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Bad Schwartau 300 000 Euro für Schadstoff-Messungen
Lokales Bad Schwartau 300 000 Euro für Schadstoff-Messungen
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21:21 25.10.2013
Detaillierte Untersuchungen sollen klären, wie mit Giftstoffen im Grundwasser umgegangen wird. Quelle: dpa

Die erste Kostenschätzung: 300 000 Euro. Diesen Betrag haben Sachverständige laut Bürgermeister Gerd Schuberth (CDU) für weitere Untersuchungen des Untergrundes in Bad Schwartau veranschlagt. Die Messungen sollen endlich Klarheit bringen bei der Frage, wie mit den giftigen Stoffen im Grundwasser umgegangen werden soll. Nach wie vor ist nicht klar, ob und wie der Schaden behoben werden kann (die LN berichteten).

Die Mitglieder des Ausschusses für öffentliche Sicherheit, Verkehr und Umweltschutz reagierten bestürzt. „Wir bewegen uns hier mittlerweile in besorgniserregenden Dimensionen“, sagte zum Beispiel Andreas Marks von der Wählergemeinschaft Bad Schwartau (WBS). Denn: Die Kosten für etwaige Sanierungsmaßnahmen sind in der bisherigen Kalkulation noch gar nicht berücksichtigt. Auch Peter Seedorf (CDU) machte sich in dieser Hinsicht keinerlei Illusionen: „Wir werden hier noch über ganz andere Beträge reden müssen“, prognostizierte der Kommunalpolitiker.

Was für Ausgaben in Sachen Schadensbeseitigung noch auf die Stadt zukämen, sei bisher „überhaupt nicht abzuschätzen“, so Bürgermeister Schuberth. Laut Gutachtern lägen die Kosten für eine Sanierung vermutlich im Millionenbereich — genauer sei die Summe momentan nicht einzugrenzen. Der Betrag hänge davon ab, welche Maßnahmen letztlich in die Wege geleitet würden, erklärte Schuberth: „Wir wissen nicht, ob wir Wasser fördern und filtern müssen, ob wir Bohrungen durchführen werden oder vielleicht auch gar nicht groß eingreifen.“ Das werde sich erst klären lassen, wenn die Messergebnisse ausgewertet seien. Mittel für die Sanierung sollen gegebenenfalls nachträglich in den Haushalt eingestellt werden.

Befürchtungen, dass sich die Umgestaltung der Bad Schwartauer Innenstadt wegen der aktuellen Situation verzögern könnte, weist der Verwaltungschef zurück: „Ich gehe davon aus, dass wir unseren Zeitplan einhalten und wie geplant im kommenden Frühjahr mit dem Umbau beginnen können.“ Bis April 2014 sollten alle notwendigen Untersuchungen von Bodenluft und Grundwasser abgeschlossen sein.

Die Stadt will den Auftrag für die Messungen jetzt ausschreiben; der Zeitplan solle direkt mit dargelegt werden. Bis Ende des Jahres sollen die Angebote eingereicht werden. Mindestens drei Konzepte müssten am Ende zum Vergleich vorliegen, erklärte Schuberth, dann würden 75 Prozent der Kosten gefördert. Dieser Antrag sei im Vorfeld bereits geprüft worden; das weitere Vorgehen habe die Stadtverwaltung sowohl mit dem Kreis Ostholstein als auch mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) sowie dem Landesministerium erörtert. Nach diesen Gesprächen gehe er auch nicht davon aus, dass die Summe von 300 000 Euro für die Untersuchungen tatsächlich erreicht werde, so Schuberth, „mir wurde versichert, dass die Kosten letztlich vermutlich geringer sein werden“. Die endgültigen Zahlen würden sich dann im Ausschreibungsverfahren ergeben.

Gifte im Grundwasser
Krebserregende Kohlenwasserstoffe (LHKW) sind im Grundwasser im Bereich der Innenstadt nachgewiesen worden. Der Stadt ist das Problem seit zehn Jahren bekannt. Seither wurden Bodenuntersuchungen durchgeführt und an einer Stelle ein Filter installiert, der die Schadstoffe bindet. Für die Einwohner besteht laut Experten keine Gefahr; das Trinkwasser sei nicht belastet.

Jennifer Binder

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