an der Sitzung des Bauausschusses auch ein Vertreter der Geschäftsführung der Schwartauer Werke teilnehmen. Kurzfristig wurde der Termin im Rathaus allerdings gecancelt. „Aus terminlichen Gründen“, teilte Bürgermeister Gerd Schuberth mit. Der Verwaltungschef verlas daraufhin eine Stellungnahme der Schwartauer Werke zu der aktuellen Standort-Diskussion. Darin heißt es unter anderem: „Das Unternehmen befindet sich in einer sehr frühen Phase der Bauplatzsuche für ein neues Werk in Bad Schwartau oder in der umliegenden Region. Der Planungshorizont für einen möglichen Umzug liegt bei drei bis fünf Jahren. Die Stadt Bad Schwartau war und ist stets unser erster Ansprechpartner. Wir arbeiten seit Jahren sehr eng und vertrauensvoll mit der Stadt zusammen. Alle Gespräche sind immer sehr konstruktiv verlaufen.“

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Schwartauer Werke, Sebastian Schaeffer erklärt zudem: „Als Marktführer im Bereich Konfitüre und Müsliriegel ist es für die Schwartauer Werke von großer Bedeutung, in moderne Produktionsanlagen zu investieren, die uns langfristig ein Kapazitätswachstum ermöglichen. Wir werden damit nicht nur unserer Unternehmensgeschichte gerecht, sondern auch der Verantwortung für insgesamt 800 Arbeitsplätze in der Region. Es gibt derzeit keine Pläne, den Unternehmenssitz der Schwartauer Werke aus Bad Schwartau zu verlegen. Sobald wir deutlich voranschreiten und konkretere Auskünfte geben können, werden wir darüber informieren.“

Von Sebastian Prey

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige